VfB Stuttgart

Die VfB-Einzelkritiken: Karazor bringt Stabilität, Müller bestätigt gute Form

Fußball Bundesliga FC Bayern München vs. VfB Stuttgart
Stuttgarter Jubel in der Allianz Arena nach dem 2:2 beim Rekordmeister. © Pressefoto Baumann

Der FC Bayern München ist vor dem großen Champions-League-Abend gegen den FC Barcelona und Robert Lewandowski in der Bundesliga endgültig in die Ergebniskrise geschlittert. Der deutsche Serienmeister kam am Samstag (11.09.) gegen den VfB Stuttgart nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus. Es war das dritte Unentschieden am Stück. Zumindest bis Sonntagabend lösten die Münchner den SC Freiburg trotzdem wieder an der Spitze ab - aber das löste keine Freude in der ausverkauften Allianz Arena aus. Es feierten dort nur die VfB-Fans unter den 75.000 Zuschauern.

Die Stuttgarter Profis in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Florian Müller: In den ersten 30 Minuten quasi beschäftigungslos, dann jedoch mit einer Doppelparade gegen Tel und Gnabry (30.) zur Stelle. Wenig später chancenlos beim 0:1. Ito hatte den Ball unhaltbar abgefälscht. Auch beim 1:2 durch den präzisen Abschluss von Musiala gab es für Müller nix zu halten. Dafür in der 62. Minute gegen Gnabry hellwach – ermöglichte dem Team somit den Last-Minute-Punktgewinn und bestätigte seine gute Form der letzten Wochen - Note: 2

Hiroki Ito: Gewohnt aufmerksam und schnell auf den Beinen sowie im Kopf. Fälschte den Ball vor dem 0:1 allerdings unhaltbar für seinen Torwart ab – unglücklich - Note: 3

Waldemar Anton: Der Abwehrchef hielt den Laden lange gut zusammen, war präsent (75 Prozent Zweikampfquote) und gab viele Kommandos. Doch als die Bayern Mitte der ersten Hälfte das Tempo verschärften, ging auch die Ordnung in der VfB-Defensive verloren. Auch in Halbzeit zwei nahm der Münchner Druck dann zu, aber letztlich behielt der Innenverteidiger meist gut die Übersicht - Note: 3

Konstantinos Mavropanos: Ein ordentlicher, weil stabiler, Aufritt auf der rechten Außenposition in der Dreierkette. Dann vor dem 0:1 aber gegen Davies nur zweiter Sieger. Im zweiten Durchgang mit toller Vorarbeit zum 1:1 von Führich (57.) und gewohnt leidenschaftlicher Spielweise - Note: 2,5

Atakan Karazor: Der zweikampfstarke Mittelfeldspieler stand am Samstag zum ersten Mal in dieser Saison in der Anfangsformation und sollte die Kreise von Bayern-Stratege Joshua Kimmich einengen. Das gelang gut, er brachte im Zusammenspiel mit Endo die erhoffte Stabilität im Zentrum und klärte viele Aktionen. Vor dem 2:1 ließ er sich jedoch im Strafraum zu leicht von Musiala vernaschen. Dennoch Stuttgarts bester Mann an diesem Samstag - Note: 2

Borna Sosa: Sah bereits sehr früh in der Partie (4.) eine Gelbe Karte, was für den Kroaten aber im weiteren Spielverlauf kein Problem darstellte. Trat zudem einige gute Standards. Vor dem 0:1 dann allein gegen zwei Münchner. In Durchgang zwei tauchte er etwas ab, hatte aber solide statistische Werte - Note: 3

Wataru Endo: Stopfte überall auf dem Feld Löcher, spulte dementsprechend ein enormes Laufpensum ab und präsentierte sich gewohnt kopfballstark. In Halbzeit zwei bekam der Stuttgarter Kapitän nicht immer den nötigen Zugriff, die Bayern brachen dementsprechend häufiger durch. Für die Schlussphase machte er Platz für den offensiveren Egloff - Note: 2,5

Naouirou Ahamada: Solide auf der linken Achterposition. Schloss viele Räume, führte viele Zweikämpfe – gewann aber nur magere 12 Prozent. Impulse fürs Offensivspiel kamen nur wenige. Gegen das Münchner Starensemble aber ein ordentlicher Auftritt des 20-jährigen Franzosen - Note: 3,5

Silas: Rückte für den gesperrten Vagnoman zunächst auf die Position des rechten Wingbacks. Dort erledigte er seine Aufgaben ordentlich, konnte aber selbst nicht für Gefahr sorgen. In Durchgang zwei durfte der Kongolese dann im Sturmzentrum ran - Note: 3

Tiago Tomas: In der Allianz Arena musste natürlich auch der Portugiese viel gegen den Ball arbeiten. Das erledigte er diszipliniert. Akzente in der Offensive konnte er hingegen kaum setzen, mitunter glücklos und zur Pause ausgewechselt - Note: 4

Serhou Guirassy: Bei seiner Startelf-Premiere für die Schwaben durfte der 26-Jährige an der Seite von Tiago Tomas stürmen. Dort präsentierte er sich ballsicher und spielstark, zudem lieferte er sich als Zielspieler vieler Flugbälle einige rassige Duelle mit Matthijs de Ligt. Sein erstes VfB-Tor wurde zunächst von Schiedsrichter Dingert nach Ansicht der Videobilder wieder zurückgenommen (51.). Zum Abschluss noch ein Alu-Kracher aus der Distanz (74.) – und in der Nachspielzeit dann der eiskalt verwandelte Foulelfmeter zum 2:2. Ein super Debüt in der Anfangsformation! - Note: 2

Einwechselspieler

Chris Führich (ab der 46. Minute für Tiago Tomas): Übernahm für Silas die rechte Außenbahn, der Kongolese rückte dafür in die Sturmspitze an die Seite von Guirassy. Und der Blondschopf legte direkt das 1:1 auf, doch Schiedsrichter Dingert nahm den Treffer aufgrund eines vermeintlichen Foulspiels zurück. Eine extrem strittige Entscheidung, da Führich Kimmich nur minimal am Arm berührt hatte. Führich war’s egal, nur wenige Minute später erzielte er auf Vorarbeit von Mavropanos humorlos das 1:1 (57.) - Note: 2

Lilian Egloff (ab der 75. Minute für Endo): Kam für Kapitän Endo, um in der Schlussphase noch einmal für offensive Entlatsung zu sorgen. Das gelang: Nach seinem Flankenlauf gab es den berechtigten Foulelfmeter für den VfB, den Guirassy sicher verwandelte - Note: -

Juan Jose Perea (ab der 75. Minute für Silas): Wie Egloff sollte auch der Kolumbianer noch den einen oder anderen Nadelstich in den letzten 15 Minuten setzen - Note: -

Enzo Millot (ab der 84. Minute für Naouirou Ahamada): ohne Bewertung

Pascal Stenzel (ab der 84. Minute für Konstantinos Mavropnaos): ohne Bewertung

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form