VfB Stuttgart

Pfeiffer sieht Rot, Müller mit Glanzparade: Die VfB-Einzelkritiken gegen Köln

Fußball Bundesliga 1. FC Köln vs. VfB Stuttgart
VfB-Profi Luca Pfeiffer sieht von Schiedsrichter Harm Osmers die Rote Karte. © Julia Rahn

Der VfB Stuttgart und der 1. FC Köln trennen sich in einem hitzigen Bundesliga-Spiel mit 0:0 (0:0). Die Schwaben waren dem Sieg vor allem in den ersten 60 Minuten näher, Angreifer Silas scheiterte aber mehrmals an Köln-Keeper Marvin Schwäbe. Nach der völlig unnötigen Roten Karte von Luca Pfeiffer (56.) stemmte sich der VfB in Unterzahl gegen die Niederlage – mit Erfolg. Wataru Endo und Co. nehmen einen hochverdienten Punkt aus der Domstadt mit. Trainer Pellegrino Matarazzo musste nach heftigem Protest auf die Tribüne.

Die Stuttgarter Profis in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Florian Müller: Gegen Freiburg kaum gefordert, trotzdem musste der Keeper einmal hinter sich greifen. Gegen Köln sollte endlich mal die Null stehen - und das gelang. Hatte in Halbzeit eins quasi gar nichts zu tun, auch in Halbzeit zwei war er kaum gefordert. In der Nachspielzeit rettete er dem VfB dann mit einer Glanzparade den Punkt. Ganz starkes Spiel vom Schlussmann - Note: 1

Hiroki Ito: Mr. Zuverlässig war wieder auf seiner linken Abwehrseite im Einsatz. Hielt Sosa defensiv den Rücken frei und verteidigte grundsolide. Stemmte sich auch in der Schlussphase erfolgreich gegen den drohenden Rückstand - Note: 2,5

Waldemar Anton: Nahm das entscheidende 0:1 gegen Freiburg auf seine Kappe und sollte die Dreierkette als Abwehrchef wieder stabilisieren. Machte ein gutes Spiel, aufmerksames Vorwärts-Verteidigen und gutes Kopfballspiel. Hatte das Zentrum und sowohl Dietz als auch Adamyan voll im Griff - Note: 2

Konstantinos Mavropanos: Lief den Freiburger Torschützen Griffo beim 0:1 im Rücken davonlaufen, ein solcher Fehler unterlief dem Innenverteidiger gegen den Effzeh nicht. Solide Zweikampfquote (60 Prozent) und gutes Passspiel, ließ über seine rechte Seite kaum etwas anbrennen. War der emotionale Leader in der Schlussphase und schmiss sich in jeden Ball - Note: 2

Borna Sosa: Anders als seine wechselwilliger Kollege Kalajdzic stand der Kroate gegen Köln im Kader – und direkt in der Startelf. Hatte einen gewohnt großen Offensivdrang, wurde von Schindler in der Defensive aber auch nicht großartig gefordert. Ließ sich auf dem Feld nichts anmerken und lieferte trotz Transfergerüchten ein recht solides Spiel ab - Note: 3,5

Wataru Endo: Der Kapitän konnte in den ersten drei Saisonspielen noch nicht restlos überzeugen, war gegen Köln aber wieder als Staubsauger im Einsatz. Lief unglaubliche viele Räume zu und war der präsenteste Spieler im Zentrum. Gewann 60 Prozent seiner Zweikämpfe und hielt den Laden in der Schlussphase zusammen - Note: 3

Naouirou Ahamada: Setzte sich intern gegen Atakan Karazor durch und kam erneut als linker Achter zum Einsatz. Spielerisch ließ er immer wieder sein Potential aufblitzen, wie etwa ein Zuckerpass auf Silas (48.). Hatte aber selbst keinen gefährlichen Abschluss. Gewann stabile 83 Prozent seiner Zweikämpfe, der junge Franzose wird für den VfB immer wichtiger - Note: 2,5

Chris Führich: Wäre Lilian Egloff für das Spiel nicht kurzfristig ausgefallen, hätte der Offensivspieler sich wohl mit einem Bankplatz anfreunden. Bekam in der Domstadt aber nochmal seine Chance und machte ein gutes Spiel. Immer anspielbar, gute Chipbälle ins Zentrum und viel Laufarbeit gegen den Ball. Musste dann aus taktischen Gründen ausgewechselt werden - Note: 2

Josha Vagnoman: Schaltete sich viel ins Angriffsspiel mit ein und ackerte auf seiner rechten Seite rauf und runter. Kam aber kaum gefährlich vors Tor und musste sich in Unterzahl auf seine defensiven Aufgaben konzentrieren. Bildet mit Mavropanos eine stabile rechte Abwehrseite - Note: 3,5

Silas Katompa Mvumpa: Machte gegen Freiburg alles andere als einen wachen und griffigen Eindruck. Wollte gegen den Effzeh als zweiter Stürmer wieder auf sein Level kommen: Tempo, Finesse und Zug zum Tor. War brandgefährlich, ein ständiger Unruheherd. Muss in der 22. und 38. Minute das 1:0 machen, scheiterte aber beide Male freistehend vor Keeper Schwäbe. Da muss er einfach das Tor machen. In Hälfte zwei dann nicht mehr so auffällig, aber immer wieder mit Aktionen, die Zeit brachten - Note: 3

Luca Pfeiffer: Kam zu seinem Startelf-Einsatz gegen Köln, weil Sasa Kalajdzic aufgrund eines anstehenden Wechsels nach Wolverhampton nicht im Kader stand. Sollte den Österreicher als Wandspieler ersetzen. Hatte kaum Zugriff aufs Spiel und keinen gefährlichen Abschluss – nur 18 Ballaktionen sprechen Bände. Sah in der 56. Minute nach einer unnötigen und überharten Grätsche völlig zurecht die Rote Karte. Schlechter kann ein Bundesliga-Startelfdebüt kaum ablaufen - Note: 6

Auswechselspieler

Atakan Karazor (ab der 61. Minute für Borna Sosa): Sollte das Zentrum nach der Roten Karte von Luca Pfeiffer stabilisieren. Ackerte viel und scheute keinen Zweikampf (75 Prozent gewonnen) - Note: 2,5

Juan Jose Perea (ab der 61. Minute für Chris Führich): Mit ihm setzte Trainer Pellegrino Matarazzo endgültig auf Konter. Mit Silas sollte der Kolumbianer ein pfeilschnelles Duo bilden. Hatte ein paar gute Aktionen und lief viel an, hatte aber keinen gefährlichen Abschluss - Note: 3,5

Pascal Stenzel (ab der 76. Minute für Silas Katompa Mvumpa): Ohne Bewertung

Enzo Millot (ab der 90.+4. Minute für Naouirou Ahamada): Ohne Bewertung

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form