VfB Stuttgart

Später Schock in Köln: Der VfB Stuttgart überwintert auf dem Relegationsplatz

Fußball  1.FC Köln vs. VfB Stuttgart
Modeste, wer sonst? Als alle schon mit einer Nullnummer rechnen, schlägt der Kölner Torgarant wieder einmal zu. © Pressefoto Baumann

Torhüter Florian Müller hatte eine Krawatte. „Wir haben ein ganz wildes, schlimmes Spiel gemacht“, schimpfte der Schlussmann des VfB Stuttgart nach der letzten Partie des Jahres gegen den 1. FC Köln. Wenige Minuten zuvor hatte er tatenlos mit ansehen müssen, wie Kölns Knipser Anthony Modeste im Sechzehner unbedrängt zum Kopfball kam und den Ball technisch anspruchsvoll in seinem Kasten unterbrachte. Dabei waren in der 89. Minute gleich drei VfB-Verteidiger um den Franzosen postiert gewesen. 

„Das darf nicht passieren, wir stehen drei gegen einen“, grummelte auch Abwehrchef Waldemar Anton. Zum Abschluss der Hinrunde gab es so für die Schwaben einen späten Schock. Aufgrund der 0:1-Niederlage im Rhein-Energie-Stadion verbringen die Stuttgarter das Weihnachtsfest auf dem Relegationsrang. Arminia Bielefeld auf dem ersten direkten Abstiegsplatz liegt nur einen Zähler hinter dem VfB. Die Lage nach 17 Punkten aus den ersten 17 Saisonspielen ist bedrohlich. Trainer Pellegrino Matarazzo gibt sich kämpferisch: „Wir haben immer wieder gezeigt, dass wir uns rauskämpfen können.“ 

Nach 0:5 gegen Bayern: Zwei Wechsel in der VfB-Startelf

Seine Startelf hatte der Stuttgarter Cheftrainer im Vergleich zur 0:5-Klatsche gegen den FC Bayern lediglich auf zwei Positionen verändert: Für Marc Oliver Kempf (Bank) und Atakan Karazor (Erkältung) bekamen Mateo Klimowicz und Chris Führich eine Chance von Anfang an. Auf Seiten der Kölner hatte Steffen Baumgart die gleiche Startelf wie in der Vorwoche beim 3:2 gegen den VfL Wolfsburg auf den Rasen geschickt. Und dem VfB zollte der FC-Coach vorab trotz der jüngsten Pleite großen Respekt: „Über die Qualität von Stuttgart müssen wir nicht reden. Wir wissen, was auf uns zukommt.“

Zwei irreguläre FC-Tore in der Anfangsphase

Daher dürfte die Kölner die bekannte schwäbische 3-4-1-2-Grundordnung kaum überrascht haben. Die Anfangsphase gehörte dann auch den Kölner, die den Ball direkt zweimal im Stuttgarter Kasten unterbrachten, beide Male aber zurecht von Schiedsrichter Bastian Dankert zurückgepfiffen wurden (3./10.). Unter dem hohen Flankendruck wackelte die VfB-Abwehr zunächst bedenklich. Während der FC klar und strukturiert den Weg nach vorne suchte, agierten die Schwaben zu zaghaft in der Defensive und zu uninspiriert in der Offensive.

Doch nach 30 Minuten arbeiteten sich Mangala und Co. besser ins Spiel. Eine bessere Raumaufteilung und eine griffigere Zweikampfführung stabilisierten das Stuttgarter Spiel merklich. In der Offensive ging jedoch weiter wenig zusammen. Es fehlte vor allem an Durchschlagskraft in den direkten Duellen. Eine klare Torchance bekamen die VfB-Fans von ihrer Mannschaft in den ersten 45 Minuten nicht präsentiert.

VfB verteidigt leidenschaftlich, aber Köln findet die Lücke

Daran änderte sich zunächst auch im zweiten Durchgang nichts. Da allerdings beide Teams stets um eine spielerische Lösung bemüht waren, entwickelte sich dennoch eine ansehnliche und abwechslungsreiche Bundesliga-Partie. Einzig die beiden Torhüter mussten nur selten ins Spielgeschehen eingreifen. Mit einem Dreifachwechsel in der 56. Minute versuchte FC-Coach Baumgart schließlich, das ausgeglichene Duell auf die Seite der Rheinländer zu ziehen. Und mit frischen Kräften auf dem Platz übernahmen die Gastgeber fortan mehr und mehr das Kommando.  

Doch der VfB verteidigte leidenschaftlich und ordentlich gestaffelt das eigene Tor. Was den Stuttgartern fehlte, war die Entlastung über Konter. Kaum war einmal ein Ball gewonnen, war er aufgrund einer Unkonzentriertheit auch schon wieder weg. Um seiner wankenden Elf wieder mehr Stabilität zu verleihen, reagierte vor der Schlussphase auch VfB-Trainer Matarazzo mit einer dreifachen Auswechslung (71.). Letztlich brachten die Gäste das 0:0 aber nicht über die Ziellinie. In der 89. Minute nutze FC-Knipser Anthony Modeste eine Unachtsamkeit in der VfB-Hintermannschaft und köpfte zum späten Kölner Siegtreffer ein – und traf den VfB damit ins Mark.

1. FC Köln - VfB Stuttgart 1:0 (0:0)

Köln: Schwäbe - Schmitz, Hübers, Czichos (86. Kilian), Hector - Özcan - Kainz (71. Schindler), Duda (56. Uth), Schaub (56. Horn) - Andersson (56. Thielmann), Modeste

Stuttgart: Müller – Ito, Anton, Mavropanos – Coulibaly (89. Faghir), Endo, Mangala, Führich (79. Stenzel) - Förster (71. Nartey), Klimowicz (71. Silas) - Marmoush (71. Tibidi)

Tore: 1:0 Modeste (89.)

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Zuschauer: 15.000

Gelbe Karten: Hector, Kainz, Thielmann / Marmoush