VfB Stuttgart

Kramaric schockt Stuttgart in der Nachspielzeit: Wieder kein Auswärtssieg für den VfB

Fußball TSG 1899 Hoffenheim vs. VfB Stuttgart
Wieder kein Auswärtssieg: Wataru Endo geht nach dem 2:2 bei der TSG Hoffenheim enttäuscht vom Platz. © Pressefoto Baumann

Das Warten auf einen Stuttgarter Auswärtssieg nimmt kein Ende: Am Dienstagabend (24.01.) rettete Andrej Kramaric der TSG Hoffenheim mit einem Treffer in der Nachspielzeit ein 2:2 (1:1). Die Stuttgarter verpassten damit ihren ersten Dreier in der Fremde seit über einem Jahr, zuletzt gewannen sie am 11. Dezember 2021 mit 2:0 in Wolfsburg. Das Hoffenheimer Team von André Breitenreiter liegt damit weiter drei Punkte vor dem VfB.  

Wie das Spiel gelaufen ist

Aufstellung: Im Vergleich zum 1:1 gegen den FSV Mainz 05 hatte Bruno Labbadia seine Startformation nicht verändert. Sprich: In der 4-3-3-Grundordnung verteidigte erneut die Viererkette um die Innenverteidiger Ito und Mavropanos. Als Sechser vor der Abwehr spielte Karazor, auf den Achterpositionen Ahamada und Endo. In der Angriffsreihe starteten Tomas, Guirassy und Silas. Sosa (Aufbautraining nach Adduktorenproblemen), Ulrich (Grippe) und Zagadou (Bänderriss im Sprunggelenk) standen nicht im Stuttgarter Aufgebot. 

1. Halbzeit: Die Hausherren erwischten den besseren Start in die Partie. Hoffenheim wirkte in der Anfangsphase deutlich spritziger. Und ging nach einer Fehlerkette in der VfB-Defensive in Führung (11.). In der Folge verpasste es die TSG, energischer auf den zweiten Treffer zu spielen. Gegen eine verunsicherte Gästemannschaft wäre das leicht möglich gewesen. Offensiv bekam der VfB wie schon gegen Mainz lange Zeit kaum einen Fuß auf den Boden. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte schlug Guirassy dann aber eiskalt zu. Ein aus Gästesicht durchaus schmeichelhaftes Pausenresultat.

2. Halbzeit: Mit mehr Mut zum Risiko ging die Labbadia-Elf in die zweiten 45 Minuten. Das Tor zum 1:1 war ein Wirkungstreffer bei der TSG. Der VfB drückte, es fehlten aber die nötige Struktur und Präzision im letzten Drittel. Bis Kapitän Endo die Sache in die Hand nahm und aus dem Rückraum sehenswert zum 2:1 traf (77.). In der Schlussphase verteidigten die Gäste dann leidenschaftlich, bekamen den knappen Vorsprung in Unterzahl - Platzverweis für Ahamada (78.) - aber nicht über die Ziellinie. In der 94. Minute traf TSG-Stürmer Kramaric traumhaft ins Kreuzeck. 

Analyse und Ausblick

„Wir wollen euch kämpfen sehen!“ Bereits eine Viertelstunde vor dem Anpfiff hatten die Heimfans den Ton für diese Partie gesetzt. Und ihre Mannschaft ging direkt beherzt zu Werke. Folgerichtig fiel dann auch die frühe Führung. „Der taktische Plan ist in der ersten Halbzeit komplett aufgegangen“, sagte TSG-Coach Breitenreiter. 

Das Stuttgarter Spiel wirkte hingegen unausgewogen und fehleranfällig. Über die Flügel wurde kaum Gefahr entwickelt, aus dem Zentrum kamen zu wenige Impulse. Stand die VfB-Defensive gegen Mainz noch weitgehend stabil, wirkte der schwäbische Abwehrverbund in der Sinsheimer Arena gegen einen spritzigeren Gegner vor allem in Halbzeit eins sehr verwundbar. „In der ersten Halbzeit haben wir ein paar Sachen echt vermissen lassen. Unser Laufspiel war nicht gut. Auch taktische Dinge haben wir nicht gut umgesetzt“, monierte Labbadia.

Zwar spielten die Schwaben mit zunehmender Spieldauer immer leidenschaftlicher nach vorne, wollten dabei aber zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Dem VfB fehlte eine ordnende Hand. Und in der Schlussphase einmal mehr die nötige Konsequenz in der Defensive. „Was sehr gut war, dass wir in der zweiten Halbzeit ein anderes Gesicht gezeigt haben und das Spiel gedreht haben. Mein Gefühl sagt, dass wir mit elf Mann das Spiel gewonnen hätten“, sagte Labbadia.

Der Spielplan sieht für den VfB nun zwei weitere Auswärtsspiele vor: Am Freitagabend (27.01.) geht’s zu RB Leipzig, am Dienstagabend (31.01.) im Pokal zu Zweitligist Paderborn. Am darauffolgenden Wochenende empfangen die Schwaben dann den SV Werder Bremen in der Mercedes-Benz-Arena.

TSG Hoffenheim - VfB Stuttgart 2:2 (1:1)

Hoffenheim: Baumann - Kaderabek, Vogt (46. Dabbur), Nsoki - Skov (28. Akpoguma), Rudy (82. Dolberg), Stiller (75. Damar), Angelino - Baumgartner, Kramaric - Bebou (82. Bischof)

Stuttgart: Müller - Nartey, Ito, Mavropanos, Anton - Ahamada, Karazor, Endo - Tomas (34. Führich), Guirassy (85. Vagnoman), Silas (58. Perea)

Tore: 1:0 Kramaric (11.), 1:1 Guirassy (45.+5), 1:2 Endo (77.), 2:2 Kramaric (90.+4)

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Nürnberg)

Zuschauer: 23.159 

Gelbe Karten: Akpoguma / Karazor

Gelb-Rot: Ahamada (78.)