VfB Stuttgart

Teil I: Der Abstieg

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Hitzig, emotional und teilweise turbulent ging es auf der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart am Sonntag (9.10.) in der Schleyerhalle zu. © Danny Galm

Stuttgart.
Der Verein für Bewegungsspiele Stuttgart hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Vom Abstieg nach 39 Jahren in Deutschlands höchster Spielklasse, über einen radikalen Umbruch im gesamten Verein und einen neuen jungen Hoffnungsträger. In fünf Teilen werfen wir einen Blick zurück auf zwölf Monate voller Hoffnung, Verzweiflung, Aufbruchsstimmung, Zweifel und Zuversicht.

Teil I: Der Abstieg 

Das Jahr 2016 begann wie das alte Jahr geendet hatte, mit einem Sieg. Das Jahr 2015 hatte der VfB am 19. Dezember mit einem 3:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg beschlossen. Alexander Zorniger war im Sommer 2015 vom damaligen Zweitligisten RB Leipzig gekommen und wollte dem VfB einen neuen offensiven Spielstil verpassen. Doch der erhoffte Aufschwung blieb aus. Ganz im Gegenteil: Da die Schwaben nach neun Niederlagen aus den ersten 13 Spielen auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht waren, senkte VfB-Sportdirektor Robin Dutt im November 2015 nach einer 0:4-Heimniederlage gegen den FC Augsburg den Daumen und installierte zunächst U23-Trainer Jürgen Kramny als Interimslösung.

Kramnys undankbares Bundesliga-Premierenspiel bei Borussia Dortmund ging zwar „zornigerhaft“ mit 1:4 verloren, doch danach stabilisierte Jürgen Kramny die Mannschaft, holte zunächst zwei Remis zuhause gegen Bremen und in Mainz und feierte dann zum Hinrundenabschluss gegen den VfL Wolfburg den eingangs beschriebenen 3:1-Heimsieg.

Ein fulminanter letzter Bundesliga-Sieg

Im türkischen Belek bereitete der inzwischen zum Cheftrainer beförderte Jürgen Kramny, das Team auf die Rückrunde vor. Vom 15. Platz starteten die Wasenkicker mit einem 3:1-Erfolg in Köln in die Rückrunde und ließen dem Auftaktsieg drei weitere Dreier und ein Remis auf Schalke folgen. Nach zwei Rückschlägen zuhause gegen Hannover (1:2) und in Gladbach (0:4) feierte der VfB am 25. Spieltag der Saison 2015/16 einen fulminanten 5:1-Sieg im baden-württembergischen Derby gegen 1899 Hoffenheim.

Mit 31 Punkten auf dem elften Tabellenplatz schienen sich die Kicker mit dem roten Brustring auf einen aussichtsreichen Saisonendspurt einzuschießen. Was aber selbst die größten Pessimisten im Lager der VfB-Fans nicht  ahnen konnten war, dass der Sieg über die Nachbarn aus Nordbaden der letzte Bundesliga-Sieg für unbestimmte Zeit sein sollte. Nach dem Kantersieg über Hoffenheim schien der Abstiegskampf endgültig überwunden, mancher Fan schielte schon heimlich in Richtung Platz sieben, also in Richtung Europa. Kurzum: Die schwäbische Welt schien Anfang März 2016 in Ordnung.

Kein schwäbisches Fußballwunder

Zwei mickrige Pünktchen aus den letzten neun Saisonspielen, dazu schmerzhafte Niederlagen gegen die direkte Konkurrenz aus Augsburg (0:1) und Bremen (2:6) und ein desolater letzter Heimauftritt gegen den FSV Mainz 05 am vorletzten Spieltag (1:3) inklusive anschließendem Platzsturm einiger vemummter VfB Anhänger, brachten den VfB allerdings wieder zurück in den Abstiegsschlamassel. 

Am letzten Spieltag in Wolfsburg war schon ein mittelschweres Fußballwunder von Nöten, um dem schwäbischen Bundesligatanker ein weiteres Jahr in Deutschlands höchster Spielklasse zu bescheren. Doch das schwäbische Fußballwunder blieb aus. Mit 1:3 ging die Partie bei den „Wölfen“ verloren und der Verein für Bewegungsspiele musste nach 39 Jahren in der Bundesliga in die zweite Liga absteigen.