VfB Stuttgart

Stiftungsspieltag: Warum der VfB Stuttgart gegen Bremen im Sondertrikot aufläuft

Von links: Barbara Bosch (Präsidentin des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg), Alexander Wehrle (Vorstandsvorsitzender des VfB
Von links: Barbara Bosch (Präsidentin des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg), Alexander Wehrle (Vorstandsvorsitzender des VfB) und Verena Laich (Leiterin Sponsoring der LBBW) © Danny Schöckle

Stuttgart. Alexander Wehrle muss nicht lange überlegen, wenn er erklären soll, warum ihm das Engagement des Deutschen Roten Kreuzes wichtig ist. Vor mehr als 30 Jahren absolvierte der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart seinen Zivildienst beim DRK-Kreisverband Ludwigsburg. „Da habe ich gemerkt, wie wichtig das ist. Das sind Säulen unserer Gesellschaft. Allerhöchsten Respekt“, sagt Wehrle. Am Samstag beim Heimspiel gegen Werder Bremen bekommt dieses Engagement eine besondere Bühne: Der VfB läuft in einem Sondertrikot auf, auf dessen Brust das DRK anstelle des Hauptpartners zu sehen ist.

Es ist der Höhepunkt einer Jahrespartnerschaft zwischen der VfB-Stiftung und dem Deutschen Roten Kreuz. Rund 400 Vertreterinnen und Vertreter der Stiftungsprojekte sind zum Heimspiel eingeladen. Für Wehrle geht es dabei um mehr als eine symbolische Geste. „Ein gebündelter Stiftungsspieltag sorgt für die notwendige Aufmerksamkeit. Was wir bewirken wollen, ist, Themen zu setzen, unsere vielen Fans zum Nachdenken anzuregen.“ Der Leitgedanke in diesem Jahr lautet: „Helfen kann jeder.“ Die entscheidende Frage sei: „Wann haben wir zuletzt geholfen?“

Große Blutspendeaktion in der Arena des VfB Stuttgart

Nach Kooperationen mit dem Nabu und dem Krebsverband steht nun das DRK im Mittelpunkt. Im August hatte es bereits eine große Blutspendeaktion in der MHP-Arena gegeben. „Das hat eine große Aufmerksamkeit nach sich gezogen“, sagt Wehrle. Er kann sich vorstellen, daraus eine feste Einrichtung zu machen: „Es sollte genauso wie es 17 Heimspiele im Jahr gibt jedes Jahr auch eine große Blutspendeaktion geben.“

Auch andere Projekte gehören zur Partnerschaft. Der VfB unterstützt die Erste-Hilfe-Ausbildung an Schulen, am Samstag wird zudem der Hitze- und Kältebus des Vereins an das DRK übergeben. „Wir haben eine Verantwortung den Menschen gegenüber, die kein Obdach haben. Gerade in diesem Sommer haben wir gesehen, wie wichtig das ist“, sagt Wehrle. Gesellschaftliche Verantwortung soll dabei nicht nur ein Thema für den Spieltag bleiben. VfB-Mitarbeiter bekommen laut Wehrle ein Prozent ihrer Arbeitszeit für ehrenamtliches Engagement zur Verfügung gestellt.

Dass der Hauptpartner für das Sondertrikot auf seine gewohnte Sichtbarkeit auf der Brust verzichtet, ist für Wehrle keine Selbstverständlichkeit. „Ein tolles Statement“, sagt er. Verena Laich, Leiterin Sponsoring der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), sieht darin einen Ausdruck der Partnerschaft: „Unsere Partnerschaft macht mehr aus als ein Logo auf einem Trikot. Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dem DRK diese Reichweite zu ermöglichen.“

63.000 DRK-Ehrenamtliche in Baden Württemberg

Auch Barbara Bosch, Präsidentin des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg, betont, dass die Zusammenarbeit auf einer langen Verbindung aufbaut. „Wir starten nicht neu. Wir sind seit vielen Jahrzehnten Partner.“ Kein Heimspiel des VfB komme ohne die ehrenamtlichen DRK-Mitarbeiter aus, die dort ihren Dienst leisten. Die Jahrespartnerschaft solle dieses Engagement stärker ins Bewusstsein rücken. In Baden-Württemberg sind nach ihren Angaben 63.000 Menschen ehrenamtlich für das DRK tätig.

Bosch wirbt dafür, sich selbst einzubringen – sei es durch Blutspenden oder Erste-Hilfe-Kurse, die nicht nur für den Führerschein absolviert werden sollten. Die Aktion in der Arena sei ein großer Erfolg gewesen. „Viele kamen auch mit ihren VfB-Trikots und waren stolz.“ Ihr Dank gilt dem Verein und der LBBW, die den Brustring freiräumt. Wehrle wiederum betont, dass die Partnerschaft nicht mit dem Jahreswechsel enden soll: „Eine Jahrespartnerschaft hört bei uns nicht am 31.12. auf. Sie soll kontinuierlich fortgesetzt werden.“

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