VfB Stuttgart

Karriereende nach 15 Jahren Profi-Fußball: Sami Khedira wird die Kickschuhe an den Nagel hängen

Schluss
Sami Khedira wird seine Karriere beenden. Foto: Michael Sohn/AP Pool/dpa © Michael Sohn

Ex-Weltmeister Sami Khedira beendet nach dem letzten Spieltag der Bundesliga-Saison am Samstag seine Karriere. Das gab der frühere Profi des VfB Stuttgart am Mittwoch (19.05.) bei einer Pressekonferenz seines derzeitigen Clubs Hertha BSC Berlin bekannt.  «Es fällt mir unwahrscheinlich schwer. 15 Jahre Profifußball haben ihre Spuren hinterlassen. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass es die richtige Entscheidung ist. Der Schmerz ist zwar sehr, sehr groß, aber am Ende überwiegt Dankbarkeit», sagte Khedira.

Der Körper macht nicht mehr mit

«Mission KLASSENERHALT, vollendet!». Mit diesen Worten hatte der gebürtige Stuttgarter am Wochenende noch den Ligaverbleib mit den Berlinern in den sozialen Netzwerken gefeiert. Seine eigene Mission in der Hauptstadt ist nach vier Monaten schon wieder beendet. Der Körper macht nicht mehr mit. Zuletzt machte die Wade mehrmals Probleme. 

Über den TV Oeffingen und den VfB zu Real Madrid und Juventus Turin

Der Sohn einer Deutschen und eines Tunesiers war 1995 im Alter von acht Jahren von seinem Jugendverein TV Oeffingen zum VfB Stuttgart gewechselt. Bei den Schwaben durchlief der Mittelfeldspieler alle Nachwuchsmannschaften, wurde als Kapitän Deutscher B- und A-Jugendmeister und feierte 2007 auch mit den Profis die Deutsche Meisterschaft. 2010 folgte der Wechsel zu Real Madrid. In Spanien gewann er eine Meisterschaft (2012), zwei Pokalsiege (2011 und 2014) und 2014 die Champions League. Im gleichen Jahr holte er mit der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien den WM-Titel. Auch mit Juventus Turin (2015 bis 2021) war Khedira erfolgreich. In Italien holte er fünf Meistertitel und drei Mal den Pokal. 

Lob von Coach Pal Dardai

In der Nationalmannschaft war nach dem Russland-Debakel 2018 nach 77 Länderspielen Schluss. Bundestrainer Joachim Löw holte ihn nicht zurück. Etwas mehr als 300 Minuten spielte Khedira nun nur für die Hertha. In die Hauptstadt war er erst im Februar 2021 gewechselt. Für die Hertha kam er allerdings nur in acht von 14 möglichen Partien zum Einsatz. Die volle Distanz stand er nie auf dem Platz. Fitnessproblem und Verletzungsrisiko, das waren schon die Argumente der Zweifler, als Khedira im Winter in die Hauptstadt kam. In Turin hatte er in eineinhalb Jahren nur einmal gespielt, nachdem er sich unter anderem einer Herzoperation unterziehen musste.

Von Trainer Pal Dardai gab es viel Lob. «Sportlich konnte er nicht viel helfen, aber die Sache, in der Kabine viele Dinge zu regeln, da war nicht nur sein Name weltklasse. Das war eine große Hilfe», sagte der Hertha-Coach. Schon bei seiner Präsentation Anfang Februar hatte Khedira gesagt: «Ich werde auf jeden Fall meine ganze Energie, mein ganzes Wissen sowie mein ganzes sportliches Repertoire einfließen lassen, um die nächsten Spiele erfolgreich zu gestalten.» Nach der Partie gegen 1899 Hoffenheim am Samstag ist Khediras aktive Karriere vorbei.

Ein Weltmeister wird zum Weltenbummler

  • Khedira hat das Ende seiner erfolgreichen Karriere angekündigt und sucht nun erstmal ein bisschen Abstand vom Fußball. «Ich bin dann erstmal raus», sagte Khedira. Statt der Hatz von Spiel zu Spiel will der 34-Jährige nun privat auf Reisen gehen.
  • «Ich werde kein richtiges Zuhause haben. Ich werde viele Dinge machen, die ich als aktiver Sportler nicht machen konnte», sagte Khedira, der bei der Verkündung sichtlich mit seinen Emotionen kämpfen musste. Erst nach einigen Momenten gewann er wieder seine Fassung. «Ich kann nicht mehr das erfüllen, was ich selber von mir verlange», sagte Khedira.