VfB Stuttgart

Khedira-Interview nach WM-Blamage: „Bei Deutschland fehlen die Leader“

Sami Khedira war am Dienstag zu Gast im ZVW-Podcast.
Sami Khedira war am Dienstag zu Gast im ZVW-Podcast. © Gladys Chai von der Laage

Boston/Waiblingen. Deutschland ist bereits im Sechzehntelfinale krachend aus der Weltmeisterschaft ausgeschieden. Bei der 3:4-Niederlage nach Elfmeterschießen gegen Paraguay zeigte die DFB-Elf eine erschreckend schwache Vorstellung. In unserem Fußball-Podcast „Mission fünfter Titel“ war am Tag nach dem bitteren WM-Aus Sami Khedira zu Gast. Der Ex-Profi des VfB Stuttgart äußert sich in der neuen Folge über die Gründe des frühen Ausscheidens, hinterfragt die Ausbildung im deutschen Fußball und äußert sich zur Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Sami Khedira: „Ich bin sehr erschüttert über das Ausscheiden“

Vor ein paar Tagen noch war Sami Khedira in den USA unterwegs. Der Weltmeister von 2014 schaute sich einige WM-Spiele an, unter anderem die Partien seines Bruders Rani Khedira für die tunesische Nationalmannschaft oder das deutsche Vorrundenspiel gegen Ecuador. Auch beim WM-Kracher Brasilien gegen Marokko war Khedira vor Ort. Nur ein paar Tage später ist der in Fellbach-Oeffingen aufgewachsene Profi im ZVW-Podcast „Mission fünfter Titel“ zu Gast. In den neun Sonderfolgen des etablierten Fußball-Podcasts „Wir reden über den VfB“ geht es gezielt um die WM und die deutsche Nationalmannschaft. In der aktuellen Folge spricht unser Sportredakteur Simeon Kramer mit Sami Khedira über das Ausscheiden der DFB-Elf im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.

„Ich bin sehr erschüttert über das Ausscheiden“, sagt der Champions-League-Sieger von 2014. „Nach dem guten Start gegen Curacao und der kämpferisch starken Leistung gegen die Elfenbeinküste waren die letzten beiden Spiele sehr erschreckend.“ Das deutsche Spiel gegen Paraguay sei viel zu statisch gewesen. „Die Paraguayer kratzen, sie beißen und schmeißen sich in alles rein. Da brauchst du eine ganz andere Intensität, was Laufwege ohne den Ball angeht. Wir haben Paraguay nicht mehr gestresst. Wenn du gegen einen tiefen Block nur querschiebst, ist es für jeden Gegner leicht, das wegzuverteidigen.“

„Wir dürfen die jungen Spieler nicht nur in Watte packen“

Eine Mitschuld an der Blamage von Boston habe auf jeden Fall Bundestrainer Julian Nagelsmann durch dessen „Kommunikation und die Auswahl der Taktik“. Doch für Sami Khedira liegt das Problem viel tiefer: „Wir haben jetzt die Quittung für die letzten Jahre bekommen. Es ist schade für die Mannschaft, ich hätte ihnen das Weiterkommen gewünscht. Aber aktuell reicht es einfach nicht für die Weltklasse.“ Das Hauptproblem sei für Khedira die inzwischen mangelhafte Ausbildung im Nachwuchsbereich.

„Wir brauchen nicht die perfekt ausgebildeten Spieler, weil dann haben wir die perfekt ausgebildeten Loser. Du brauchst auch noch die alten Tugenden, die aber absolute Basics sind. Wie Leidenschaft und die Gier. Wir dürfen die jungen Spieler nicht nur in Watte packen.“ Was Sami Khedira sonst noch über das WM-Aus und die Zukunft von Julian Nagelsmann sagt, hören Sie in der aktuellen Folge von „Mission fünfter Titel“.

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