VfB Stuttgart

Die große VfB-Transferbilanz: Alle Zu- und Abgänge im Überblick

Sven Mislintat
VfB-Sportdirektor Sven Mislintat. © Danny Galm

Die große Offensiv-Hoffnung kam auf den letzten Drücker. Wenige Minuten vor dem Ende der Wechselfrist gab der VfB Stuttgart am Dienstag (31.08.) noch die Verpflichtung eines weiteren Stürmers bekannt. Der dänische U21-Nationalspieler Wahid Faghir unterschrieb beim Fußball-Bundesligisten einen Vertrag bis 30. Juni 2026. Der 18-Jährige kommt vom dänischen Erstligisten Vejle BK und war die letzte Sommer-Neuverpflichtung von Sportdirektor Sven Mislintat.

In unserer Übersicht zeigen wir alle Zu- und Abgänge, ziehen eine Bilanz sowie den Vergleich mit der Konkurrenz.

Die Zugänge

Neun Spieler hat Mislintat in diesem Wechselfenster an den Neckar gelotst und dafür insgesamt 15,35 Millionen Euro ausgegeben:

  • Florian Müller (1. FSV Mainz 05/5 Millionen Euro)
  • Wahid Faghir (Vejle BK/4,5 Millionen Euro)
  • Chris Führich (SC Paderborn/2,5 Millionen Euro)
  • Enzo Millot (AS Monaco/1,75 Millionen Euro)
  • Naouirou Ahamada (Juventus Turin/1,5 Millionen Euro)
  • Hiroki Ito (Jubilo Iwata/ausgeliehen/0,1 Millionen Euro Leihgebühr)
  • Ömer Beyaz (Fenerbahce Istanbul/ablösefrei)
  • Nikolas Nartey (SV Sandhausen/war verliehen)
  • Omar Marmoush (VfL Wolfsburg/ausgeliehen)

Die Abgänge

Den neun Neuzugängen stehen zehn Abgänge gegenüber, die rund 40 Millionen Euro an Ablösesummen in die VfB-Kasse gespült haben:

  • Nicolas Gonzalez (AC Florenz/23,5 Millionen Euro)
  • Gregor Kobel (Borussia Dortmund/15 Millionen Euro)
  • Jens Grahl (Eintracht Frankfurt/0,25 Millionen Euro)
  • Pablo Maffeo (RCD Mallorca/verliehen/war zuvor an SD Huesca verliehen/0,5 Millionen Euro Leihgebühr)
  • Marcin Kaminski (FC Schalke 04)
  • Antonis Aidonis (SG Dynamo Dresden/verliehen)
  • Luca Mack (Ujpest Budapest)
  • Darko Churlinov (FC Schalke 04/verliehen)
  • Maxime Awoudja (WSG Tirol/verliehen/war zuvor an Türkgücü München verliehen)
  • Gonzalo Castro (Ziel unbekannt)

Zwar köchelten rund um die Namen Marc Oliver Kempf, Erik Thommy, Philipp Klement und Nikolas Nartey immer wieder Gerüchte auf, den Club haben sie allerdings nicht verlassen. Ein Transfer wäre aber auch nach dem Schließen des Transferfensters in Deutschland noch möglich. Während die europäischen Topligen England, Spanien, Italien und Frankreich ebenfalls ihre Deadline auf den 31. August gelegt hatten, sind Wechsel nach Russland (bis 7. September), Tschechien, in die Türkei (beide bis 8. September), Mexiko (bis 22. September) oder Argentinien (bis 26. September) weiter möglich.

Die Bilanz

Fällt im Schwabenland positiv aus: 23,9 Millionen Euro hat Sven Mislintat erwirtschaftet. Dafür haben die Schwaben jetzt mit 32 Lizenzspielern einen vergleichsweise großen Kader. Andere Teams wie Freiburg (26), Bielefeld (24), Gladbach (28) oder Mainz (27) haben weniger Profis im Aufgebot. Allerdings fehlen Cheftrainer Pellegrino Matarazzo aktuell (Stand 01. September) neun Profis aufgrund einer Verletzung, darunter auch die Langzeitverletzten Mohammed Sankoh, Sasa Kalajdzic und Lilian Egloff. 

Der Vergleich

Die europäische Elite klotzt, die Bundesliga kleckert. Anders als die Topclubs aus Paris, Manchester und Madrid, die mit den Verpflichtungen von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sowie Spekulationen um Kylian Mbappé für einen Transfersommer der Superlative sorgten, trugen die Bundesligisten bei ihren Kaderplanungen der Corona-Krise zum Großteil Rechnung. "Die Bundesliga droht aufgrund ihrer vergleichsweise soliden Unternehmerkultur an Attraktivität zu verlieren und sportlich abgehängt zu werden", urteilt die FAZ mit Blick auf die Transferaktivitäten einiger investorengeführter Großclubs.

Zwar gaben die 18 Clubs des Fußball-Oberhauses bei ihrer jüngsten Einkaufstour nach Schätzungen der Deutschen Presse-Agentur mit knapp 400 Millionen Euro über 130 Millionen Euro mehr aus als im vergangenen Jahr, blieben aber noch immer weit unter der Rekordsumme in Höhe von knapp über 700 Millionen Euro aus den noch unbeschwerten Zeiten im Sommer 2019. Bei den diesjährigen Transfereinnahmen in Höhe von rund 445 Millionen Euro erwirtschafteten sie wie schon im Vorjahr sogar ein Plus.

Der VfB steht im ligaweiten Vergleich mit seinem Transferüberschuss von knapp 24 Millionen Euro sehr gut da. Lediglich Borussia Dortmund (62,75 Millionen Euro) und Hertha BSC Berlin (31,9 Millionen Euro) erzielten in dieser Wechselperiode einen größeren Transferüberschuss als die Stuttgarter. Am tiefsten in die Tasche griffen in diesem Sommer die Leipziger: 107,62 Millionen Euro an Ausgaben stehen zu Buche. Die satten Einnahmen in Höhe von 112 Millionen Euro relativieren den Betrag allerdings. 

Mehr denn je im ligaweiten Trend sind übrigens Leihspieler. Schließlich sind die Kosten kalkulierbarer und das Risiko geringer als bei Neuzugängen mit festen Ablösen und Verträgen. Ein weiteres adäquates Mittel zur Kostenreduzierung in Corona-Zeiten ist die Verkleinerung des Kaders. So trennte sich beispielsweise Arminia Bielefeld von 20 Spielern, beim 1. FC Köln nahmen 19 Profis Abschied.