VfB Stuttgart

Polizei kontrolliert VfB-Ultras

Fanmarsch Commando Cannstatt 97 VfB vs. KSC_11
Tausende VfB-Fans marschierten am Sonntagvormittag vom Bahnhof Bad Cannstatt zur Stuttgarter Arena. © Danny Galm

Stuttgart.
Die Polizei hat am Freitagnachmittag vier Fanbusse der Gruppen um das Commando Cannstatt, Schwabensturm 02 und Schwaben Kompanie vor der Abfahrt zum Auswärtsspiel beim SC Freiburg (20.30 Uhr/ZVW-Liveticker) kontrolliert.

Die Polizei stoppte die VfB-Ultras vor der Abfahrt an der Mercedesstraße und durchsuchte die Busse nach verbotenen Gegenständen. Zudem kontrollierten die Beamten Personen und Material.

Mehrere Gewalttaten in den letzten Wochen und Monaten

Hintergrund der Kontrollen waren insbesondere mehrere Gewalttaten, die in den letzten Wochen und Monaten bei Heim- und Auswärtsspielen aus Stuttgarter Ultragruppen heraus begangen worden sind.

So griffen einige VfB-Ultras während des Rückmarsches nach dem Heimspiel des VfB Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt in der Mercedesstraße einen Frankfurter Gästefan an und schlugen so heftig auf ihn ein, dass er in einem Krankenhaus behandelt werden musste; die Täter tauchten unerkannt im Fanmarsch der Ultras unter.

Beim Auswärtsspiel in Bremen versuchten zirka 100 der mitgereisten Stuttgarter Ultras eine Gruppierung der Bremer Ultras anzugreifen. Polizeibeamten gelang es, körperliche Auseinandersetzungen zu unterbinden.

Aus den Ultragruppierungen heraus wurden Diensthunde getreten und Absperrgitter in Richtung der Dienstpferde geworfen. Drei Polizeibeamte erlitten dabei Verletzungen. Beim letzten Aufeinandertreffen zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg am 29. September 2017 griff eine zirka 150-köpfige vermummte Stuttgarter Ultragruppe einen Gästefanbus des SC Freiburg an.

Dabei gingen Fensterscheiben des Busses zu Bruch. Die Insassen aus dem Raum Freiburg konnten den Bus damals nur unter dem Schutz einer sofort hinzugezogenen Hundertschaft der Polizei verlassen. Daraufhin flüchtete ein Teil der Gruppierung wieder in Richtung des Stadions.

Empfindliche Geld- oder gar Bewährungsstrafen

Alle identifizierten Personen werden angezeigt und müssen mit empfindlichen Geld- oder gar Bewährungsstrafen rechnen. Bei den durchgeführten Kontrollen, die gegen 15.20 Uhr begannen, hat die Polizei insgesamt fast 150 Personen überprüft. 

Bei der groß angelegten Kontrolle beschlagnahmten die Einsatzkräfte Sturmhauben, die als Vermummungsmaterial dienen können und ein sogenanntes Einhandmesser. Pyrotechnik wurde nicht aufgefunden, jedoch zwei Päckchen mit Betäubungsmittel.

Gegen insgesamt fünf Personen verfügte die Freiburger Polizei nach dem sofortigen Informationsaustausch mit den Stuttgarter Kollegen ein Aufenthaltsverbot für die Stadt Freiburg.

Die Busse und ihre Fahrgäste konnten nach der Kontrolle gegen 18.15 Uhr weiter nach Freiburg fahren.Rund 2.300 Fans unterstützen den VfB Stuttgart im Breisgau. Ob die kontrollierten Anhänger, die erst gegen 18.15 Uhr abfahren konnten, noch rechtzeitig zum Anpfiff ankommen, ist unklar.