VfB Stuttgart

Teil II: Radikaler Umbruch

Co8F2NJWEAAdNpu.jpg_large_0
Neuzugang Tobias Werner mit VfB-Trainer Jos Luhukay © ZVW

Stuttgart.
Der Verein für Bewegungsspiele Stuttgart hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Vom Abstieg nach 39 Jahren in Deutschlands höchster Spielklasse, über einen radikalen Umbruch im gesamten Verein und einen neuen jungen Hoffnungsträger. In fünf Teilen werfen wir einen Blick zurück auf zwölf Monate voller Hoffnung, Verzweiflung, Aufbruchsstimmung, Zweifel und Zuversicht.


Der große VfB-Jahresrückblick:


Teil II: Radikaler Umbruch

Der Albtraum Abstieg war für den VfB Stuttgart im Mai 2016 bittere Realität geworden. Der Stuttgarter Abschied auf der Bundesliga kam allerdings wenig überraschend. In der Nachbetrachtung war es vielmehr ein Abschied mit Ankündigung: Zwölfter 2013, Fünfzehnter 2014, Vierzehnter 2015 und schließlich Siebzehnter 2016.

Der Abstieg als logische Konsequenz

Der VfB Stuttgart war im Mai 2016 an der Endstation seines vierjährigen Kampfes um den Verbleib in der Bundesliga angekommen. Der erste Abstieg seit 1975 war für den fünfmaligen deutschen Meister die logische Konsequenz einer Zeit, in der die Schwaben zu viele falsche Entscheidungen trafen und allzu sprunghaft auf ihren Abwärtstrend reagierten.

Acht Trainer hatten die Schwaben seit 2010 verschlissen. Dazu hatte die Vereinsspitze und die sportliche Leitung weder Fortüne noch Profil gezeigt. "Wir hatten in den letzten fünf Jahren eine Negativentwicklung, deren Tiefpunkt heute erreicht ist", bilanzierte Sportdirektor Robin Dutt nach der letzten Bundesligapleite in Wolfsburg.

Wahler weg, Kramny weg, Dutt weg

Bereits am 15. Mai, einen Tag nach der Niederlage in Wolfsburg, zog VfB-Präsident Bernd Wahler die Konsequenzen und verkündete seinen Rücktritt: „Es ist noch immer unfassbar, wir sind abgestiegen. Dafür übernehme ich die Verantwortung.“ Auch Trainer Jürgen Kramny musste direkt nach dem Abstieg seinen Hut nehmen. Einer, der aber unmittelbar nach dem Abstieg nicht hinwerfen wollte, war Sportdirektor Robin Dutt. Lange bleiben, das wurde allerdings auch schnell klar, durfte der Leonberger dann aber nicht.

Am 17. Mai, nur zwei Tage nach dem Wahler-Rücktritt, musste auch Robin Dutt gehen. Gleichzeitig verkündet der VfB Stuttgart, dass Jos Luhukay den Neustart in der zweiten Liga anleiten soll – der radikale Umbruch beim VfB war (fast) perfekt.

Radikaler Umbruch auch in der Mannschaft

Einen Nachfolger für Sportdirektor Robin Dutt konnte der Verein zunächst nicht präsentieren. Auch Anfang Juli 2016, fast 50 Tage nach dem Abstieg, war immer noch kein neuer Sportdirektor gefunden. Es dauerte bis zum 8. Juli, ehe die Stuttgarter mit Jan Schindelmeiser einen erfahrenen und gut vernetzten Sportdirektor präsentierten.

Und auch in der Mannschaft gab es einen radikalen Umbruch: Mit Timo Werner (Leipzig), Daniel Didavi (Wolfsburg), Lukas Rupp (Hoffenheim), Serey Die (Basel), Filip Kostic (Hamburg), Daniel Schwaab (Eindhoven), Martin Harnik (Hannover), Przemyslaw Tyton (La Coruna), Arianit Ferati (Hamburg), Artem Kravets (Kiew), Federico Barba (Empoli) und Jan Kliment (Brondby) kehrten dem VfB zwölf Spieler den Rücken.

Gleichzeitig heuerten aber auch elf Neuzugänge beim leckgeschlagenen einstigen Bundesligatanker VfB Stuttgart an: Marcin Kaminski (Posen), Jens Grahl (Hoffenheim), Jean Zimmer (Kaiserslautern), Anton Grgic (Zürich), Hajime Hosogai (Berlin), Tobias Werner (Augsburg), Hans Nunoo Sarpei (Accra), Takuma Asano (London), Carlos Mane (Lissabon) und Benjamin Pavard (Lille) kamen, um zusammen mit dem zweitligaerfahrenen Cheftrainer Jos Luhukay das Projekt „Direkter Wiederaufstieg“ anzugehen.