VfB Stuttgart

So arbeitet der neue Vereinsbeirat

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Knapp 1.500 Mitglieder kamen zur Mitgliederversammlung des Bundesligisten in die Halle 1 der Messe Stuttgart. © Danny Galm
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Rainer Weninger wurde am Montag einstimmig zum Vorsitzenden des Vereinsbeirates gewählt. © Pressefoto Baumann

Rainer Weninger ist ein Mann der Tat. „Nicht bruddeln, sondern mitmachen“, lautet des Motto des 52-jährigen Waiblingers. Im Dezember 2017 wurde er gemeinsam mit acht weiteren Mitgliedern in den Vereinsbeirat des VfB Stuttgart gewählt. Im Gespräch mit dem ZVW erklärt er, wie das neue Gremium arbeitet.

Der Geschäftsführer eines metallverarbeitenden Unternehmens in Waiblingen lebt in Hegnach und engagiert sich seit 30 Jahren ehrenamtlich bei seinem Heimatverein, dem SV Hegnach. Zudem sitzt Weninger im Beirat des Arbeitskreises „Waiblinger Sportvereine“, der vereinsübergreifend die Sportinfrastruktur der Waiblinger Vereine fördert.

Als Achtjähriger wurde er von seinem Vater zum ersten Mal mit ins Neckarstadion genommen – und schon war es um ihn geschehen. Dem VfB Stuttgart ist er über all die Jahre treu geblieben. Zunächst als Teenager im C-Block, mittlerweile als Business-Kunde. Seit 1994 ist er Mitglied.

2015 startete der damalige VfB-Präsident Bernd Wahler ein Projekt zum Thema Vereinsentwicklung und suchte dafür engagierte Mitglieder. Rainer Weninger sagte zu und wurde ein Jahr später von Präsident Wolfgang Dietrich angesprochen, ob er sich nicht in den neu geschaffenen Mitgliederausschüssen engagieren wolle.

Auch hier arbeitete Weninger mit und war deshalb einer der ersten Ansprechpartner, als es um eine Kandidatur für den neu geschaffenen Vereinsbeirat ging. Auf der Mitgliederversammlung im Dezember 2017 wurde er gemeinsam mit acht weiteren Kandidaten für vier Jahre gewählt.

Berater für das Präsidium, aber kein Einfluss auf die Profiabteilung

Im Gremium, so Weninger, seien fast alle Altersgruppen, Fanschichten und verschiedene Berufssparten abgebildet. Im Januar traf sich der Vereinsbeirat zu seiner konstituierenden Sitzung und wählte einen Vorstand (Wolf-Dietrich Erhard) und eine Stellvertreterin (Claudia Maintok). Im Sechs- bis Acht-Wochen-Rhythmus soll der Beirat künftig zusammenkommen und satzungsgemäße Aufgaben wahrnehmen.

„Wir kümmern uns nicht darum, welchen Stürmer der VfB als Nächstes verpflichtet“, schmunzelt Weninger. Der Vereinsbeirat kümmert sich um Ehrungen und berät das VfB-Präsidium um Präsident Wolfgang Dietrich, Thomas Hitzlsperger und Bernd Gaiser.

Zudem muss der Rat den Finanzplan des Vereins genehmigen und schlägt das künftige Präsidium – auch den Präsidenten – zur Wahl vor. Auf die AG, also die Profiabteilung bis hinunter zur U-17-Mannschaft, hat das neunköpfige Gremium keinen Einfluss. „Da gibt es eine klare Trennung“, so Weninger.

Den Einfluss der Mitglieder gewahrt

Den Vereinsbeirat begreift er als „Sprachrohr“ der Basis im zweithöchsten Gremium des Vereins. Bei den Vereinsbeirats-Sitzungen ist immer mindestens ein Präsidiumsmitglied anwesend. Umgekehrt hat der Vorsitzende des Vereinsbeirats das Recht, an den Präsidiumssitzungen teilzunehmen. „Dadurch bekommen wir immer ungefiltert Informationen“, sagt Weninger.

Den Einfluss der rund 60 000 Mitglieder auf den Verein sieht Weninger auf diese Weise gewahrt – und im Vergleich zu den letzten Jahren sogar gesteigert: „Der Ehren- und der Aufsichtsrat ist früher als Listenwahl vorgestellt und dann bei der Mitgliederversammlung abgesegnet worden. Heute kann sich jedes Mitglied, dass die Voraussetzung gemäß Satzung erfüllt, für den Vereinsbeirat aufstellen lassen.“

"In den nächsten vier Jahren kann etwas erarbeitet werden"

Den VfB sieht er insgesamt auf einem guten Weg. „Alle Gremien wurden bei der letzten Mitgliederversammlung für vier Jahre neu gewählt. In den nächsten vier Jahren kann etwas erarbeitet werden. Das tut dem Verein gut“, findet Weninger.

„An vielen wichtigen Stellen im Verein ist kontinuierliche Arbeit und Nachhaltigkeit möglich.“ Der Vereinsbeirat sollte zunächst seine satzungsgemäßen Aufgaben „ordentlich machen“ und darüber hinaus in Beratungsthemen aktiv werden.

Laut Satzung wäre der Beirat auch das Gremium, welches – sollte es vereinsbezogene Streitigkeiten zwischen Mitgliedern und oder gar innerhalb des Präsidiums geben – eine moderierende Funktion einnimmt. So weit soll es aber gar nicht erst kommen. „Der Vereinsbeirat ist auch ein bisschen das Gewissen des Vereins und kann durch seine beratende Funktion Einfluss auf das Präsidium nehmen.“


Der VfB-Vereinsbeirat

Der Vereinsbeirat hat den in der seit Juli 2017 geltenden Vereinsstruktur den Aufsichts- und Ehrenrat abgelöst.

In drei Themenbereiche teilen sich die neun Mitglieder die Aufgaben des Vereinsbeirats:

  • Sport und Verein: Wolf-Dietrich Erhard, Hans H. Pfeifer, Dieter Göggel
  • Mitglieder und Fans: James Bührer, Claudia Maintok, Rainer Weninger
  • Wirtschaft und Gesellschaft: André Bühler, Hubert Mörk, Christof Seeger