VfB Stuttgart

Kommentar: Warum ich wegen des Coronavirus nicht ins Stadion gehe

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Ein Kommentar von Frank Nipkau zum Coronavirus und dem VfB-Spiel gegen Bielefeld. © Joachim Mogck

Sieben Stunden vor Beginn des Spitzenspiels zwischen dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld steht immer noch nicht klar fest, ob die Zuschauer zugelassen sind oder nicht.* Auf der Homepage des Vereins steht eine veraltete Lageeinschätzung vom Freitag.

*Inzwischen hat der VfB Stuttgart bekannt gegeben, dass das Spiel mit Zuschauern stattfinden wird. 

Dabei hat sich am Sonntagnachmittag alles geändert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) folgt dem Beispiel der Schweiz und empfiehlt, alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen. Zu groß ist die Gefahr, dass sich dort das gefährliche Coronavirus ausbreitet.

Seitdem findet ein unwürdiges Spiel zwischen den Verantwortlichen statt. Landessozialminister Manne Lucha (Grüne) findet die Spahn-Empfehlung richtig, verweist aber darauf, dass die Veranstalter oder das örtliche Gesundheitsamt die Entscheidungsgewalt haben. Das Stuttgarter Gesundheitsamt verweist wiederum in einer veralteten Lageeinschätzung auf der Homepage der Stadt auf die Verantwortung der Veranstalter. Und der VfB? Duckt sich weg und stellt sich nicht seiner Verantwortung – aus welchen Gründen auch immer.

Jetzt sind die Zuschauer und Fans in einer schwierigen Lage. Jetzt müssen sie entscheiden, ob sie heute Abend ins Stadion gehen. Ich gehe nicht und werde meinen Dauerkartenplatz in Block 24 A leerlassen. Das Spiel wird auch bei Sky übertragen.

Ich bin enttäuscht vom VfB Stuttgart und seiner bisherigen Reaktion. Die Gesundheit der Fans ist wichtiger als der Fußball.