VfB Stuttgart

Pokalaus gegen Köln: Warum der VfB-Offensive die Durchschlagskraft gefehlt hat

Fußball DFB-Pokal VfB Stuttgart vs. 1. FC Köln
Für die Stutttgarter Angriffsreihe um Flügelspieler Chris Führich, hier im Duell mit Köln-Kapitän Jonas Hector, gab es am Mittwochabend kaum ein Durchkommen. © Pressefoto Baumann

Nach dem Pokalaus gegen den 1. FC Köln verfällt beim VfB Stuttgart niemand in eine verfrühte Winter-Depression. Bereits am Sonntag (31.10.) in Augsburg soll an die zuletzt ordentlichen Auftritte in der Liga angeknüpft werden. Dafür braucht es jedoch mehr Durchschlagskraft in der Offensive.

„Wir haben ein bisschen vergessen, wo das Tor steht“

Die ging den Stuttgartern am Mittwochabend beim 0:2 vor heimischem Publikum vor allem im zweiten Durchgang nahezu komplett ab. Die Kölner hingegen konnten in Halbzeit zwei Offensiv-Qualität von der Bank nachlegen. Mit Mark Uth, Ondrej Duda und Anthony Modeste wechselte FC-Trainer Steffen Baumgart den Sieg ein.

„Uns fehlen schon ein paar Offensivkräfte. Das ist in der Summe nicht gerade einfach“, sagt Stuttgarts Kaderplaner Sven Mislintat und verweist auf die verletzten Angreifer und die jüngsten Corona-Fälle. Als Ausrede sollen die aber nicht herhalten. Doch zur Analyse der Gesamtsituation gehört die weiter angespannte Personallage dazu.

Mislintat wünscht sich mehr Mut zum Risiko

Es entbindet die verbliebenen Stürmer allerdings nicht von ihrem Auftrag. „Wir haben ein bisschen vergessen, wo das Tor steht“, bemängelt Sven Mislintat. Es fehlten die Durchschlagskraft und Zielstrebigkeit. Zu oft suchten Didavi, Klimowicz und Co. statt eines Abschlusses noch einen weiteren Pass. „Dabei haben wir uns in relativ viele Situationen gebracht, wo wir hätten abschließen können“, findet Mislintat, der für die Problembeschreibung letztlich eine alte Fußballer-Weisheit aus der Kiste kramen muss: „Wer nicht schießt, macht auch keine Tore.“ Das soll sich am Sonntag im Ligaspiel beim FC Augsburg ändern. Mislintat fordert dafür „mehr Mut zum Risiko beim Torabschluss“.

„Augsburg hat extremen Druck“

Die bayrischen Schwaben taumeln aktuell bedenklich. Zuletzt gab es eine deftige 1:4-Klatsche in Mainz. Trainer Markus Weinzierl, ein alter Bekannter auch in Bad Cannstatt, steht dennoch nicht zur Disposition. Auch im Pokal blieb das erhoffte Erfolgserlebnis aus: Beim VfL Bochum setzte es eine kräftezehrende Niederlage im Elfmeterschießen. „Augsburg hat extremen Druck. Wir können uns absetzen“, sagt Sven Mislintat. Eine besondere Bedeutung will er der Partie aber nicht beimessen: „Es ist eines von 34 Bundesliga-Spielen.“

So ist der Stand bei Silas, Kalajdzic und Egloff

Noch zu früh kommt das Augsburg-Duell derweil für Silas Katompa Mvumpa und Sasa Kalajdzic. Immerhin soll Silas nach der Länderspielpause Mitte November fit genug für einen Kaderplatz sein. Voraussichtlich bis Januar wartet der VfB noch auf Knipser Kalajdzic. Auch Lilian Egloff muss sich nach fast anderhalb Jahren Zwangspause noch in Geduld üben. Der Youngster kann zwar wieder voll trainieren, soll in einem nächsten Schritt aber zunächst Spielpraxis in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln. „Das muss man sauber aufbauen“, so Sven Mislintat.