VfB Stuttgart

Thomas Hitzlsperger und der VfB: Rückblick auf eine turbulente Zeit

Thomas Hitzlsperger
Thomas Hitzlsperger, Vorstandsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG, spricht. © Marijan Murat

Thomas Hitzlsperger hat den VfB Stuttgart nicht nur sportlich geprägt, sondern auch im Management. Als Fußballer wurde er 2007 Meister, später dann Vorstandsvorsitzender der VfB-AG. Sein Ruf war exzellent - bis der Streit mit Präsident Claus Vogt eskalierte. Ein Rückblick auf die wichtigsten Etappen seiner Karriere mit dem Stuttgarter Traditionsklub.

Deutscher Meister: Nach seiner fußballerischen Ausbildung in der Jugend des FC Bayern München bestreitet Hitzlsperger seine ersten Profijahre bei Aston Villa in England, ehe er 2005 zum VfB wechselt - und 2007 deutscher Meister wird. Im letzten Saisonspiel gegen Energie Cottbus (2:1) erzielt der Linksfuß sein vielleicht wichtigstes Tor: Das zwischenzeitliche 1:1 mit einem Volleyschuss aus rund 25 Metern. Damit unterstreicht er auch seinen in der Premier League erworbenen Spitznamen „The Hammer“. Schon 2004 hatte er sein Debüt in der Nationalmannschaft gegeben, mit der er 2006 WM-Dritter und 2008 Vize-Europameister wird. 2010 verlässt er den VfB wieder, seine Karriere beendet er 2013 nach einem Engagement beim FC Everton.

Wir brauchen Ihre Zustimmung
Dieser Inhalt wird von YouTube bereit gestellt. Wenn Sie den Inhalt aktivieren, werden ggf. personenbezogene Daten verarbeitet und Cookies gesetzt.
Mehr erfahren

TV-Experte: Danach arbeitet Hitzlsperger bis Februar 2019 als Fußballexperte für das Fernsehen. Zunächst ist er im ZDF zu sehen, später analysiert und kommentiert er für die ARD. Dabei kommt er unter anderem bei der WM 2018 in Russland zum Einsatz und überzeugt als sachkundiger und eloquenter Fachmann.

Rückkehr zum VfB: Nach seiner Profikarriere kehrt Hitzlsperger 2016 als Berater des Vorstands nach Stuttgart zurück. Nachdem er ehrenamtliches Mitglied des Präsidiums und Direktor des Nachwuchsleistungszentrums gewesen ist, befördert ihn der Verein im Februar 2019 zum Sportvorstand. Im Oktober desselben Jahres wird er auch zum Vorstandsvorsitzenden der in eine Aktiengesellschaft ausgegliederten Profifußballabteilung ernannt. Die Verpflichtung von Sportdirektor Sven Mislintat im April 2019 gehört zu seinen wichtigsten Entscheidungen. Den zweiten Zweitliga-Abstieg innerhalb von drei Jahren können beide zwar nicht mehr verhindern, allerdings kehrt die Mannschaft nur ein Jahr später in die Bundesliga zurück.

Konflikt mit Präsident Vogt: Ende 2020 eskaliert der Machtkampf von Hitzlsperger mit VfB-Präsident und AG-Aufsichtsratschef Claus Vogt. Dabei geht es besonders um die Aufklärung der Datenaffäre. Hitzlsperger kündigt in einem offenen Brief an, bei der nächsten Mitgliederversammlung im Juli 2021 gegen Vogt als Präsident zu kandidieren. Nachdem der Clubchef öffentlich zurückgeschlagen hat, entschuldigt sich Hitzlsperger für seine Wortwahl. Im Frühjahr 2021 erklären beide den Streit offiziell als beendet, Hitzlsperger tritt dann auch nicht als Gegenkandidat zu Vogt an.

Ausstieg beim VfB: Am 15. September 2021 kündigt Hitzlsperger an, seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG nach dem Ende der Laufzeit im Herbst 2022 nicht zu verlängern. Die von ihm genannten Gründe für seinen Ausstieg bleiben jedoch vage. Am 17. März 2022 wird die vorzeitige Vertragsauflösung zwischen dem VfB und ihm schon zum Monatsende bekannt gegeben. Sie erfolge im „besten, beiderseitigen Einvernehmen“ heißt es in einer Mitteilung des Klubs. Vogt lobt die Arbeit des scheidenden Vorstandschefs und sagt, dieser gehe „als Freund, die Türen stehen für ihn beim VfB immer offen.“ Hitzlsperger ist mit Blick auf den Abstiegskampf ein „reibungsloser, professioneller Übergang“ auf seinem Posten wichtig. Sein Nachfolger, der frühere Kölner Alexander Wehrle, soll am Montag (21.03.) einsteigen.

Kennen Sie schon unsere News App?

Mit der ZVW News App kommen Ihre Nachrichten jetzt bequem via Push auf Ihr Smartphone. Welche News Sie bekommen, entscheiden Sie selbst. Sie können die ZVW News App zusammen mit ZVW Plus 30 Tage lang kostenlos testen. Jetzt gleich herunterladen: