VfB Stuttgart

Spätes 1:0 im DFB-Pokal beim SC Paderborn: Wie Deniz Undav den VfB erlöst hat

Deniz Undav erlöst den VfB: Nach seinem späten Siegtreffer in Paderborn lässt sich der Stürmer von seinen Kollegen feiern.
Deniz Undav erlöst den VfB: Nach seinem späten Siegtreffer in Paderborn lässt sich der Stürmer von seinen Kollegen feiern. © Swen Pförtner

Paderborn. Der VfB Stuttgart hat sich mit großer Mühe ins Achtelfinale des DFB-Pokals gerettet. Beim SC Paderborn gewann der Vorjahresfinalist am Mittwochabend mit 1:0, Kapitän Deniz Undav traf in der ersten Minute der Nachspielzeit. Es war ein Happy End für eine Mannschaft, die nach dem 2:3 gegen Borussia Mönchengladbach dringend eine Antwort gesucht hatte – und lange nicht danach aussah, als hätte sie eine parat.

„Ärmel hochkrempeln, nach vorn schauen und in den Kampfmodus gehen“, hatte Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Rückschlag in der Bundesliga gefordert. In Paderborn wurde daraus zunächst vor allem ein Kampf gegen die eigene Unsicherheit. Der VfB begann fahrig, verlor Bälle und fand gegen das aggressive Pressing der Ostwestfalen kaum einen geordneten Weg nach vorn. Dass Fabian Bredlow anstelle von Dennis Seimen im Tor stand, erwies sich früh als Glücksfall: Schon in der vierten Minute parierte er gegen den frei durchgebrochenen Zeitler, kurz darauf köpfte Pieringer an den Pfosten. Nach nicht einmal zehn Minuten stand es 5:0 nach Torschüssen für Paderborn. Der VfB war mit dem Glück im Bunde, aber noch lange nicht im Spiel.

Erst nach und nach fand der VfB besseren Zugriff

Auch danach blieb Stuttgart zunächst erstaunlich passiv. Bredlow musste erneut gegen Zeitler retten, während die Offensive kaum mehr als ein zaghaftes Lebenszeichen durch Jamie Leweling zustande brachte. Hoeneß lief an der Seitenlinie auf und ab, suchte Einfluss auf eine Mannschaft, deren Ordnung und Selbstvertrauen sichtbar brüchig waren. Erst nach und nach fand der VfB besseren Zugriff. Die Partie wurde zerfahrener, die Zweikämpfe intensiver, die klaren Chancen seltener.

Dann kam die Szene, die dem Spiel eine neue Richtung gab: Laurin Curda, bis dahin einer der auffälligsten Paderborner, grätschte Bilal El Khannouss in der 37. Minute in der Nähe der Stuttgarter Eckfahne übermotiviert ab. Die Rote Karte war folgerichtig. Plötzlich hatte der VfB nicht nur mehr Platz, sondern auch die Aussicht, die Kräfteverhältnisse noch zu seinen Gunsten zu verschieben. Kurz vor der Pause setzte Maximilian Mittelstädt mit einem Distanzschuss ans Kreuzeck ein erstes Ausrufezeichen.

Nach dem Seitenwechsel übernahm Stuttgart erwartungsgemäß die Kontrolle. Paderborn zog sich mit zehn Mann zurück, der VfB schob an und suchte die Lücke. Doch aus der Überzahl wurde lange keine Überlegenheit, die sich auch in Toren ausdrückte. Es fehlten Tempo, Ideen und Präzision. Die Flanken häuften sich, die Durchbrüche nicht. Auch die Einwechslungen von Chris Führich und Luca Jaquez änderten zunächst wenig am Bild.

SCP-Keeper Schubert dreimal Sieger gegen Demirovic

Dabei bot sich dem VfB gleich zweimal die große Chance zur Führung. In der 66. Minute schickte Undav Ermedin Demirovic mit einem feinen Pass in die Tiefe, doch der Angreifer scheiterte frei vor dem Tor an Keeper Schubert. Zwei Minuten später lief die Szene fast identisch ab – wieder Undav als Vorbereiter, wieder Demirovic als Abnehmer, wieder Schubert als Sieger. Der Paderborner Torhüter hielt seine Mannschaft im Spiel, während Stuttgart zusehends nervöser wurde. Selbst ein falscher Einwurf von Leweling in der 86. Minute passte ins Bild eines Abends, an dem vieles schwerer ging als nötig.

Demirovic bekam noch eine dritte Gelegenheit, doch Schubert parierte auch seinen Kopfball in der 87. Minute stark. Die Verlängerung rückte näher, und mit ihr die Aussicht auf weitere 30 Minuten, die der VfB angesichts des engen Spielplans gern vermieden hätte. Hoeneß trieb seine Mannschaft inzwischen beinahe heiser nach vorn. Dann, in der ersten Minute der Nachspielzeit, kam doch noch der Moment der Erlösung: Führich legte auf, Undav traf. Dann war Schluss. Der VfB ist weiter, und das zählt im Pokal zunächst einmal. Eine überzeugende Reaktion auf die Gladbach-Pleite war das lange nicht. Aber immerhin eine, die am Ende den Unterschied machte: Stuttgart blieb hartnäckig, bis sich die Tür ins Achtelfinale doch noch öffnete.

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