VfB Stuttgart

Der Druck auf die Führungsriege wird immer größer: Mitglieder fordern Vereinsausschluss von Rainer Mutschler

Fußball außerordentliche Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart 1893 e.V.
Gerät in den Fokus: Präsidiumsmitglied Rainer Mutschler. © Pressefoto Baumann

Der Druck auf die Führungsriege des VfB Stuttgart wird immer größer. Besonders in den Fokus rückt dabei das Präsidiumsmitglied Rainer Mutschler. Ein Gruppe von Mitgliedern fordert nun den Vereinsauschluss des 61-Jährigen.

„Aus unserer Sicht ist es unverantwortlich, dass ein Präsidiumsmitglied, das Tausende von Mitgliedern getäuscht hat, weiterhin Entscheidungen im Präsidium trifft, und damit erneut weitreichenden Einfluss auf Vorgänge nimmt, die die Interessen der von ihm getäuschten Mitglieder betreffen“, schreibt die ehemalige Präsidentschaftsbewerberin Susanne Schosser in einer Mitteilung vom Freitag (12.02.).

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Unterzeichnet hat das Schreiben eine bunte Mischung aus weiteren ehemaligen Präsidentschaftsbewerbern (Christian Riethmüller und Martin Bizer), Anwälten (Bernd-Michael Jetter und Angela Furmaniak) und Bloggern (Ron Merz, Christian Prechtl und Bernd Sautter).

Laut der Satzung kann ein Vereinsmitglied dann aus dem Verein ausgeschlossen werden, wenn ein „gröblich vereinsschädigendes Verhalten“ im Sinne des § 10 Absatz 4b der Vereinssatzung vorliegt. Daher fordert die Gruppe um Susanne Schosser „das Präsidium und den Vereinsbeirat als Vertreter der Mitglieder des VfB Stuttgart auf, umgehend ein Vereinsausschlussverfahren gegen Rainer Mutschler einzuleiten“.  

In der Führungskrise hatte Präsident Claus Vogt seine beiden Präsidiumsmitglieder zuletzt scharf kritisiert. Gegen den Willen Vogts sollen Gaiser und Mutschler in einer Präsidiumssitzung den 28. März als Termin für die nächste Mitgliederversammlung festgelegt haben. Die Vorgehensweise Mutschlers und Gaisers sei „gegen den mehrheitlichen Willen unserer Mitglieder, Fanclubs, des Fanausschusses und sogar Mitgliedern aus den Vereinsgremien“, sagte Vogt dem Spiegel am Donnerstag.

Sein Vorschlag, „die Mitgliederversammlung zu einem späteren Zeitpunkt - entweder am 5. September oder alternativ auch im Mai/Juni/Juli, also vor Beginn der neuen Saison“ auszutragen, „um dann ohne Altlasten in das neue Spieljahr starten zu können -, wurde von meinen beiden Präsidiumskollegen abgelehnt. Ich bedaure dies.“

Ursprünglich hätte die Mitgliederversammlung am 18. März stattfinden sollen. Vogt hatte jedoch für eine Verlegung plädiert, unter anderem um eine reine Digitalveranstaltung möglichst zu vermeiden. Außerdem steht die juristische Bewertung des Abschlussberichts zur Datenaffäre, bei der hochrangige VfB-Mitarbeiter in der Vergangenheit Mitgliederdaten an Dritte weitergegeben haben sollen, weiter aus.

Dies könnte personelle Konsequenzen für noch heute aktive Führungskräfte des Fußball-Bundesligisten haben. Der Spiegel zitiert in seiner aktuellen Ausgabe aus einem juristischen Gutachten, wonach die Vereinsmitglieder in der Daten-Affäre arglistig getäuscht worden seien. Rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen im Verein seien deshalb zu prüfen und die Abberufung von Präsidiumsmitgliedern „naheliegend“.