VfB Stuttgart

Kampf um das Präsidentenamt beim VfB Stuttgart: Claus Vogt, Thomas Hitzlsperger oder am Ende ganz ein anderer?

VfB Präsidentenwahl
Der VfB weitet seine Suche nach Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im März überraschend aus. Es ist ein Denkzettel für Amtsinhaber Vogt und Mitbewerber Hitzlsperger. © Benjamin Büttner/Montage Mogck

Der Machtkampf beim VfB Stuttgart nimmt die nächste erstaunliche Entwicklung. Überraschend sucht der schwäbische Fußball-Bundesligist nach weiteren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Frühling. Mit dieser Ankündigung sorgte der Vereinsbeirat am Montag für neuen Wirbel. Zuvor hatte Vorstandschef Thomas Hitzlsperger Aufsehen erregt, indem er sich neben dem aktuellen Amtsinhaber Claus Vogt und dem Geschäftsmann Volker Zeh aus dem Remstal beworben hatte.

Der Vereinsbeirat teilte am Montag mit, dass er «von seinem in der Satzung verankerten Recht, von sich aus mögliche Kandidaten anzusprechen, nun Gebrauch machen wird, um die möglichen Handlungspositionen für den 18. März zu erweitern». Hierzu werde ein Personaldienstleister beauftragt, «um höchstmögliche Neutralität zu gewährleisten». Das Gremium erhofft sich dadurch, «den Kontakt zu weiteren Persönlichkeiten herstellen zu können, um die Entscheidung zur Nominierung auf einer noch breiteren Basis treffen zu können.»

Die Mitteilung des Vereinsbeirats ist mindestens ein Denkzettel für Vogt und Hitzlsperger. Der Ex-Profi hatte gleichzeitig mit seiner Bewerbung scharfe öffentliche Kritik an Vogt geübt. Für die Wortwahl bei seiner verbalen Attacke auf den Präsidenten entschuldigte sich Hitzlsperger inzwischen zwar. Seine Kandidatur zog er aber nicht zurück. Ob beide noch mal eine gemeinsame Arbeitsgrundlage finden, erscheint äußerst fraglich.

Der Vereinsbeirat, der mindestens einen Kandidaten nominieren muss, hat mittlerweile erste Gespräche mit Hitzlsperger, Vogt und Zeh geführt. Es sei aber «festzuhalten, dass aufgrund der aktuellen Situation rund um die beiden internen Bewerber eine schnelle Entscheidungsfindung nicht möglich ist». Vor dem Abschluss der Untersuchung zur Datenaffäre, die den Club schwer belastet, würden «keine finalen Entscheidungen getroffen und kommuniziert».

Der Vereinsbeirat ist gespalten

Der Machtkampf in der Führungsetage wird den VfB also noch eine ganze Weile begleiten. Der achtköpfige Vereinsbeirat gilt in dieser Causa als gespalten. Und seine Entscheidung, nun noch weitere potenzielle Kandidaten suchen zu lassen, wirft erneut Fragen auf.

Hat sich Hitzlsperger mit seinem Frontalangriff auf Vogt selbst disqualifiziert und womöglich weite Teile des Vertrauens in seine Person zerstört? Würde die vollständige Aufklärung der Datenaffäre, die Vogt zur Chefsache erklärt und in die Hände einer externen Kanzlei gelegt hat, etwa mehr aufdecken als die angebliche wiederholte Weitergabe von Mitgliederdaten an Dritte an sich?

Wollen neben Hitzlsperger deshalb womöglich noch weitere Personen im und um den Club den amtierenden Präsidenten loswerden? Will der Vereinsbeirat durch die Ausdehnung seiner Kandidatensuche etwa nur weitere Zeit gewinnen? Es wird schon spekuliert, ob Wahl und Mitgliederversammlung letztlich sogar verlegt werden sollen.

Es bleibt ein schwer zu durchschauendes Spiel in Stuttgart. Der Vereinsbeirat hat längst eine zentrale Rolle eingenommen. Und am Ende könnte es reichlich Verlierer geben.