VfB Stuttgart

„Es hat die Einstellung gefehlt“: Gebeutelter VfB verliert mit 1:4 in Augsburg

Fußball FC Augsburg vs. VfB Stuttgart
Lange Gesichter beim VfB nach der 1:4-Pleite in Augsburg. © Pressefoto Baumann

Nachdem der VfB Stuttgart am Sonntag (31.10.) beim FC Augsburg in Halbzeit eins mit Marc Oliver Kempf und Chris Führich zwei weitere Ausfälle hatte hinnehmen müssen, ging bei den Stuttgartern nicht mehr viel zusammen im intensiven Duell mit den bayrischen Schwaben. Schlussendlich ging es für Fans und Mannschaft mit einem 1:4 im Gepäck auf die kurze Heimreise über die A8. In der Summe war die aktuelle Verletzten-Misere für die junge Truppe nicht zu kompensieren.

Nächste Woche: Wegweisendes Duell mit Arminia Bielefeld 

„Wir brauchen es nicht wegzudiskutieren, dass es jetzt langsam reicht“, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat nach dem Schlusspfiff. Mittelfeldspieler Daniel Didavi sah die zahlreichen verletzten Kollegen aber nicht als einzige Erklärung für die deftige Niederlage: „Das lasse ich heute nicht gelten. Es hat die Einstellung gefehlt.“ Ausgerechnet am kommenden Wochenende steht jetzt das wegweisende Duell mit Arminia Bielefeld auf dem Programm. Und der personell arg gebeutelte VfB enorm unter Druck.

Auch Konstantios Mavropanos verletzt

Kurzfristig hatte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo in Augsburg neben den zahlreichen zuvor bekannten Ausfällen (Verletzungen, Sperren, Corona-Folgen) auch auf Abwehrspieler Konstantinos Mavropanos verzichten müssen. Der Innenverteidiger fällt laut Vereinsangaben mit einem kleinen Muskelfaserriss im Beckenbereich aus. 

Für den Griechen war Waldemar Anton, der an den letzten Spieltagen aufgrund einer Corona-Infektion hatte pausieren müssen, in die erste Elf gerückt. Dort stand auch Stürmer Hamadi Al Ghaddioui, der in der WWK-Arena für den zuletzt harmlosen Tanguy Coulibaly (Bank) ran durfte. „Wir wollen trotz aller Widerstände zeigen, dass wir eine intakte Mannschaft sind“, gab sich der Stuttgarter Coach vor am Anpfiff kämpferisch.

Die nächsten Rückschläge: Führich und Kempf müssen runter

Der VfB musste jedoch in Durchgang eins direkt die nächsten Rückschläge hinnehmen: Zunächst ging es für Chris Führich aufgrund einer Sprunggelenks-Verletzung nicht mehr weiter (22.), wenig später folgte Marc Oliver Kempf mit einer Oberschenkel-Blessur (34.). „Marc-Oliver sagt, dass mit der nächsten Aktion ein Muskelfaserriss anstehen könnte, also die Muskulatur ist extrem zu“, sagte Sven Mislintat in der Halbzeitpause. „Das heißt, es ist noch eine Vorsichtsmaßnahme, es kann aber auch schon was passiert sein. Jetzt hoffen wir, dass wir beide Spieler nicht noch ellenlang auf die Ausfallliste bekommen.“

Das Spiel hatten die Stuttgarter derweil energisch begonnen. Durch einen trockenen Führich-Schuss aus 17 Metern waren die Schwaben sogar in Führung gegangen (7.). Zuvor war Al Ghaddioui bereits ein berechtigter Foulelfmeter verwehrt worden (2.). Doch die Augsburger bissen sich anschließend in die Partie. Der Ausgleichstreffer per Kopf durch Reece Oxford war verdient (30.). Rhythmus und Struktur in der 3-1-4-2-Grundordnung waren dem VfB infolge der verletzungsbedingten Auswechslungen verloren gegangen.

Niederlechner und Finnbogason sorgen für die Entscheidung

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte war der VfB noch unsortiert. Und so trafen die Gastgeber erneut nach einer Standardsituation. Dieses Mal drückte Kapitän Jeffrey Gouweleeuw den Ball über die Linie. VfB-Keeper Fabian Bredlow gab dabei keine gute Figur ab (53.). Zu zögerlich agierte der 26-Jährige. Zudem wurde die Kopfballstärke der verletzen Kempf und Mavropanos schmerzlich vermisst.

Für die Vorentscheidung sorgte letztlich der eingewechselte Florian Niederlechner, der den Ball aus aus kurzer Distanz zum 3:1 in die Maschen jagte (73.). Den Sack endgültig zu machte schließlich Alfred Finnbogason mit einem Distanztreffer zum 4:1 (81.). Auch hierbei sah der Stuttgarter Schlussmann nicht souverän aus.  

FC Augsburg - VfB Stuttgart 4:1 (1:1)

Augsburg: Gikiewicz - Gumny, Gouweleeuw, Oxford, Pedersen (85. Framberger) - Caligiuri (60. Hahn), Strobl (60. Gruezo), Zeqiri, Maier (69. Dorsch), Vargas (69. Niederlechner) - Finnbogason

Stuttgart: Bredlow – Kempf (39. Mola), Anton, Ito (67. Stenzel) – Endo – Sosa, Mangala, Didavi (46. Förster), Führich (22. Coulibaly) – Klimowicz (67. Faghir), Al Ghaddioui

Tore: 0:1 Führich (7.), 1:1 Oxford (30.), 2:1 Gouweleeuw (53.), 3:1 Niederlechner (72.), 4:1 Finnbogason (81.)

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Zuschauer: 17.500

Gelbe Karten: Gouweleeuw, Caligiuri, Gruezo / Didavi, Coulibaly, Al Ghaddioui, Förster