VfB Stuttgart

Josha Vagnoman wechselt zum VfB: Stärken und Schwächen des Neuzugangs

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Der aktuelle deutsche U21-Nationalspieler wechselt vom Hamburger SV zum VfB. © VfB Stuttgart

Endlich ist es soweit: Nach wochenlangem Hin und Her wurde Josha Vagnoman am Samstagnachmittag (09.07.) als Neuzugang beim VfB Stuttgart vorgestellt. Der Rechtsverteidiger erhält bei den Schwaben einen Vier-Jahres-Vertrag und bleibt bis 2026. Wir stellen den 21-Jährigen vor.

Stärken von Josha Vagnoman: Schnell, robust und flexibel einsetzbar

Der Ex-Hamburger ist ein Außenverteidiger, wie er im Buche steht. Trotz seiner Körpergröße von 1,86 Metern ist Vagnoman enorm schnell, kann die Linie rauf und runter sprinten. Das zeigte das HSV-Eigengewächs vor allem in der Rückrunde der abgelaufenen Zweitliga-Saison, als er für die Hanseaten auf dem offensiven Flügel für Tempo und Gefahr sorgte.

Der U21-Nationalspieler ist dazu auch noch robust und geht ohne Scheu in die Zweikämpfe. Seine größte Stärke ist aber wohl die Flexibilität. Egal ob links hinten, rechts hinten oder auf den offensiven Flügeln - Vagnoman kann alles spielen.

Während er bei der deutschen U21 vor allem auf der Position des Rechtsverteidigers zum Einsatz kam, spielte er unter Ex-VfB-Coach Tim Walter gefühlt alle Flügelpositionen, die der HSV zur Verfügung hatte. Mal als Linksverteidiger, mal als Außenstürmer, mal als Wingbacker - auch weil er keinen schwachen Fuß hat (der rechte ist aber stärker).

Und genau diese Fähigkeiten braucht Pellegrino Matarazzo. Der VfB-Trainer bot in den bisher absolvierten Testspielen bislang immer eine Dreierkette und zwei Flügelspieler ("Wingbackern") auf. Das bedeutet: Vagnoman passt mit seinen Attributen perfekt in das System der rotierenden Dreier- bzw. Fünferkette.

Vor allem auf der rechten Seite mussten die Schwaben nachrüsten. Mit Pascal Stenzel stand bislang ein zu defensiverer, mit Angreifer Silas ein zu offensiver Wingbacker im Aufgebot. Josha Vagnoman ist die richtige Mischung, steht defensiv stabil und hat trotzdem einen guten Zug zum Tor.

Schwächen von Josha Vagnoman: Verletzungsanfällig und Kopfballspiel

Hätte der VfB-Neuzugang keine Schwächen, wäre er nicht in Stuttgart, sondern in Barcelona gelandet. Ein großes Fragezeichen steht hinter der Verletzungsanfälligkeit des Flügelspielers. In der abgelaufenen Saison 2021/22 fehlte der 21-Jährige beim Saisonauftakt wegen einem Muskelfaserriss, ab dem 4. Spieltag setzte ihn dann ein Sehnenriss außer Gefecht. Aus Hamburg hört man deshalb süffisant: "Der Junge hat bei uns mehr Spiele verpasst, als gespielt."

Dazu hat er Schwächen beim Kopfballspiel, auch beim Verteidigen und Verarbeiten von hohen Bällen besteht Verbesserungsbedarf. An dieser Stelle kann aber getrost behauptet werden, dass dies nicht die Kernkompetenz eines klassischen "Wingbackers" ist.

Warum Josha Vagnoman ist Profil des VfB passt

Unterm Strich ist das HSV-Eigengewächs also ein absoluter Gewinn für den VfB. Mit ihm hat der VfB einen flexibel einsetzbaren und pfeilschnellen Außenbahnspieler verpflichtet, der voll ins Matarazzo-System passt. Dazu kommt, dass Vagnoman mit 21 Jahren noch als "jung und entwicklungsfähig" bezeichnet werden kann. Also genau das, was Mislintat und Matarazzo suchen. Der U21-Nationalspieler steht vor seiner ersten Saison in der Bundesliga und kann sich gemeinsam mit dem Rest des VfB-Teams weiterentwickeln - ein Gewinn für beide Seiten.

Auch deshalb hatte Josha Vagnoman auf einen Transfer nach Stuttgart gedrängt, obwohl Hamburgs sportlicher Leiter Jonas Boldt ursprünglich sieben Millionen Euro als Ablöse aufgerufen hatte. Der italienische Erstligist US Sassuolo wäre bereit gewesen, die geforderte Summe zu zahlen - doch Vagnoman wollte nach Stuttgart.

Nun haben sich Sven Mislintat und Jonas Boldt auf eine fixe Ablösesumme von geschätzten 3,8 Millionen Euro plus Bonuszahlungen in Höhe von rund einer Millionen Euro geeinigt. Das berichtet zumindest der Kicker. Dazu kommt eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent. Zudem sollen die Spielerberater auf ihre Provision verzichtet haben, um den Transfer möglich zu machen. Wie so oft vereinbarten beide Seiten aber Stillschweigen über die genauen Details des Transfers.