VfB Stuttgart

Dietrich, Quattrex - und ein Interessenskonflikt?

Wolfgang Dietrich
Wolfgang Dietrich, Präsident des VfB Stuttgarts. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv © dpa

Stuttgart. Der VfB Stuttgart steckt mal wieder ganz tief drin im sportlichen Schlamassel und mitten im Abstiegskampf holt den Präsidenten und Aufsichtsratschef Wolfgang Dietrich ein altes Thema ein: Seine berufliche Vergangenheit als Finanzinvestor.

So soll der VfB-Präsident weiter an den Geschäften der Quattrex Sports AG, einem Kreditgeber für Fußballclubs, beteiligt sein. Das berichtet der kicker in seiner Montagsausgabe. Seine Anteile an der AG hat der frühere Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart 21 nach eigenen Angaben verkauft. Die Recherchen des kicker zeigen jetzt allerdings, dass der 70-jährige Unternehmer über einen im Großherzogtum Luxemburg beheimateten Fonds weiter von den Quattrex-Geschäften profitiert.Der Verein erklärte auf eine kicker-Anfrage, dass Dietrich den zuständigen Gremien und Personen all seine Beteiligungen vor der Wahl zum Präsidenten (im Oktober 2016) offengelegt habe. "Insofern war den Gremien des VfB bekannt, dass Wolfgang Dietrich an Erträgen, die aus diesen Engagements fließen könnten, partizipieren kann. Entscheidend ist, dass hierbei keine Interessenskollisionen vorliegen und die Integrität in jeglicher Hinsicht gewährleistet ist. Dies wurde durch die DFL vollumfänglich bestätigt", so VfB-Finanzvorstand Stefan Heim. 

Doch mit dem Geld der Firma Quattrex arbeiteten schon in der Saison 2016/17 mit dem 1. FC Heidenheim, Union Berlin und dem 1. FC Kaiserslautern gleich drei Wettbewerber der damals zweitklassigen Stuttgarter. Kritiker des VfB-Präsidenten hatten schon vor Dietrichs Wahl dessen Vergangenheit als Finanzinvestor kritisiert. Jetzt, da den Stuttgartern womöglich ein Relegations-Duell gegen Berlin oder Heidenheim ins Haus stehen könnte, wird das Thema noch einmal aktuell.

Dietrich sieht keinerlei Interessenskonflikte

"Ich sehe keinerlei Interessenskonflikte", sagte Wolfgang Dietrich gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. "Ich bin an keiner Firma, die im Fußballbereich tätig ist, mehr beteiligt", betonte Dietrich und ergänzte: "Sofern Erträge anfallen, bekomme ich ausschließlich Ausschüttungen aus Verträgen, die vor meiner Amtszeit zwischen der Quattrex und den entsprechenden Vereinen geschlossen wurden. Dieser Sachverhalt war sowohl den Gremien des VfB bekannt als auch gegenüber der DFL transparent dargestellt."

"Das Engagement des Präsidenten im Profifußball war schon immer bekannt. Die operative Erfahrung aus dieser Tätigkeit, aus der er sich längst zurückgezogen hat, kommt dem VfB zugute", ließ Aufsichtsrat und Daimler-Personalchef Wilfried Porth wissen. 


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