VfB Stuttgart

"Europa kommt noch zu früh"

VfB-Keeper Ron-Robert Zieler_0
Ron-Robert Zieler: "Dass wir uns für Europa qualifizieren, ist sehr unwahrscheinlich – ist aber auch kein Beinbruch.“ © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. Bei strahlendem Sonnenschein bereiteten sich die VfB-Profis am Mittwoch mit einer lockeren Trainingseinheit auf das kommende Bundesliga-Spiel gegen Hannover 96 vor. Die Partie gegen die Mannschaft von Andre Breitenreiter ist für VfB-Keeper Ron-Robert Zieler eine ganz besondere: In 221 Pflichtspielen hütete der gebürtige Kölner das Tor der 96er.

„Hannover wird mir immer in guter Erinnerung bleiben. Ich hatte dort sehr schöne Jahre“, sagte Zieler nach der Einheit mit Torwarttrainer Marco Langner, „aber das Hinspiel war für mich spezieller, weil es meine erste Rückkehr war.“

Mit einem Sieg gegen seinen Ex-Club soll die 40-Punkte-Marke geknackt werden – und dann? „Es versteht sich von selbst, dass wir als Sportler den Anspruch haben, jedes Spiel erfolgreich zu bestreiten. Locker austrudeln gibt es nicht! Wir wollen die Saison so erfolgreich wie möglich beenden“, meint der Stuttgarter Keeper.

Entspannter Saisonendspurt für den VfB

Vor allen Dingen die Einstellung und die Leidenschaft sollen in den verbleibenden fünf Ligapartien stimmen. Mit 38 Punkten auf dem Konto kann der Aufsteiger dem Saisonendspurt relativ entspannt entgegenblicken.

Die Europa League spiele dabei allerdings keine Rolle, erklärte Zieler: „Wir müssen einen Schritt nach dem anderen gehen. Das internationale Geschäft kommt noch zu früh. Zudem ist unser Restprogramm schwer. Dass wir uns für Europa qualifizieren, ist sehr unwahrscheinlich – ist aber auch kein Beinbruch.“Zieler will sich stattdessen auf die Entwicklung der Mannschaft konzentrieren. Spielerisch sollen die Schwaben in den nächsten Monaten „den nächsten Schritt machen.“

"Neuer kann auch ohne Spielpraxis spielen"

Auch das Thema Nationalmannschaft hat der gebürtige Kölner mittlerweile ad acta gelegt: „Der Bundestrainer hat auf dieser Position ein absolutes Luxusproblem.“

Nationaltorwart Manuel Neuer, der nach einer monatelangen Pause wegen eines Mittelfußbruchs erst seit einigen Tagen wieder auf dem Trainingsplatz steht, kann dabei nach Meinung seines Weltmeister-Kollegen auch ohne Spielpraxis bei der WM im Tor stehen.

„Natürlich würde das nicht schaden. Aber der Manu kann auch so spielen“, so Zieler, „grundsätzlich ist es sicher nicht von Nachteil, wenn man ein bisschen Spielpraxis sammelt. Aber der Manu war über die letzten Jahre einer der besten, wenn nicht sogar der beste Torhüter der Welt. Der weiß, wie es funktioniert.“

„Der Transfer nach Stuttgart hat sich für mich voll ausgezahlt“

Seinen Wechsel zum VfB hat der 1,88 Meter große Torhüter zu keinem Zeitpunkt bereut: „Den Schritt von Leicester zum VfB würde ich so jederzeit wieder machen. Der Transfer hat sich für mich voll ausgezahlt.“ Im Sommer 2017 war der sechsfache Nationalkeeper für rund vier Millionen Euro Ablöse vom englischen Überraschungsmeister an den Neckar gewechselt.

In Stuttgart fühlt sich Zieler wohl und auch seine Leistungen stimmen. In allen 29 Bundesligaspielen stand der 29-Jährige im VfB-Tor, neun Mal hielt er seinen Kasten sauber. „Das Ziel war es, den Verein so schnell wie möglich wieder in der Bundesliga zu etablieren“, sagt Zieler, „ich glaube, da sind wir auf einem richtig guten Weg.“

Im Hinblick auf die nächste Saison gibt sich der 29-Jährige betont gelassen: „Wenn wir nächstes Jahr im gesicherten Mittelfeld spielen, dann wäre das schon eine tolle Sache.“

Auf dem Trikot will Stuttgarts Stammkeeper dann endlich auch die Nummer eins stehen haben. "Ich habe schon mit dem Verein gesprochen, das wäre möglich. Insofern werde ich im Sommer die Nummer eins nehmen." 


„Steven ist in Hannover eine absolute Ikone“

  • Auch Steven Cherundolo, seit Januar 2018 Co-Trainer des VfB Stuttgart, trifft am Samstag (15.30 Uhr/ZVW-Liveticker) auf seine alte Liebe. Von 1998 bis 2014 stand der US-Amerikaner in 302 Bundesliga-Spielen und 68 Zweitliga-Partien für Hannover 96 auf dem Rasen und trifft nun erstmals auf seinen Ex-Club.
  • „Es ist am Samstag für Stevie noch ein spezielleres Spiel als es das für mich ist“, sagt Zieler, der zusammen mit Cherundolo in Hannover die Kickstiefel schnürte. „Er ist in Hannover eine absolute Ikone und war ein toller Kapitän. Das wird für ihn ein ganz besonderes Spiel werden.“