VfB Stuttgart

Daten-Affäre beim VfB Stuttgart: Geschasste Führungskräfte ziehen vor Gericht

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Symbolfoto. © ZVW/Joachim Mogck

Die im Zuge der Daten-Affäre geschassten Führungskräfte des VfB Stuttgart setzen sich juristisch zur Wehr. Beim Arbeitsgericht Stuttgart haben der ehemalige Finanzvorstand Stefan Heim, Ex-Medienchef Oliver Schraft und Ex-Marketingleiter Uwe Fischer Klage eingereicht. Das bestätigte eine Sprecherin des Stuttgarter Arbeitsgerichts auf Nachfrage unserer Redaktion. „Sie wenden sich mit ihren Klagen gegen Kündigungen, die der VfB Stuttgart ihnen gegenüber im Februar 2021 ausgesprochen hat“, heißt es in einer Mitteilung. Verhandelt werden die Fälle am 15. April. Der abberufene Marketingvorstand Jochen Röttgermann klagt hingegen am Landgericht Stuttgart. Zuvor hatte die Stuttgarter Zeitung über die Klagen berichtet.

Die laufenden Verfahren sind ein Grund, warum die VfB-Mitglieder die Gutachten und Berichte, die im Zuge der Ermittlungen zur Daten-Affäre erstellt worden sind, zunächst nicht einsehen können. „Thomas und ich haben früh in Aussicht gestellt, die Untersuchungsberichte vollumfänglich öffentlich zu machen. Allerdings befindet sich der VfB in rechtlichen Auseinandersetzungen, sodass eine Veröffentlichung der Untersuchungsberichte juristisch angreifbar wäre“, hatten Präsident Claus Vogt und Vorstandschef Thomas Hitzlsperger am Montag (15.03.) erklärt.

Die langjährigen Vorstände Heim und Röttgermann waren im Februar vom Aufsichtsrat abberufen worden. Bei den Entlassungen von Fischer und Schraft hatte sich CEO Hitzlsperger auf die arbeitsrechtliche Bewertung der Esecon-Untersuchung durch die Kanzlei Osborne Clark gestützt.

Zwischen 2016 und 2018 sind vom VfB wiederholt Zehntausende Mitgliederdaten an Dritte weitergereicht worden - unter anderem, um die im Sommer 2017 beschlossene Ausgliederung der Profiabteilung voranzutreiben. Der Fußball-Bundesligist muss daher wegen Verstößen gegen den Datenschutz ein Bußgeld von 300 000 Euro zahlen. Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Stefan Brink begründete diese Strafe mit einer „fahrlässigen Verletzung der datenschutzrechtlichen Rechenschaftspflicht“ gemäß der Datenschutz-Grundverordnung.