Nach Seimen-Verletzung: Warum der VfB keinen neuen Torhüter verpflichten sollte
Stuttgart. Nach der Verletzung von Dennis Seimen steht der VfB Stuttgart einen Monat vor Saisonstart ohne Stammkeeper da – mindestens bis Ende September, wenn das Eigengewächs wieder zurückkehren soll. Fans und Verantwortliche diskutieren seit der Hiobsbotschaft, ob der VfB auf dem Transfermarkt nochmal nachlegen und einen weiteren Keeper verpflichten sollte. Das wäre ein Fehler und kein gutes Signal, findet unser VfB-Reporter Moritz Wagner. Ein Kommentar.
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VfB Stuttgart: Verpflichtet der VfB einen Seimen-Ersatz
Die Nachricht war ein Schock für alle Beteiligten, als der VfB Stuttgart am Mittwoch verkündete: Dennis Seimen, Eigengewächs und designierter Stammtorhüter, fällt mit einer Muskelverletzung an der Oberschenkelrückseite bis mindestens Ende September aus. Schnell sinnierten Fans in den sozialen Medien potenzielle Schnellschüsse auf dem Transfermarkt herbei. Der vertragslose Stefan Ortega war ebenso Teil der Diskussionen wie Bernd Leno oder gar Noah Atubolu, der beim SC Freiburg in Ungnade gefallen ist.
Offiziell vermeldet ist: Der VfB will „erörtern, ob er nochmal auf dem Transfermarkt aktiv wird.“ Das sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth in einer Vereinsmitteilung. Während Sky derweil berichtet hat, dass die Stuttgarter vorerst keinen Seimen-Ersatz verpflichten wollen, schreiben die Stuttgarter Nachrichten das Gegenteil: Demnach erscheine es dem Management zu gewagt, mit Ersatzkeeper Fabian Bredlow den Saisonstart zu vollziehen.
VfB Stuttgart: Das Torwartteam stand eigentlich fest
Sollte diese Einschätzung stimmen, lägen die Probleme in der Torhüterplanung tiefer. Schließlich haben sich die Verantwortlichen des VfB nach Saisonende – also vor zwei Monaten – auf ihr Torwartteam festgelegt: Dennis Seimen als Stammkeeper, neben Marius Funk und Stefan Drljaca eben noch der erste Seimen-Vertreter: Fabian Bredlow, dessen Zeit in genau solchen Fällen eigentlich kommen sollte.
Wenn nun bei der erstbesten Verletzung von Dennis Seimen dieser Plan über den Haufen geworfen würde, müsste sich die VfB-Führung die Frage gefallen lassen: Warum das Umdenken? Und warum erst jetzt? Schließlich hätte Seimens Verletzung auch im tiefsten Oktober passieren können, mit keinem Transferfenster weit und breit, Gott behüte mit noch längerer Ausfallzeit als jetzt ohnehin vermutet. Dann hätte Fabian Bredlow ohnehin einspringen müssen. Der VfB sollte zu Bredlow stehen, ihm weiter den Rücken stärken und auf den dienstältesten Spieler im Kader bauen.
VfB-Ersatzmann Fabian Bredlow ist die beste Zwischenlösung
Denn: Fabian Bredlow füllt die Rolle des Ersatzmanns seit mittlerweile sieben Jahren aus – und war immer da, wenn er gefragt war. Der Keeper sprang etwa schon für Gregor Kobel und Alexander Nübel in Liga, Pokal und Champions League ein, lief 2023 sogar kurzzeitig Florian Müller den Rang als Nummer Eins ab. Der 31-Jährige ist erfahren und einer der besten Ersatztorhüter der Liga. Er sollte die Chance bekommen, Seimen zu vertreten.
Das einzige Aber: Wenn sich im frühen Heilungsverlauf bei Dennis Seimen abzeichnet, dass sich die auf Ende September geschätzte Rückkehr deutlich verzögert, sollte die Torhüterposition überdacht werden. Aber wirklich nur dann – das Transferfenster ist bis zum 1. September geöffnet.



