VfB Stuttgart

Einzelkritiken zur VfB-Niederlage beim BVB: Mutige Stuttgarter bringen sich um den verdienten Lohn

Fußball Borussia Dortmund vs. VfB Stuttgart
Tanguy Coulibaly, hier im Duell mit Dortmunds Manuel Akanji, zeigte gegen den BVB einen durchwachsenen Auftritt. © Pressefoto Baumann

Dank Kapitän Marco Reus hat Borussia Dortmund die Gunst der Stunde genutzt und das Meisterrennen in der Fußball-Bundesliga wieder spannend gemacht. 19 Stunden nach der überraschenden Steilvorlage durch die 1:2-Niederlage von Tabellenführer FC Bayern München beim FC Augsburg besiegten die Dortmunder den VfB Stuttgart mühsam mit 2:1 (0:0) und rückten – zwei Wochen vor dem Liga-Gipfel im eigenen Stadion – bis auf einen Zähler an den Serienmeister heran. Den Siegtreffer erzielte Reus fünf Minuten vor dem Ende.

Die Stuttgarter Profis in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Florian Müller: Gab in Dortmund nach Corona-Zwangspause sein Comeback im Stuttgarter Kasten. Zunächst viel als mitspielender Torwart gefordert und weit weniger im Fokus als vorab von manchem Fan befürchtet. Chancenlos beim abgefälschten Treffer von Malen (56.) und dem späten Dortmunder Siegtor (85.) - Note: 3

Hiroki Ito: Der Japaner spielte im Schatten der berüchtigten „Gelben Wand“ einen soliden Stiefel. Bedenkt man, dass der 22-jährige Abwehrmann eigentlich als Back-Up-Lösung geholt wurde und letzte Jahr noch in der zweiten japanischen Liga kickte, eine durchaus beeindruckende Entwicklung - Note: 3

Waldemar Anton: Hielt den Laden hinten über weite Strecken der Partie super zusammen. Gute Zweikampfwerte, starkes Stellungsspiel und eine motivierende Körpersprache. Stuttgarts bester Mann an diesem Nachmittag. Letztlich flog dem Abwehrchef und seinen Vorderleuten aber kurz vor Schluss eine eigene Ecke um die Ohren. Extrem ärgerlich, da sich die mutigen Stuttgarter so um den verdienten Lohn ihrer harten Arbeit brachten - Note: 2,5

Konstantinos Mavropanos: Stand nach einem kleinen Muskelfaserriss wieder in der Startelf und leistete sich in der Anfangsphase einige unnötige Ballverluste am eigenen Strafraum und Fehlpässe im Spielaufbau. Stabilisierte sich dann aber und verteidigte leidenschaftlich - Note: 3

Atakan Karazor: Als Sechser vor der Abwehrreihe als Ausputzer gefordert. Immer wieder mit riskantem Spielaufbau, zog zur Not auch clevere Fouls. Tolles Zuspiel auf Massimo vor dem 1:1 (63.). Wenig später musste er angeschlagen vom Platz - Note: 2,5

Borna Sosa: An diesem Spieltag kam der Kroate wieder über den linken Flügel und musste dort gegen BVB-Kapitän Reus viel mit nach hinten arbeiten. Scharfe Hereingabe auf Förster (15.), ansonsten vorrangig mit Defensivaufgaben betraut - Note: 3

Wataru Endo: Zunächst ein paar ungewohnte Schwächen in der Zweikampfführung, aber mit zunehmender Spieldauer immer konzentrierter bei der Sache und in gewohnter Manier quasi überall im Mittelfeld zu finden. Fälschte den Führungstreffer von Malen unhaltbar fürs seinen Torhüter ab (56.) - Note: 3,5

Orel Mangala: Hatte einige gute Ballgewinne im Zentrum, konnte daraus jedoch zu selten Kapital schlagen. Die von der BVB-Defensive angebotenen Räume wurden so viel zu selten ausgenutzt. Im Spiel gegen den Ball hellwach und unter gegnerischem Druck beeindruckend ballsicher. Letztlich darf die Mannschaft aber nicht so offen in der Schlussphase in einen Konter rennen. Hier wäre der Belgier als einer der Führungsspieler im Zentrum gefordert gewesen - Note: 3

Roberto Massimo: Der deutsche U-21-Spieler war auf der rechten Außenbahn viel in die Abwehrarbeit eingebunden. Die Abstimmung mit Hintermann Mavropanos war jedoch nicht immer optimal. Für offensive Impulse war an diesem Spieltag kaum Zeit. Doch in der 63. Minute blieb er cool und schob den Ball zum 1:1 in die Dortmunder Maschen - Note: 3

Philipp Förster:  Ackerte fleißig auf seiner Position als hängende Spitze. Eine scharfe Sosa-Flanke verpasste er haarscharf (15.) und in der Nähe des BVB-Tores agierte er einige Male zu unentschlossen - Note: 4

Tanguy Coulibaly: Spritzig und aggressiv, allerdings meist chancenlos gegen den zweikampfstarken Akanji. Immer wieder mit schlechtem ersten Kontakt und falschen Laufwegen. Scheiterte zudem freistehend mit einem Volleyabschluss an Gregor Kobel (38.). Am kommenden Freitag gegen Mainz wird der Franzose gesperrt fehlen, da er sich nach einer Grätsche gegen Mats Hummel seine fünfte Gelbe Karte in der laufenden Saison abholte - Note: 4,5

Einwechselspieler

Alexis Tibidi (ab der 68. Minute für Roberto Massimo): Bundesliga-Debüt für den 18 Jahre alten Franzosen - Note: -

Nikolas Nartey (ab der 68. Minute für Atakan Karazor): Hatte Probleme, in die intensive Parti zu finden - Note: -

Daniel Didavi (ab der 70. Minute für Philipp Förster): Konnte nach seiner Einwechslung keine Akzente mehr setzen - Note: -

Hamadi Al Ghaddioui (ab der 87. Minute für Tanguy Coulibaly): ohne Bewertung

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form