VfB Stuttgart

„Intensiv, emotional, krass“: Wie Holger Badstuber auf seine Zeit beim VfB Stuttgart zurückblickt

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Blickt ohne Groll zurück auf seine turbulente Zeit im Schwabenland: Holger Badstuber. © ZVW/Danny Galm (Archiv)

Kein Blumenstrauß, kein Spalier der Mitspieler, keine Foto-Collage zum Abschied: Still und leise ist die Zeit von Abwehrspieler Holger Badstuber beim VfB Stuttgart zu Ende gegangen. Nach vier Jahren im Trikot mit dem roten Brustring ist in diesem Sommer Schluss - und der ehemalige Nationalspieler blickt zurück auf eine turbulente Zeit.

Rückblick ohne Groll

„Die Zeit war intensiv, emotional, krass. Für mich ging es rauf und runter wie bei einer Achterbahnfahrt“, heißt es in einem Statement, das der 32 Jahre alte Abwehrspieler am Sonntagmorgen (13.06.) über seine Kanäle in den sozialen Netzwerken teilte. „Was bleibt, ist der Eindruck eines Vereins voller Power mit fanatischen Fans, die es verdient haben, dass der VfB dauerhaft eine wichtige Rolle in der Bundesliga spielt.“ Ein Rückblick ohne Groll.

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Badstuber hat seine Rolle akzeptiert

Der ehemalige Bayern-Profi spielt seit 2017 beim VfB, der Vertrag läuft jetzt im Sommer aus. Im vergangenen August hatte ihn der Verein aus dem Profi-Kader gestrichen und zur Regionalliga-Mannschaft geschickt. Eine gewaltige Abfuhr für den Abwehrspieler. 31 Länderspiele hat er bestritten, mit dem FC Bayern München wurde er sechs Mal deutscher Meister und 2013 Champions-League-Sieger. „Ich habe akzeptiert, dass ich meine Rolle in dieser Mannschaft annehme und das Beste daraus mache“, sagte Badstuber dazu im März dem kicker.

VfB-Reservecoach Fahrenhorst: „Holger war ein Glücksfall für uns“

Und sein dortiger Trainer, Frank Fahrenhorst, verliert nun einen erfahrenen Verteidiger. Der Stuttgarter Zeitung sagte Fahrenhorst: „Holger ist getrieben von seinem Ehrgeiz – und den hat er dem Team mitgegeben. Wenn ich einen jungen Spieler ihm vorgezogen habe, ist er professionell damit umgegangen. Wenn wir bei minus drei Grad Celsius auf einem kleinen Kunstrasenplatz in Alzenau gespielt haben, hat er das klaglos akzeptiert. Holger war ein Glücksfall für uns, und wir verlieren eine Persönlichkeit.“ 

Traum von der Champions League

Als Badstuber 2017 zum VfB, in dessen Jugend er einst schon spielte, zurückkehrte, unterschrieb er zunächst nur für eine Saison. Er träumte davon, sich nochmal für einen Club im internationalen Geschäft zu empfehlen, verlängerte letztlich dann aber doch für drei weitere Jahre. Und schon im ersten davon lief fast alles für ihn schief. Erst patzte er, dann verletzte er sich. Dann kam mit Markus Weinzierl ein Trainer, mit dem er schon während seiner Zeit beim FC Schalke 04 zuvor nicht zurecht kam. Und am Ende stand der Abstieg.

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Teuerster Vierliga-Spieler aller Zeiten

In der 2. Liga war Badstuber zunächst gesetzt, ehe er sich kurz vor dem Rückrunden-Start wieder verletzte. Danach hatte er nur noch fünf Einsätze. Den letzten bei der 1:2-Niederlage beim Karlsruher SC Mitte Juni, in deren Folge er intern lautstarke Kritik übte und sich für den Rest der Saison auf der Bank wiederfand. Zum Start der neuen Spielzeit wurde er letztlich ins Regionalliga-Team geschickt. Mit einem geschätzten Jahresgehalt zwischen 3,5 und 5 Millionen Euro dürfte der Linksfuß damit der teuerste Viertliga-Spieler aller Zeiten gewesen sein. 

Was kommt jetzt?

Aber wie geht es jetzt weiter für Badstuber? Er selbst sagt zu seinem Abschied: „Ich selbst bin fit und liebe den Fußball nach wie vor. Jetzt freue ich mich auf das, was kommt.“ Auch das Ausland sei eine Option für die Zeit ab dem 1. Juli. Er wolle eine Zukunft „mit purer Freude auf Fußball, wo immer man meine Mentalität und Leidenschaft im Team sehen will“, sagte er unlängst dem kicker. Er ist zudem ablösefrei, „sprich: keine Kosten für Badstuber. Das ist sicher kein Nachteil in der Zeit.“