VfB Stuttgart

Didavi enttäuscht, Mangala zu zaghaft: Die Einzelkritiken zur VfB-Pleite in Augsburg

Fußball FC Augsburg vs. VfB Stuttgart
Auch vom Belgier Orel Mangala kamen in Augsburg zu wenige Impulse fürs Offensivspiel. © Pressefoto Baumann

Der FC Augsburg und Trainer Markus Weinzierl haben nach fünf Pflichtspielen ohne Sieg in Serie einen Schritt aus der Krise gemacht. Beim 4:1 (1:1) gegen den VfB Stuttgart feierte der Tabellen-16. seinen zweiten Saisonerfolg in der Fußball-Bundesliga und rückte bis auf einen Zähler an die Gäste heran. Stuttgarts Chris Führich sorgte in der siebten Minute vor 17 500 Zuschauern für die verdiente Führung des VfB. Reece Oxford (30.) und FCA-Kapitän Jeffrey Gouweleeuw (53.) drehten die Partie mit ihren Treffern jeweils per Kopf nach einer Ecke. Joker Florian Niederlechner (72.) und Alfred Finnbogason (81.) erhöhten sogar noch.

Die Stuttgarter Profis in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Fabian Bredlow: Auf dem Posten nach zwei langen Caligiuri-Freistößen, die an Freund und Feind vorbeigesegelt waren (26./39.). Aufmerksam auch gegen Finnbogason (28.). Chancenlos beim Kopfball-Gegentreffer durch Oxford (30.). Zu zögerlich vor dem 1:2 durch Gouweleeuw (53.). Das dritte Augsburger Tor an diesem Nachmittag konnte der Torhüter aus kurzer Distanz nicht verhindern (73.). Das 4:1 durch Finnbogason war dagegen nicht unhaltbar (81.) - Note: 4,5

Marc Oliver Kempf: Abgeklärt in der Zweikampfführung, jedoch auch ein paar kleinere Wackler im Aufbauspiel. Aufgrund einer Oberschenkel-Verletzung musste der Innenverteidiger nach 34 Minuten das Feld verlassen - Note: 3

Waldemar Anton: Übernahm für den verletzten Mavropanos den rechten Part in der Stuttgarter Dreierreihe. Dort anfangs stabil und mit gutem Auge im Aufbauspiel. Verlor allerdings das entscheidende Kopfballduell vor dem 1:1 durch Oxford (30.) und kam auch vor dem 1:3 von Niederlechner nicht in den Zweikampf (73.). Anschließend kam vom Führungsspieler viel zu wenig – auch in Sachen Körpersprache - Note: 4,5

Hirkoi Ito: In der Zentrale mitunter einen Schritt zu weit weg von seinem Gegenspieler Zeqiri. Dennoch einer der stärkeren VfB-Profis an diesem Nachmittag, weil gedankenschnell und ständig am Löcherstopfen. Zudem gute statistische Werte - Note: 3

Borna Sosa: Deutlich aktiver als noch beim Pokalaus gegen Köln am Mittwoch. Der Kroate trat einige gute Flanken und gefährliche Standards. Einzig Aufwand und Ertrag passten nicht zusammen. In der Defensive solide - Note: 3,5

Wataru Endo: Gewohnt fleißig, aber diese Woche bekam der Japaner das Zentrum nicht dicht. In der Konsequenz rollten zahlreiche Augsburger Attacken ungebremst auf die Stuttgarter Hintermannschaft - Note: 4

Orel Mangala: Einige gute Laufwege, sonst aber nur wenig Einfluss aufs Offensivspiel, der Belgier gut isoliert von der Augsburger Defensive. Zudem oft zu zaghaft, wenn in guter Abschlussposition - Note: 4,5

Chris Führich: Der Flügelspieler erzielte am Sonntagnachmittag sein erstes Bundesliga-Tor für den VfB. In der 7. Minute zog er von der rechten Außenbahn dynamisch nach innen und aus 17 Metern trocken ab. Doch die Freude über seinen Premierentreffer währte nur kurz. Nach 22 Minuten musste der 23-Jährige aufgrund einer Sprunggelenksverletzung ausgewechselt werden. Extrem bitter - Note: 2

Daniel Didavi: Gute Freistoßchance leichtfertig vertan (3.) und geblockter Versuch am Fünfereck (35.). Ansonsten war vom Routinier im ersten Durchgang bis auf eine Gelbe Karte (39.) wenig bis gar nichts zu sehen. Zur Pause blieb der 31-Jährige in der Kabine - ein enttäuschender Auftritt - Note: 5

Mateo Klimowicz: Einer der wenigen Aktivposten in der Offensive. Ein paar (teilweise schöne) Aktionen, unter dem Strich allerdings zu viel wenig Durchschlagskraft und zu selten mit dem nötigen Zug zum Tor wie beispielsweise in der 54. Minute bei einem Abschluss aus spitzem Winkel - Note: 5

Hamadi Al Ghaddioui: Hätte in der 2. Minute einen Elfmeter bekommen müssen. Nach einem Foulspiel von Oxford griff der VAR allerdings nicht ein. Ansonsten fand der Stoßstürmer quasi nicht statt. Kaum Bindung zum Spiel, schlechtes Timinig beim Offensivpressing - Note: 5,5 

Einwechselspieler

Tanguy Coulibaly (ab der 22. Minute für Chris Führich): Kam nach seiner Einwechslung nur schwer in die Partie und fiel eigentlich nur durch einen komplett unnötige Gelbe Karte wegen Ballwegschießens auf (59.) - Note: 5

Clinton Mola (ab der 39. Minute für Marc Oliver Kempf): Sortierte sich positionsgetreu für den verletzten Kempf auf der linken Seite in der VfB-Dreierreihe ein. Tolle Grätsche gegen Finnbogason (64.), dann aber zu passiv vor dem 1:4 - Note: 4

Philipp Förster (ab der 46. Minute für Daniel Didavi): Kein Torschuss, keine Torschussvorlage, dazu eine Zweikampfquote von 20 Prozent. Schwach - Note: 5

Pascal Stenzel (ab der 67. Minute für Hiroki Ito): Holte nach seiner Hereinnahme immerhin 75 Prozent seiner direkten Duelle - Note: -

Wahid Faghir (ab der 67. Minute für Mateo Klimowicz): Komplett wirkungslos in der Offensive und zu passiv vor dem 1:3 - Note: -

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form