Ein Fehler zu viel: Der VfB Stuttgart unterliegt stabilem Borussia Dortmund
Stuttgart. Es war kein schlechter Samstagabend des VfB Stuttgart. Aber auch keiner, an dem am Ende etwas Zählbares herauskam. Gegen ein bemerkenswert stabiles Borussia Dortmund verlor die Mannschaft von Sebastian Hoeneß mit 0:1 – und damit bleibt der Saisonstart holprig: drei Punkte aus vier Spielen. Unser Spielbericht aus der ausverkauften MHP-Arena.
Der VfB hatte sich vorgenommen, den Dortmunder Rhythmus früh zu stören. Doch der BVB presste hoch, streute immer wieder lange Bälle hinter die Stuttgarter Kette und machte damit ziemlich schnell klar, dass er nicht gekommen war, um sich im Stuttgarter Stadion häuslich einzurichten. Es entwickelte sich ein intensives, zunächst aber erstaunlich chancenarmes Spiel.
Der VfB Stuttgart kam zunächst besser in die Partie
Die Stuttgarter Doppelsechs mit Angelo Stiller und Grischa Prömel bekam nur selten Zugriff auf das eigene Offensivspiel. Auch Deniz Undav, Ermedin Demirovic und Bilal El Khannouss hatten es schwer. Immerhin: Gegen den Ball stand der VfB ordentlich, sodass auch die Dortmunder Offensive kaum zur Entfaltung kam. Dann, nach einer halben Stunde, wurde es erstmals gefährlich. Nach einem Missverständnis in der Dortmunder Hintermannschaft kam Undav aus spitzem Winkel zum Abschluss, doch Gregor Kobel war zur Stelle. Kurz darauf köpfte El Khannouss eine Flanke von Maximilian Mittelstädt knapp am Tor vorbei. Der VfB kam nun besser ins Spiel, die Dortmunder Verteidiger wirkten plötzlich etwas weniger pünktlich.
Es war die beste Phase der Gastgeber – und doch blieb das Spiel unerquicklich ausgeglichen. Zu viele zweite Bälle landeten beim BVB, zu viele Angriffe versandeten, bevor sie richtig gefährlich wurden. Fußballerisch war das kein Leckerbissen, taktisch dagegen durchaus interessant: zwei Mannschaften, die sich gegenseitig wenig schenkten. Nach der Pause ging es genau so weiter. Spitz auf Knopf, mit rassigen Zweikämpfen und dem leisen Gefühl, dass der BVB nicht viele Gelegenheiten brauchen würde. In der 53. Minute schien sich diese Ahnung zu bestätigen, als Nwaneri traf – allerdings aus klarer Abseitsposition. Auch der VfB hatte seine Momente. In der 59. Minute schickte Undav Josha Vagnoman frei Richtung Kobel, doch der Außenverteidiger brachte den Ball nicht am Dortmunder Schlussmann vorbei. Zudem ging die Fahne hoch.
Hoeneß reagierte und brachte in der 64. Minute Dženan Pejčinović und Jamie Leweling für Undav und Chris Führich. Mehr Schwung sollte her, mehr Durchschlagskraft. Denn bis dahin verteidigte der VfB zwar ordentlich, nach vorne aber fehlten Tempo, Präzision und jene letzte Idee, die aus einem Angriff eine Chance macht.
Die Uhr lief unerbittlich gegen den VfB Stuttgart
Dann kam die eine Szene, die ein solches Spiel entscheidet. In der 70. Minute flankte Jobe Bellingham in den Strafraum, Maximilian Beier war zur Stelle und traf zum 0:1. Aus Stuttgarter Sicht war die Szene bitter: Mittelstädt und Finn Jeltsch verteidigten zu passiv, Beier bekam den entscheidenden Moment. Plötzlich musste der VfB hinterherlaufen. Und Dortmund bekam beinahe noch die Gelegenheit, den Abend frühzeitig zu beenden: Der kurz zuvor eingewechselte Karetsas verpasste nach einem Konter nur knapp das 0:2. Stuttgart versuchte nun, das Spiel mit Wucht zurückzuholen. Vagnoman scheiterte aus spitzem Winkel, El Khannouss stellte Kobel vor keine größeren Probleme. Die Angriffe wurden hektischer, die Uhr lief unerbittlich gegen den VfB.
So blieb am Ende die Erkenntnis eines Abends, der für Stuttgart ziemlich typisch für diesen Saisonstart war: Die Mannschaft war nicht chancenlos, sie war keineswegs schlecht – aber gegen einen stabilen Gegner reichte eine kleine Unachtsamkeit, um das Spiel zu verlieren.




