VfB Stuttgart

Einzelkritiken zum 2:2: Wie sich die VfB-Profis gegen Hoffenheim geschlagen haben

Fußball TSG 1899 Hoffenheim vs. VfB Stuttgart
Mit Dieter-Hoeneß-Gedächtnis-Turban: VfB-Verteidiger Konstantinos Mavropanos. © Pressefoto Baumann

Trainer Bruno Labbadia hat auch im zweiten Spiel nach seiner Rückkehr zum VfB Stuttgart keinen Sieg bejubeln können. Die Schwaben kamen am Dienstagabend zu einem 2:2 (1:1) beim Landesrivalen TSG 1899 Hoffenheim. Die zerfahrene und harte Partie gab den nur 23 159 Zuschauern im Sinsheimer Stadion schon mal einen Vorgeschmack auf den Abstiegskampf in der zweiten Saisonhälfte der Fußball-Bundesliga. Der kroatische WM-Dritte Andrej Kramaric brachte die kriselnde TSG früh in Führung (11. Minute) und erzielte auch den späten Ausgleich (90.+4). Serhou Guirassy (45.+5) und Kapitän Waturu Endo trafen für den VfB (77.).

Die Stuttgarter Profis in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Florian Müller: Direkt der erste Abschluss auf seinen Kasten war drin. Beim Treffer von Kramaric aus kurzer Distanz aber schuldlos (11.). Bei hohen Bällen in den Strafraum wirkt er weiter nicht souverän. Riesenparade im Eins-gegen-Eins mit Dabbur kurz vor Schluss (83.), dann ohne jede Abwehrchance beim zweiten Kramaric-Tor in der 94. Minute - Note: 2,5

Nikolas Nartey: Extrem unauffälliger Auftritt auf der linken Außenbahn. Hatte einige Probleme mit dem flinken Baumgartner - Note: 4

Hiroki Ito: Angenehm unaufgeregt an der Seite des emotionalen Mavropanos, dann aber nicht eng genug an Kramaric vor dessen Tor (11.)  - Note: 3

Konstantinos Mavropanos: Wieder sehr präsent im Abwehrzentrum. Vor dem 0:1 passte die Abstimmung mit Ito nicht. Trotzdem bester Mann in der Viererkette, Musste nach Zusammenprall mit Bebou lange behandelt werden und spielte anschließend mit einem Turban weiter - Note: 2,5

Waldemar Anton: Abstimmung mit Silas nicht immer optimal. Zu passiv vor dem Hoffenheimer Führungstor (11.). Fungierte auf dem Platz als verlängerter Arm des Trainers, der mitunter auch Stürmer Guirassy im Auftrag von Labbadia neue Anweisungen überbrachte. In der Offensive bemüht, aber glücklos. Ein Flankengott wird aus dem gelernten Innenverteidiger nicht mehr - Note: 3,5

Atakan Karazor: Lautstarker Taktgeber im Zentrum vor der Viererkette, dazu ball- und passsicher. Das Zentrum bekam er gegen flinke Hoffenheimer aber nicht immer abgesichert. Dazu verschleppte er zu häufig das Tempo - Note: 3

Wataru Endo: Robuste Zweikampfführung, stopfte Löcher an allen Ecken und Enden. Fehlte damit aber als Schwungrad für die über weite Strecken spärlichen Angriffsbemühungen. In den zweiten 45 Minuten dann unermüdlicher Antreiber und Torschütze zum 2:1 (77.). Sein schöner Schlenzer reichte letztlich aber nicht zum Sieg - Note: 2

Naouirou Ahamada: Spiel ging über weite Strecken an ihm vorbei. Folgenschwerer Querschläger vor dem 0:1 (11.). Wirkte im Nachgang überfordert, Sicherheit im Spiel kam nur langsam zurück. Dann mit guten Steckpass auf Guirassy vor dem Ausgleich und in Halbzeit zwei mit viel Leidenschaft. Zu viel Leidenschaft. Sah erst Gelb wegen Meckerns und dann noch einmal für seinen  Jubel mit dem Fans nach dem Endo-Tor. Das darf ihm nicht passieren - Note: 5

Tiago Tomas: Schwach im Rückwärtsgang, harmlos im Vorwärtsgang. Dazu immer wieder ein schlechter erster Kontakt. Musste nach knapp einer halben Stunde mit Schmerzen in der Hüfte ausgewechselt werden - Note: 5

Silas: In der ersten Halbzeit wie schon gegen Mainz mit wenig Durchschlagskraft. Dazu im Spiel gegen den Ball häufig falsch positioniert. Bekam deshalb von Labbadia nochmal einen Kurzvortrag in Sachen Defensivarbeit (18.). Ging in der 57. Minute angeschlagen vom Platz - Note: 4

Serhou Guirassy: Probierte und lief viel, war aber bei TSG-Abwehrchef Vogt meist in guten Händen. Hatte in der Offensive immerhin noch die meisten Aktionen. Und belohnte sich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte für seinen Fleiß mit dem trockenen Treffer zum 1:1. Aktuell Stuttgarts treffsicherster Stürmer - Note: 2

Einwechselspieler

Chris Führich (ab der 34. Minute für Tiago Tomas): Für 90 Minuten reicht die Kraft beim Blondschopf noch nicht. Kaltstart nach der Verletzung von Tomas. Belebendes Element durch seine Flankenläufe. Ein Manko bleiben seine zu harmlosen Abschlüsse - Note: 3

Juan Jose Perea (ab der 58. Minute für Silas): Brachte mit seinem Tempo und Willen etwas frischen Schwung. In vielen Aktionen fehlte ihm allerdings die Übersicht - Note: 3,5

Josha Vagnoman (ab der 85. Minute für Serhou Guirassy): ohne Bewertung

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form