VfB Stuttgart

Stevens spielt Tabellensituation runter - Doll und Heldt unter Druck

Horst Heldt
96-Manager Horst Heldt über die Situation im Abstiegskampf: "Unser Ziel ist, vor dem letzten Spieltag noch alles in der eigenen Hand zu haben." © dpa

Gelsenkirchen/Hannover/Stuttgart. Beim FC Schalke 04 geht die Angst vor dem Abstieg um. Eine Niederlage beim Tabellenvorletzten Hannover 96 am Sonntag würde den tief gestürzten Meisterschaftszweiten der Vorsaison noch mehr in den Sog nach unten ziehen. Markus Weinzierl und der VfB Stuttgart hoffen derweil auf ein Endspiel gegen die Schalker am letzten Spieltag.

Es ist eine abgedroschene Fußball-Phrase. Doch wenn Hannover 96 und der FC Schalke 04 aufeinandertreffen, ist die Formulierung "Verlieren verboten" angebracht. Der Abstiegskampf treibt den Trainern Thomas Doll und Huub Stevens die Sorgenfalten in die Gesichter: Die Niedersachsen haben in der Bundesliga-Rückrunde bislang acht von neun Spielen verloren, und auch die Schalker haben zuletzt acht Pflichtbegegnungen nacheinander nicht gewonnen - bei einer Besorgnis erregenden Tordifferenz von 5:25.

Letzte Chance für Hannover?

Da hilft beiden Vereinen am Sonntag (15.30 Uhr) nur eines: ein Sieg. Für Dolls 96er bei Tabellenplatz 17, 14 Punkten und dem Negativwert von 61 Gegentreffern ist er ein unabdingbares Muss, um die nahezu letzte Chance auf den Verbleib in der Erstklassigkeit wahren zu können. Bei den Gelsenkirchenern ist die Konstellation gleichfalls fatal: 23 Zähler sind nur drei mehr als die Ausbeute des VfB Stuttgart auf Relegationsplatz 16.

Hannover weist nach 26 Begegnungen die schlechteste Bilanz seiner Erstliga-Historie auf, bei S04 ist es die schwächste seit 36 Jahren. Und das macht "Jahrhunderttrainer" Stevens durchaus Angst: "Natürlich denkt man darüber nach. Aber Angst ist der falsche Ratgeber", sagte der Niederländer dem kicker - und versuchte, die Bedeutung des Duells herunterzuspielen. "Die Tabelle ist nicht jetzt wichtig, sondern am 34. Spieltag", betonte der 65 Jahre alte Niederländer am Freitag.

Schalkes spanischer Mittelfeldmann Omar Mascarell forderte unter diesen misslichen Voraussetzungen sich und seine Kollegen auf, in Hannover "wie die Tiere zu kämpfen." Denn ein dreifacher Punktgewinn wäre vor allem mental eminent bedeutungsvoll, meinte der 26-Jährige: "Ein Sieg wäre auch gut für den Kopf" - auf diesen befreienden Effekt warten die Schalker schon viel zu lang.

Horst Heldt: "Man braucht einen langen Atem"

Hannover könnte mit einem Erfolg den Rückstand auf Schalke auf sechs Punkte verkürzen. "Ich habe schon vor längerer Zeit gesagt: Man braucht einen langen Atem. Wer das nicht kapiert, hat keine Ahnung", sagte 96-Manager Horst Heldt über die Situation im Abstiegskampf. "Unser Ziel ist, vor dem letzten Spieltag noch alles in der eigenen Hand zu haben. Wer die Geduld verliert, der gibt schon vor dem 27. Spieltag die Hoffnung auf. Aber wir sind die Letzten, die die Hoffnung aufgeben."

Zur Brisanz des Duells mit Schalke gehört allerdings auch, dass es möglicherweise schon das letzte für die beiden sportlichen Verantwortungsträger sein könnte. Nach Berichten der Bild-Zeitung und des Sportbuzzers drohen Doll und Heldt im Falle einer weiteren Niederlage schon in der kommenden Woche ihre Jobs zu verlieren.

Markus Weinzierl hofft auf ein Endspiel am 34. Spieltag

VfB-Coach Markus Weinzierl hat derweil mit dem Blick auf das Duell der Schalker (15. Tabellenplatz) mit Hannover 96 (17.) und das Heimspiel der Nürnberger (18.) gegen den FC Augsburg (14.) einen ganz einfachen Wunsch: "Machen wir zwei Unentschieden und wir gewinnen. Das wäre doch die beste Lösung."

Das Ziel für die verbleibenden acht Spiele formulierte der Straubinger am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel seiner Mannschaft in Frankfurt (Sonntag / 18 Uhr) noch einmal klar: "Wir haben in den nächsten Wochen entscheidende Spiele. Es ist alles möglich. Wir haben es in der eigenen Hand, am letzten Spieltag ein Endspiel auf Schalke zu erzwingen. Das ist unser großes Ziel."


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