VfB Stuttgart

Fußball-Ikone Diego Maradona ist tot: Auch der VfB kondoliert und erinnert an das legendäre Uefa-Cup-Finale 1989

Gedenken an Maradona
Ein Junge kniet vor einem mit Kerzen dekorierten Wandbild von Diego Maradona in Argentinien. Foto: Marcos Brindicci/AP/dpa © Marcos Brindicci

Millionen Menschen auf der ganzen Welt trauern um Diego Maradona. Fassungslos über den Tod der Fußballlegende brachen in seinem Heimatland Argentinien am Mittwoch gestandene Männer in Tränen aus. Tausende Menschen kamen in der Hauptstadt Buenos Aires am La Bombonera genannten Stadion seines früheren Clubs Boca Juniors und dem Obelisken im Stadtzentrum zusammen, um ihres Idols zu gedenken. Auf elektronischen Anzeigetafeln über der Stadtautobahn und in U-Bahn-Eingängen war zu lesen: «Danke Diego».

Gedenken
Auch in München wurde vor dem Spiel dem verstorbenen Diego Maradona gedacht. Foto: Sven Hoppe/dpa © Sven Hoppe

Maradona starb am Mittwoch im Alter von nur 60 Jahren in seinem Haus in Tigre nördlich von Buenos Aires an einem Herzinfarkt. Herbeigerufene Sanitäter konnten ihn nicht wiederbeleben. Erst vor zwei Wochen war er aus dem Krankenhaus entlassen worden, nachdem ihn Ärzte dort wegen einer Gehirnblutung operiert hatten.

Dreitägige Staatstrauer in Argentinien

«Heute ist ein sehr trauriger Tag für alle Argentinier», sagte Staatschef Alberto Fernández im Fernsehsender TyC Sports. «Diego hat Argentinien in der Welt repräsentiert, er hat uns mit Freude erfüllt, und das werden wir niemals vergelten können.» Der Präsident ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Auch der VfB Stuttgart kondolierte mit einem Post in den sozialen Netzwerken und erinnerte an ein legendäres Endspiel:

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Darauf zu sehen sind Maradona als Kapitän des SSC Neapel und VfB-Spielführer Karl Allgöwer beim Shakehands vor dem Uefa-Cup-Finale im Jahr 1989, das der SSC letztlich für sich entscheiden konnte. Das Foto hängt als großformatiger Druck auch in den Katakomben der Stuttgarter Arena.

Der Ballzauberer aus Argentinien im Neckarstadion

Beim Rückspiel im Neckarstadion (3:3) zog der Ballzauberer aus Argentinien bereits vor dem Anpfiff viele in seinen Bann. Beim Aufwärmen ließ Maradona die Kugel spielerisch tänzeln, jonglierte teilweise mit drei Bällen gleichzeitig. "Wir waren so fasziniert, dass wir unser eigenes Aufwärmtraining vergaßen", erinnerte sich VfB-Stürmer Jürgen Klinsmann später. 

Bestürzt über den Tod der Ikone zeigte sich auch Guido Buchwald, der Ehrenspielführer des VfB. Der Abwehrspieler lieferte sich mit Maradona legendäre Duelle im WM-Finale 1990. "Die Fußballwelt verliert einen der ganz Großen. Maradona stand für mich auf einer Stufe mit Pelé, Beckenbauer, Messi oder Ronaldo", sagte Buchwald der Stuttgarter Zeitung.

Der amtierende VfB-Präsident Claus Vogt trauerte ebenfalls: "Nicht nur für mich warst Du einer der besten Spieler den die Welt je gesehen hat. Einer, der mir die Liebe zum Fußball gezeigt hat, die bis heute anhält."

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"Die Welt hat eine Legende verloren"

Ab Donnerstag sollen die Argentinier im Regierungspalast Casa Rosada von Maradona Abschied nehmen können. Diese Ehre war zuletzt Ex-Präsident Néstor Kirchner vor zehn Jahren zuteilgeworden. Inmitten der Corona-Pandemie rechnet die argentinische Regierung nun mit bis zu einer Million Trauergästen.

«Ich habe einen großen Freund und die Welt hat eine Legende verloren», schrieb das brasilianische Seleção-Idol Pelé (80) bei Twitter. «Ich hoffe, eines Tages können wir im Himmel zusammen Fußball spielen.»

