VfB Stuttgart

Sturm-Sorgen beim VfB Stuttgart: Wieso Hamadi Al Ghaddioui zum großen Hoffnungsträger wird

Hamadi Al Ghaddioui
Vor ein paar Wochen (hier im Trainingslager in Kitzbühel) dachte Stürmer Hamadi Al Ghaddioui noch nicht, dass er Ende August Stammspieler im Kader des VfB Stuttgart ist. © Danny Galm

Vom Ersatz zum Stammspieler: Stürmer Hamadi Al Ghaddioui steht plötzlich und unerwartet im Fokus. Weil die personelle Lage in der Offensive des VfB Stuttgart weiter extrem angespannt ist, steht der 30-Jährige auch im Landesduell mit dem SC Freiburg an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) aller Wahrscheinlichkeit nach in der Startelf. Der ursprünglich als Backup vorgesehene Al Ghaddioui nimmt beim VfB in dieser noch jungen Saison der Fußball-Bundesliga eine unerwartet zentrale Rolle ein. Und belohnt die Schwaben damit auch ein bisschen für das Vertrauen, das sie dem Angreifer in der Sommerpause entgegenbrachten.

Verletzungen von Kalajdzic und Sankoh: Al Ghaddioui rückt in den Fokus

Er sei «sehr glücklich», sagte der Angreifer, als er seinen Vertrag beim VfB Mitte Juni bis 2022 verlängerte. Nach einer Saison voller Verletzungspech, in der er wegen einer Schambeinentzündung und eines Syndesmosebandanrisses letztlich nur auf sechs Liga-Kurzeinsätze kam, war der 30-Jährige wohl selbst nicht davon ausgegangen, zeitnah einen Stammplatz in Stuttgart zu ergattern.

Und wären neben Topmann Sasa Kalajdzic (Schulter-OP) nicht noch etliche weitere Offensivleute verletzt, hätte Al Ghaddioui den derzeit wohl auch nicht. Beim 5:1 gegen Fürth am ersten Spieltag, bei dem er auch ein Tor erzielte, deutete der Routinier aber an, dass er mehr als ein Notnagel sein kann.

«Ich war von Anfang an froh, dass wir ihn behalten konnten», sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo am Donnerstag, «nicht aufgrund der aktuellen Situation». Al Ghaddioui passe «super in unsere Gruppe», betonte der Coach, «nicht nur von seiner Spielstärke und seinem Profil her, sondern auch von seiner Persönlichkeit».

Der neue VfB-Backup: Sven Schicklock

Und es gehe ja auch immer um eine «Balance in der Kaderstruktur». Dürfte heißen: Natürlich war Kalajdzic als Stürmer Nummer eins eingeplant. Doch Al Ghaddioui sollte durchaus Druck machen, den Österreicher hin und wieder entlasten und die vielen jungen Teamkollegen mitanführen.

Nun, wo Kalajdzic und die ebenfalls verletzten Chris Führich, Momo Cissé und Mohamed Sankoh fehlen, ist Al Ghaddioui der gefragteste Mann im Angriff - zumindest solange noch kein externer Ersatz verpflichtet ist. In die Rolle des Backups schlüpfte unter der Woche dafür ein anderer: Sven Schipplock.

Der 32-Jährige, der im Sommer von Arminia Bielefeld zurückgekehrt ist, war beim VfB eigentlich nur noch für die Regionalliga-Mannschaft eingeplant. Aktuell trainiert er aber bei den Profis mit. Ob der Schwabe am Samstag in deren Kader steht und als Joker womöglich sogar eingesetzt wird, ließ Matarazzo offen. Mit den ersten Eindrücken von Schipplock war er jedoch zufrieden.