VfB Stuttgart

Evolution der Prinzipien: Wie Trainer Pellegrino Matarazzo den VfB auf die nächste Stufe bringen will

Pellegrino Matarazzo
Ansprache im Regen: Trainer Pellegrino Matarazzo. © Danny Galm

Im modernen Fußball spielen Teams nicht mehr stur ein System oder halten während des Spiels auf Teufel komm raus an der zuvor festgelegten taktischen Marschroute fest. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind gefragt. Beispiel gefällig? Die Italiener bei der diesjährigen EM. Grundordnungen müssen fließend gewechselt, die Taktik jederzeit an Gegner und Spielstand angepasst werden können. Damit auch die Mannschaft des VfB Stuttgart diesbezüglich gut gerüstet in die neue Bundesliga-Saison geht, soll nun im Trainingslager an den Details gefeilt werden. Einen taktischen Schwerpunkt bilden dabei zwei spezielle Aspekte des Spiels.

Das sind die taktischen Schwerpunkte der Woche in Kitzbühel

„Heute, morgen und am Dienstag wird das Spiel im letzten Drittel im Fokus stehen“, sagt Trainer Pellegrino Matarazzo, „Richtung Ende der Woche geht es dann um den offensiven zweiten Ball.“ Für den Coach sind das die beiden Hauptschwerpunkte der Woche in Tirol (hier geht’s zum unserem Liveblog).

Mit Blick auf die weiteren Planungen erklärt Matarazzo: „Wir steuern so, dass wir zwei Spitzen setzen wollen. Die eine ist am Dienstag, die andere am Freitag.“ Also die Testspiele gegen Liverpool und Innsbruck (Dienstag/jeweils 30 Minuten) und das Freundschaftsspiel gegen Arminia Bielefeld (Freitag/16.45 Uhr). „Der Mittwoch wird ein regenerativer Tag, damit wir nicht in ein Loch fallen.“

„Inhaltlich sind wir auf einem guten Weg“

Über allem steht für Matarazzo dabei die Frage: Was funktioniert bereits ordentlich und wie kann die junge Mannschaft auf die nächste Stufe gebracht werden? „Inhaltlich sind wir auf einem guten Weg“, findet der Trainer. Doch nicht nur der taktische Werkzeugkasten soll erweitert werden, sondern auch die spieltaktischen Prinzipen.

Pellegrino Matarazzo
Alles im Blick: Chefcoach Matarazzo. © Danny Galm

Unter Prinzipen versteht man die Verhaltensweise der Mannschaft in einer bestimmten Situation. Wie wird bei gegnerischem Ballbesitz verteidigt? Wann wird der Gegner hoch angepresst? Wie wird das Spiel von hinten heraus aufgebaut? Diese Grundlagen bilden das Fundament eines jeden Matchplans.

„Es sind ein paar neue Prinzipen eingeflossen“

Beim VfB sollen die bereits bestehenden Leitlinien nun vertieft und erweitert werden. „Es sind ein paar neue Prinzipen eingeflossen“, sagt der Trainer. Die Details behält der Taktiktüftler jedoch für sich. Nur so viel: „Es geht um Anfälligkeiten in unserem Defensiv-Spiel. Das müssen wir abstellen. Aber auch in der Offensiv kann sich die Gewichtung verschieben.“

Auf das Team kommen also keine revolutionären Veränderungen zu, vielmehr geht es um eine behutsame Evolution. Altbekannte Schwächen sollen abgestellt und neue Waffen im Angriff erprobt werden. Alles mit dem großen Ziel, auch im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg für die Gegner nur schwer ausrechenbar zu sein.