VfB Stuttgart

Die VfB-Einzelkritiken: Boss-Move von Endo, Kalajdzic mit zwei Vorlagen

Fußball Bundesliga Werder Bremen vs. VfB Stuttgart
Kapitän Wataru Endo traf gegen Werder Bremen zum zwischenzeitlichen 1:1. © Pressefoto Baumann

Neuzugang Oliver Burke hat Werder Bremen mit einem Treffer in der Nachspielzeit vor einer Heimniederlage bewahrt. Der Stürmer traf in der 95. Minute zum 2:2 (1:1) gegen den VfB Stuttgart. Zuvor hatte es so ausgesehen, als würde der Aufsteiger im ersten Heimspiel nach der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga Lehrgeld bezahlen. Das Team von Trainer Ole Werner ging zwar durch Niclas Füllkrug bereits in der vierten Minute in Führung. Wataru Endo (38.) und Silas (77.) drehten die Partie aber für die Gäste, die schon zum Auftakt beim 1:1 gegen RB Leipzig überzeugt hatten. Bis Burke zuschlug.

Die Stuttgarter Profis in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Florian Müller: Komplett chancenlos beim Kopfballgegentreffer in der 4. Minute., anschließend mit einer tollen Parade gegen Duksch (8.). In der Folge kam in Halbzeit eins nicht mehr all zu viel auf seinen Kasten - ebenso in den zweiten 45 Minuten. Kein Vergleich zur Vorwoche, als der Keeper in der Schlussphase gegen Leipzig mehr und mehr in den Fokus gerückt war. In der 95. Minute musste er dann doch noch einen Bremer Abschluss passieren lassen - auch hier traf ihn keine Schuld - Note: 3

Hiroki Ito: Wie alle anderen Schwaben wurde auch der Japaner von der enegiegeladenen Werder-Anfangsphase überrascht. Die Abstimmung mit seinen Nebenmännern war nicht immer optimal, doch mit zunehmender Spieldauer kam auch der 23-Jährige besser in die Partie. Letztlich konnte er mit „nur“ 50 Prozent gewonnener direkter Duelle aber nicht zum Stabilisator werden - Note: 4

Waldemar Anton: Konnte den kopfballstarken Niclas Füllkrug nicht am frühen Bremer Führungstor hindern (4.), der VfB-Abwehrchef fing sich jedoch nach der turbulenten Anfangsphase und stabilisierte das Spiel seiner Mannschaft mit seinem ruhigen, präzisen Passspiel. Im Kopfballspiel stimmte an diesem Samstag aber häufig sein Timing nicht. Und in der 95. Minute bekam der Innenverteidiger das Zentrum nicht geschlossen - Note: 4

Konstantinos Mavropanos: Ungewohnt unsichere Anfangsphase des sonst so stabilen Griechen. Ballverlust vor großer Füllkrug-Chance (9.). Auch seinen Flugbällen fehlte dieses Wochenende die nötige Präzision. Mit 70 Prozent gewonnen direkten Duellen immerhin bester VfB-Zweikämpfer in der Kette - Note: 3,5

Wataru Endo: Erwischte einen schlechten Start ins Spiel. Leichtfertiger Ballverlust vor dem 0:1 gegen Bittencourt und auch sonst leistete sich der japanische Nationalspieler ungewöhnlich viele unsaubere Aktionen. Dann aber mit dem wichtigen Ausgleichstreffer in der 38. Minute per wuchtigem Distanzschuss - ein echter Boss-Move nach einer zuvor durchwachsenen Vorstellung. In Halbzeit zwei dann solide, aber mit nur 29 Prozent gewonnenen Zweikämpfen. Zudem in der letzten Minute im Zentrum überrumpelt - Note: 3,5

Silas: Die VfB-Defensive formierte sich gegen den Ball in einer Viererkette, um dem stürmischen Wingback zu entlasten - zunächst mit überschaubarem Erfolg. Offensiv wirkte der Kongolese mitunter unkonzentriert und es fehlte die nötige Durchschlagskraft. Nach der Sosa-Einwechslung durfte er in die Sturmspitze rücken - und traf dort nach Zuckerpass von Kalajdzic zum 2:1 (77.). Wenig später verpasste er aus ähnlicher Position den Doppelpack (79.) - Note: 3,5

Naouirou Ahamada: In der Anfangsphase quasi unsichtbar, was große Lücken im Zentrum nach sich zog. Gegen die spielstarke Bremer Mannschaft bekam der junge Franzose lange Zeit keinen Fuß in die Türe. Vor dem 1:1 blitze dann aber wieder seine Offensivqualitäten auf. Die bracht der 20-Jährige in Durchgang zwei dann häufiger ein, defensiv blieb es aber wackelig - Note: 3

Chris Führich: Ließ sich immer wieder fallen, um das Spiel von hinten heraus anzukurbeln. Häufig alleine auf weiter Flur, aber Ballsicher unter Gegnerdruck. Zudem extrem fleißiger Arbeiter gegen den Ball mit starker Zweikampfquote (80 Prozent) - Note: 3

Josha Vagnoman: Kein Druck auf Anthony Jung, der Füllkrug quasi unbedrängt das 1:0 auflegen konnte (4.). Und auch im Nachgang war der Neuzugang vom HSV oftmals zu passiv im Zweikampfverhalten. Nach vorne entwickelte er nur selten Gefahr, steigerte sich dann aber in den zweiten 45 Minuten defensiv wie offensiv. Mit Oberschenkelproblemen ging es für den 21-Jährigen aber vorzeitig runter - Note: 4

Tiago Tomas: Wie schon gegen Leipzig lief das Spiel lange Zeit fast komplett am Portugiesen vorbei. In der 55. Minute tauchte er dann alleine vor Werder-Keeper Jiri Pavlenka auf, scheiterte aber aus spitzem Winkel am Tschechen. Kurze Zeit später wurde er mit mauer Pass (36 Prozent) und Zweikampfquote (25 Prozent) ausgewechselt - Note: 5

Sasa Kalajdzic: In seinem 50. Bundesliga-Spiel war der Österreicher häufig auf sich alleine gestellt. Dann eine tolle Ablage auf Endo, der den Ball kurz vor der Pause zum 1:1 in die Maschen jagte - ganz ähnlich wie schon in der Vorwoche die Vorlage für Ahamada. Und auch das 2:1 durch Silas legte der Zweimetermann auf (77.). Selbst zum Abschluss kam er an diesem Spieltag jedoch nicht - Note: 2,5

Einwechselspieler

Borna Sosa (ab der 59. Minute für Tiago Tomas): Comeback nach langwierigen Adduktoren-Problemen. Übernahm den linken Part in der Viererkette, Silas rückte dafür in die Sturmspitze. Insgesamt ein stabiler Auftritt auf dem linken Flügel - Note: 3

Lilian Egloff (ab der 70. Minute für Chris Führich): Verpasste in der 90. Minute aus spitzem Winkel die endgültige Entscheidung - Note: -

Pascal Stenzel (ab der 70. Minute für Josha Vagnoman): Übernahm positionsgetreu für den angeschlagenen Vagnoman die rechte Seite in der Viererkette - Note: - 

Atakan Karazor (ab der 81. Minute für Silas): Kam wie schon in der Vorwoche spät in die Partie, um das Stuttgarter Spiel zu stabilisieren - Note: -

Luca Pfeiffer (ab der 81. Minute für Sasa Kalajdzic): VfB-Debüt für den Neuzugang vom FC Midtjylland - Note: - 

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form