VfB Stuttgart

Tapetenwechsel für die Trendwende: Der VfB beschwört den Geist von Marbella

Fußball VfB Stuttgart Trainingslager in Marbella
Neben der historischen Harmlosigkeit vor dem Tor sollen in Marbella auch die konditionellen Rückstände der vielen Rekonvaleszenten und taktische Defizite behoben werden. © Pressefoto Baumann

Ein sechstägiges Trainingslager in Spanien soll dem VfB Stuttgart bei der Lösung seiner vielen Probleme helfen. Sowohl im taktischen als auch im körperlichen Bereich wartet viel Arbeit auf die Spieler. Die scheinen eine Luftveränderung dringend nötig zu haben.

Sportliche Talfahrt in den letzten Wochen

Zumindest für ein paar Tage ist der VfB seinen alltäglichen Abstiegssorgen entflohen. Bis zum kommenden Freitag (28.01.) hat sich der Fußball-Bundesligist in Marbella einquartiert. Das Trainingslager in Südspanien soll ein Wendepunkt werden nach der sportlichen Talfahrt der Schwaben in den vergangenen Wochen. Ein Neustart dieser bis dahin so verkorksten Saison. 14 Spiele warten danach noch auf das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo, in denen der erneut Absturz in die zweite Liga noch verhindert werden soll.

Die Reise ist angesichts weltweit steigender Corona-Zahlen durchaus bemerkenswert - mit Blick auf den alarmierenden Zustand, in dem sich der Tabellenvorletzte zuletzt präsentierte, sicher aber auch nachvollziehbar. «Wir haben natürlich abgewogen, ob es Sinn ergibt oder nicht. Unsere Experten haben uns Grünes Licht gegeben, weil wir sozusagen in eine Bubble reinfliegen», hatte Trainer Matarazzo bereits vor dem Abflug der Chartermaschine am Sonntag (23.01.) erklärt.

«Wir wissen 24 Stunden lang, wo unsere Spieler sind»

Auf der Trainingsanlage an der Costa del Sol, die die Schwaben schon aus der Winterpause der Aufstiegssaison 2019/2020 kennen, arbeiten aktuell auch die Profis von Lokomotive Moskau mit Ex-VfB-Jugendcoach Markus Gisdol. Kontakt haben die Stuttgarter abgesehen vom Hotelpersonal aber zu niemandem, stattdessen auch eigene Essensräume. Das Camp könnte mit Blick auf die Infektionsgefahr sogar sicherer sein als das heimische Umfeld, glaubt Matarazzo. «Wir wissen 24 Stunden lang, wo unsere Spieler sind», sagte der 44-Jährige.

Die Reise nach Spanien ist kein reiner Aktionismus, sondern schon länger geplant gewesen. Mit Blick auf den schwachen Rückrundenstart der Stuttgarter wirkt sie aber wie eine Flucht. Wie ein letzter Versuch, sich aus dem Abwärtsstrudel, in den sie hineingeraten sind, zu befreien. Seit fünf Liga-Spielen ist der VfB nun sieg- und torlos - ein Vereinsnegativrekord. Es scheint, als bräuchten die zunehmend verunsichert wirkenden Spieler dringend diese Luftveränderung. Diesen neuen Reiz. Diesen Tapetenwechsel für die Trendwende.

Eine «Overload-Woche» für das Team

Neben der historischen Harmlosigkeit vor dem Tor sollen in Marbella auch die konditionellen Rückstände der vielen Rekonvaleszenten und taktische Defizite behoben werden. Eine «Overload-Woche» werde das, so Matarazzo. Mit einem abschließenden Testspiel gegen FK Rostow am Freitag. Mit reichlich Arbeit, aber auch etwas Teambuilding. Man wolle auch mal ein Bier zusammen trinken, kündigte der Coach an. «Ich glaube, es tut unserer Gruppe sehr gut, ein paar Stunden zusammen zu verbringen, über die Situation zu quatschen und zusammenzuwachsen.»

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Natürlich wolle er dann aber auch «einen Effekt sehen in den nächsten Wochen.» In denen die Offensivkräfte Sasa Kalajdzic und Silas Katompa Mvumpa nach ihren langen Verletzungspausen endlich wieder zurück zur alten Form finden, die einen oder anderen der vielen Jungstars aber auch in Führungsrollen hineinwachsen sollen. Neben Kapitän Wataru Endo (mit Japan auf Länderspiel-Reise) fehlen in Marbella auch Verteidiger Borna Sosa (Zahn-Operation), Stürmer Omar Marmoush (mit Ägypten beim Afrika-Cup) und das langzeitverletzte Talent Mohamed Sankoh.

Der Rest des schon von so vielen gesundheitlichen Rückschlägen geplagten Kaders ist zusammen. «Vier oder fünf Wochen wären besser», sagte Sportdirektor Sven Mislintat unlängst über die Liga-Pause. «Die 14 Tage tun uns trotzdem gut.» Hoffen die Stuttgarter zumindest.

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