VfB Stuttgart

Der Kampf um die Nummer eins läuft auf Hochtouren

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Vormittagseinheit VfB-Trainingslager in St. Gallen_08.07.2019_0
Fabian Bredlow (li.) und Gregor Kobel auf dem Trainingsplatz in St. Gallen. © ZVW/Danny Galm
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Fabian Bredlow liefert sich mit dem ebenfalls neu gekommenen Schweizer Gregor Kobel ein Duell um den Platz zwischen den Pfosten.
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Cheftrainer Tim Walter.
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Das Stuttgarter Torhüter-Gespann: Jens Grahl, Fabian Bredlow und Gregor Kobel (v.l.).

St. Gallen. Ganz nach dem berühmten Spruch aus dem Actionklassiker „Highlander“ kann es auch im VfB-Tor schlussendlich „nur einen geben.“ Wer am 26. Juli beim Zweitliga-Auftaktmatch gegen Hannover die Stuttgarter Nummer eins sein wird, ist noch vollkommen offen. Neuzugang Fabian Bredlow liefert sich mit dem ebenfalls neu verpflichteten Schweizer Gregor Kobel ein Duell um den Platz zwischen den Pfosten. Der Zweikampf läuft im Trainingslager in St. Gallen auf Hochtouren. 

Dass es ein offenes Rennen um die Nummer eins geben wird, war einer der Hauptgründe für Bredlows Wechsel vom 1. FC Nürnberg zum VfB Stuttgart. Innerhalb von wenigen Tagen ging der Deal über die Bühne. „So einen schnellen Wechsel hatte ich auch noch nicht“, sagt der gebürtige Berliner beim lockeren Gespräch in der Lobby des Mannschaftshotels. In Nürnberg wurde der heute 24-Jährige von Christian Mathenia aus dem Kasten verdrängt und musste sich mit dem unliebsamen Platz auf der Bank zufriedengeben. 

„Ich hatte nicht das Gefühl, dass man mich vom Hof jagen will“

Kurz nach dem Saisonende verlängerten der „Club“ zudem langfristig mit Mathenia. „Wir sind sicher, dass Christian die Klasse hat, eine Ära zu prägen“, sagte Nürnbergs Sportvorstand Robert Palikuca. Für den zur Nummer zwei degradierten Bredlow - der ein Jahr zuvor als Stammkeeper mit dem FCN in die Bundesliga aufgestiegen war - ein Wink mit dem Zaunpfahl: „Christian hat in der Rückrunde sehr gute Leistungen abgeliefert und der Verein hat mit einem Fünfjahresvertrag ein klares Zeichen gesetzt. Das ist auch völlig in Ordnung. Aber für mich war das ein Zeichen, dass ich mir etwas anderes suchen muss.“ 

Und so landete der 1,90 Meter große Keeper nach kurzen Verhandlungen beim VfB, betont aber auch: „Ich hatte nicht das Gefühl, dass man mich vom Hof jagen will. Letztendlich ist mein Anspruch allerdings nicht dauerhaft auf der Bank zu sitzen, sondern zu spielen.“ Wenige Tage nach Bredlows Unterschrift holten die Schwaben auch noch den Schweizer Gregor Kobel von der TSG Hoffenheim und komplettierten damit ihr Torhüterteam. 

Walters Spielphilosophie: Mut zum Risiko

Während Kobel seinen Anspruch auf den Platz im VfB-Tor direkt nach seinem Wechsel offensiv untermauerte („Ich bin auf jeden Fall nicht gekommen, um auf der Bank zu sitzen.“), formuliert Bredlow seine Ziele defensiver: „Wir wollen uns alle verbessern und am Ende entscheidet der Trainer.“

Im Trainingslager in St. Gallen fliegen Kobel, Bredlow und Urgestein Jens Grahl unter der Anleitung des neuen Torwarttrainers Uwe Gospodarek durch den Fünfmeterraum. Den ehemaligen Bundesliga-Keeper (u.a. Gladbach, Hannover und Bayern) beschreibt Bredlow als „netten, couragierten Kerl, der gute Tipps gibt.“ 

Gospodarek soll den drei Torhütern neben dem klassischen Hand- und Fußwerk auch die Spielphilosophie von Cheftrainer Tim Walter einimpfen. „Die Spiele werden intensiver für uns werden“, sagt Bredlow, „auch wir Torhüter werden mehr laufen müssen.“ Das Anforderungsprofil an die Keeper umschreibt er so: „Er will einen mitspielenden Torwart, der immer anspielbar ist. Ihm ist auch wichtig, dass wir mutig sind und Fußball spielen wollen.“ 

„Wir sind ein Team im Team“

Konkret zeigt sich das in der Positionierung der Keeper auf dem Feld. Die Innenverteidiger stehen extrem hoch und so müssen sich auch die Torhüter weit vor ihrem Tor positionieren, um diese Lücke zu schließen. Ein Balanceakt, der Risiken birgt - und für Bredlow auch im Aufbauspiel eine Umstellung mit sich bringt: „Unsere Innenverteidiger, Außenverteidiger und Sechser bewegen sich viel. Eine feste Positionierung gibt es nicht, sondern es werden Räume gesucht.“

Die Stimmung unter den Keepern sei trotz des Konkurrenzkampfes gut. Bredlow legt viel Wert auf ein gutes Binnenklima mit seinen Torhüter-Kollegen: „Wir sind aufeinander angewiesen.“ Für die Leistung sei es wichtig, „dass wir uns gegenseitig pushen. Wir sind ein Team im Team und je länger wir diese positive Stimmung aufrecht erhalten können, desto besser ist es für jeden einzelnen.“

Eine Zeitplan für die Entscheidung über die neue Nummer eins im VfB-Tor gebe es nicht. „Ich bin auch nicht zum Trainer gegangen und habe gesagt: "Du, spiel' ich?“ sagt Bredlow. „Ich habe keine Ahnung, wann er es uns sagt.“


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