VfB Stuttgart

Siebtes Spiel ohne Sieg: Der VfB verliert gegen Bayer Leverkusen mit 2:4

Fußball Bayer 04 Leverkusen vs. VfB Stuttgart
Tat dem Spiel des VfB Stuttgart sichtlich gut, konnte die Niederlage in Leverkusen aber auch nicht verhindern: Mittelfeldspieler Atakan Karazor. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart hat sein Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen mit 2:4 verloren. Das Team von Trainer Pellegrino bot eine leidenschaftliche Vorstellung und präsentierte sich deutlich stabiler als gegen Eintracht Frankfurt. Trotz der besseren Spielanlage und klarer Dominanz der Bayer-Elf hielten die VfB-Profis die Partie lange offen. In einer wilden Schlussphase konnten sich der zweifache Torschütze Tiago Tomas (49./88.) und seine Mitspieler aber nicht belohnen. Florian Wirtz (86.) und Patrik Schick (89.) erstickten die Hoffnungen auf einen Gästepunkt. Es ist die bereits siebte Partie in Folge ohne einen Sieg für den VfB Stuttgart, die Lage im Tabellenkeller wird immer prekärer.

VfB hält stark dagegen, Leverkusen geht in Führung

Die Ausgangslage vor der Partie war klar: Bayer Leverkusen war als „Mannschaft der Stunde“ (O-Ton Matarazzo) klarer Favorit, zuletzt schenkten Patrik Schick und Co. Borussia Dortmund fünf Treffer ein. Der VfB hat nach sechs sieglosen Spielen in Folgen bereits vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, die Lage im Tabellenkeller wird immer prekärer. Zudem mussten die Schwaben in der Bay-Arena auf ihre Leistungsträger Sasa Kalajdzic und Waldemar Anton verzichten, auch Omar Marmoush fiel mit einer Corona-Infektion kurzfristig aus.

Ebenso klar wie die Ausgangslage war auch der Plan von Trainer Pellegrino Matarazzo: tief stehen, Zweikämpfe führen, den Ball gewinnen und dann blitzschnell umschalten. Mit Tomas, Silas und Führich hatte der VfB dafür das nötige Tempo in der Spitze, mit Karazor den Abräumer vor der Viererkette. Zunächst einmal mussten sich die Schwaben aber dem Druck des Heimteams entgegenstellen, die Bayer-Elf übernahm wie zu erwarten von Beginn an das Kommando. Patrik Schick setzte mit einem Schuss an den Außenpfosten das erste Ausrufezeichen (13.).

Erst in der 20. Minute blitze die Stuttgarter Gefahr das erste Mal auf. Silas eroberte den Ball und lief mit viel Tempo auf die Abwehrreihe zu. Sein Steckball erreichte Chris Führich, der Stuttgarter Angreifer ging aber zu unentschlossen und zu harmlos zum Ball – Chance vertan. Nur sieben Minuten später kamen die Schwaben erneut gefährlich vors Tor. Tiago Tomas kam nach einem Führich-Ballgewinn aus halblinker Position zum Abschluss. Sein Schuss klatschte ans Aluminium, das hätte die Gäste-Führung sein können.

Trotz der Stuttgarter Nadelstiche spielte die Bayer-Elf weiter unbeirrt ihren Stiefel herunter, nach rund 35 Minuten hatten Florian Wirtz und Co. 75 Prozent (!) Ballbesitz. Da die Stuttgarter aber leidenschaftlich verteidigten, fehlten die wirklich großen Torchancen. Der Matarazzo-Plan ging bis zur 41. Minute auf, doch dann stellte das Heimteam auf 1:0. Moussa Diaby konnte weder von Mavropanos noch Ito gestoppt werden, im zweiten Versuch schlenzte er den Ball ins lange Eck. Für den VfB nach einem bis dato guten Auswärtsspiel eine bitterer Rückschlag zur Pause.

Wilde Anfangsphase in Halbzeit zwei - Wirtz sorgt für die Entscheidung

Die zweite Hälfte startete aus Stuttgarter Sicht zunächst optimal. Nach einem blitzsauberen Konter über Führich und Mangala kam Tiago Tomas aus halblinker Position zum Abschluss. Der Neuzugang schloss zielsicher ins kurze Eck ab und konnte auf 1:1 stellen (49.). Doch die Antwort der Bayer-Elf ließ nicht lange auf sich warten: Nur zwei Minuten später köpfte Amina Adli die Leverkusener nach einem Freistoß wieder in Führung (52.).

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Die Schwaben brauchten kurz, um sich von dem Adli-Treffer zu erholen, fanden dann aber wieder zurück in die Partie. Obwohl das Heimteam die bessere und reifere Spielanlage aufs Feld brachte, war die Matarazzo-Elf nicht chancenlos. Mit Alexis Tibidi und Tanguy Coulibaly brachte der VfB-Coach zwei weitere Tempospieler auf den Rasen und läutet die Schluss-Offensive ein. Die Schwaben gingen nun ein höheres Risiko ein, verloren dadurch aber ihre Kompaktheit.

Es entwickelte sich daher ein wilder Schlagabtausch. Zuerst bestrafte Bayer Leverkusen in der 86. Minute in Person von Florian Wirtz die Stuttgarter Sturmläufe, sein Kullerball landete zum 3:1 im langen Eck. Dann verkürzten die Stuttgarter nochmal auf 2:3: Nach einem abgefälschten Schuss von Alexis Tibidi stand Tiago Tomas goldrichtig und verkürzte in der 88. Spielminute auf 2:3. Doch kaum keimte die Hoffnung auf einen Punktgewinn auf, schlug die Bayer-Elf erneut eiskalt zu und stellte auf 2:4. Eine bittere Niederlage.

Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 4:2 (1:0)

Leverkusen: Hradecky - Frimpong (90.+1 Fosu-Mensah), Tapsoba, Hincapie, Bakker - Andrich (70. Palacios), Demirbay (70. Aranguiz) - Diaby (90.+1 Alario), Wirtz, Adli (74. Paulinho) - Schick

Stuttgart: Müller - Stenzel (84. Klimowicz), Mavropanos, Ito, Sosa - Karazor, Endo (71. Coulibaly), Mangala - Silas (59. Tibidi), Führich - Tomas

Tore: 1:0 Diaby (41.), 1:1 Tomas (49.), 2:1 Adli (52.), 3:1 Wirtz (86.), 3:2 Tomas (88.), 4:2 Schick (89.)

Schiedsrichter: Felix Brych (München)

Zuschauer: 10.000

Gelbe Karten: Demirbay, Andrich, Bakker / Stenzel, Mavropanos

Besondere Ereignisse: -