Nur ganz wenige Fußballer wurden wie Maradona und Pelé zu echten Ikonen ihres Sports. In Argentinien konnten sich die Fans im neuen Jahrtausend in Lionel Messi (33) verlieben - mit Maradonas fast väterlichem Segen. «Er verlässt uns, aber er geht nicht weg, weil Diego ewig ist», schrieb Messi auf Instagram. «Ich behalte all die schönen Augenblicke in Erinnerung, die ich mit ihm erlebt habe.»

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Im Jahr 1986 wurde Maradona mit Argentinien Weltmeister, sein mit der «Hand Gottes» erzieltes Tor während des Turniers steht in den Fußball-Geschichtsbüchern. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge, im Finale als Kapitän mit Deutschland unterlegener Gegner, würdigte den Verstorbenen: «Mit Diego Maradona geht einer der größten Fußballer der Geschichte von uns. (...) Ich bin stolz, ihn auf dem Platz erlebt haben zu dürfen.»

Größter Moment
Sein größter Moment: Maradona wird 1986 mit Argentinien in Mexiko Weltmeister. Foto: picture-alliance / dpa © dpa

Immer wieder hatte der Superstar von einst nach dem Ende seiner aktiven Karriere mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im Jahr 2000 diagnostizierten Ärzte ein Herzleiden, verursacht durch Kokainkonsum. Es folgten Entziehungskuren und eine Magenverkleinerung. Zuletzt wirkte Maradona aber wieder extrem angeschlagen. An seinem 60. Geburtstag vor vier Wochen mussten ihn Begleiter beim Gehen stützen.

Der Dribbelkünstler wuchs am Rande von Buenos Aires in ärmlichen Verhältnissen auf und wurde schon in jungen Jahren vom Erstligisten Argentinos Juniors entdeckt. Bereits mit 15 Jahren gab er sein Debüt in der Ersten Liga, mit 16 Jahren spielte er erstmals für die argentinische Nationalmannschaft - und mit 19 Jahren wurde er zum ersten Mal zu Südamerikas Fußballer des Jahres gewählt. 1982 wechselte er nach Europa zum FC Barcelona. Es folgten «zwei Jahre Magie», wie der katalanische Traditionsclub rückblickend schrieb.

Im Jahr 1989 gewann Maradona in Italien mit dem SSC Neapel den UEFA-Pokal. «Für immer», twitterte Napoli und stellte ein blaues Herz dazu. «Ciao Diego.»

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Abseits des Spielfeldes geriet Maradona immer wieder wegen seines Drogenkonsums und seiner Liebschaften in die Schlagzeilen. Sein Körpergewicht erreichte zwischenzeitlich lebensbedrohliche Ausmaße.

Nach dem Ende seiner Profikarriere trainierte Maradona die argentinische Nationalmannschaft, Al-Fujairah SC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und den mexikanischen Zweitligisten Dorados Sinaloa. Im vergangenen Jahr übernahm er schließlich den Erstligisten Gimnasia y Esgrima La Plata in seinem Heimatland Argentinien.

Auch vor dem Stadion seines letzten Clubs kamen Maradonas Anhänger am Mittwoch zusammen, um Abschied zu nehmen. «Wir hatten das Glück, dass das Schicksal uns seine letzten Monate hier bei uns geschenkt hat», sagte ein Fan im Fernsehen. «Ich verspüre großen Schmerz. Ich kann es immer noch nicht glauben.»

Fans in Neapel gedenken Maradona - Bürgermeister für Stadion-Widmung

  • Nach dem Tod der Fußball-Legende Diego Maradona haben Fans in der italienischen Stadt Neapel des Verstorbenen gedacht. Ein Video, das auf der Webseite der Zeitung «La Repubblica» am Mittwochabend zu sehen war, zeigte dutzende Menschen in der Nähe eines Wohnblocks, an dessen Fassade ein meterhohes Gemälde des ehemaligen Spielers des SSC Neapel prangt, mit bengalischen Lichtern.
  • Andernorts kamen Menschen im Spanischen Viertel zusammen. Auch vor dem Stadion San Paolo trafen sich Fans und legten Kerzen nieder, wie im Fernsehsender TG24 zu sehen war.
  • Unterdessen schlug Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris via Twitter einen neuen Namen für das Stadion in der süditalienischen Stadt vor. «Lasst uns das San-Paolo-Stadion Diego Armando Maradona widmen», schrieb er.