VfB Stuttgart

Kein Spielraum für Fehler: Kommentar zum neuen VfB-Vorstandsboss Alexander Wehrle

Alexander Wehrle
Alexander Wehrle spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archiv © Rolf Vennenbernd

Die Rückkehr von Alexander Wehrle zum VfB Stuttgart ist perfekt. Der Finanzchef des 1. FC Köln wechselt im Laufe des Aprils 2022 in seine schwäbische Heimat und wird beim VfB der neue Vorstandsvorsitzende der ausgegliederten Profiabteilung. Die befindet sich aktuell in unruhigem Fahrwasser. In der Liga kämpft das Team gegen den Abstieg und mit Blick auf die Finanzen droht eine ungemütliche Zukunft. Wehrle muss sich schnell einarbeiten, Spielraum für Fehlentscheidungen gibt es nicht, kommentiert unser Reporter Danny Galm. 

Gestählt im Kölner Haifischbecken

Neuneinhalb Jahre im Kölner Haifischbecken sollten den 46-Jährigen für die kommenden Herausforderungen im rote Clubhaus gestählt haben. Den traditionsreichen FC führte er im medial dauererhitzten Umfeld der Domstadt durch stürmische Zeiten. „Er war einer der Architekten der Neuaufstellung nach 2012 und hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Verein gerettet werden konnte“, lobt Köln-Präsident Werner Wolf, der darüber hinaus keinen Hehl daraus macht, „dass man seinen Kapitän – und das ist Alexander Wehrle für das Geißbockheim – nur ungerne ziehen lässt“.

Ein riesiger Aufgabenberg

Nun wird Wehrle also das Ruder beim VfB übernehmen. Und der Aufgabenberg ist riesig. Finanziell wie sportlich: Die Corona-Pandemie hat ein gewaltiges Loch in die VfB-Finanzen gerissen. Auch im neuen Jahr wird vorerst weiter vor leeren Rängen gespielt werden. Pro Geister-Heimspiel gehen dem VfB zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Euro verloren. Alles in allem verzeichnet der VfB seit Beginn der Pandemie einen Umsatzverlust in Höhe von 80 Millionen Euro

Hinzu kommt die angespannte sportliche Lage der jungen Mannschaft im Tabellenkeller der Bundesliga. Unter dem Strich nicht die besten Startvorraussetzungen für den neuen starken Mann am Wasen, der zügig mit dem neuen Vorstand Thomas Ignatzi (Finanzen) und Rouven Kasper (Marketing) eine schlagkräftige Führungscrew bilden muss. 

„Visionär, pfiffig, überragend in der Akquise immer neuer Sponsoren“

Vor allem die Suche nach einem zweiten Investor sollte oberste Priorität genießen, um zumindest die finanziellen Sorgen der Schwaben zu lindern. Klar ist dabei auch: Die Entscheidungen müssen sitzen. Fehler kann sich der Traditionsklub in dieser kritischen Phase seiner Entwicklung nicht erlauben.

„Mit Wehrle verlässt den FC ein Mann, den man eigentlich nicht gehen lassen darf“, schreibt der erfahrene Köln-Reporter des kicker. „Visionär, pfiffig, überragend in der Akquise immer neuer Sponsoren und fantasievoll im Bekämpfen von wirtschaftlichen Krisen.“ Klingt zumindest, als wäre Wehrle genau der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt für den VfB. 

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