VfB Stuttgart

Ticketvergabe angepasst: Wie der VfB mehr Fairness und Transparenz schaffen will

MHP-Arena Stuttgart
Ab der kommenden Saison gibt es beim VfB einige Neuerungen bei der Ticketvergabe. © Danny Schöckle (Archiv)

Stuttgart. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Saison 2024/25 mit dem ersten Titelgewinn seit 18 Jahren und einem neuen Zuschauerrekord hat der VfB Stuttgart umfassende Änderungen an der Ticketvergabe für die kommende Spielzeit 2025/26 angekündigt. Ziel ist es, dem enormen Faninteresse mit einem gerechteren und transparenteren Verfahren zu begegnen. Wie der Klub das schaffen will:

In der zurückliegenden Saison strömten laut Vereinsangaben über 1,4 Millionen Zuschauer zu den Heimspielen in die MHP-Arena – ein Durchschnitt von 59.438 Besuchern pro Spiel. Auch die Nachfrage bei Auswärtspartien überstieg regelmäßig das verfügbare Kontingent. Auf Grundlage dieser Erfahrungen und im Austausch mit dem Fan-Ausschuss wurden nun neue Ticketregeln beschlossen. Das teilte der Klub am Freitag (27.06.) mit. Die Neuerungen im Überblick:

Maximal zwei Tickets pro Mitglied: Jedes Vereinsmitglied kann pro Spiel bis zu zwei Karten erwerben. So soll gewährleistet werden, dass Fans Spiele nicht allein besuchen müssen, ohne gleichzeitig Einzelpersonen einen übermäßigen Zugriff auf Tickets zu ermöglichen.

Onlineverkauf mit Warteschlangensystem: Der Ticketverkauf läuft künftig ausschließlich über einen virtuellen Warteraum. Nach Anmeldung mit Mitgliedsnummer und E-Mail wird zufällig ein Platz in der Warteschlange zugewiesen – Mehrfachanmeldungen über mehrere Geräte sind ausgeschlossen. Mitglieder können bis zum 6. Juli an einer Umfrage zur besten Verkaufszeit teilnehmen.

Verlosung nur bei wenigen Auswärtstickets: Für Auswärtsspiele mit unter 500 Tickets (z. B. beim 1. FC Heidenheim) kommt ein Bewerbungsverfahren mit Verlosung zum Einsatz. Ansonsten gilt ein einheitliches Online-Vergabesystem.

Neuregelung für Neumitglieder ab 1. Juli 2025: Wer ab diesem Datum dem VfB oder einem der Jugendclubs beitritt, kann das Ticket-Vorkaufsrecht erst nach drei Monaten nutzen. Hintergrund ist die stark gestiegene Mitgliederzahl – und der Wunsch, kurzfristige Beitritte nur zum Ticketerwerb bei Topspielen zu verhindern. Alle weiteren Mitgliedervorteile bleiben sofort gültig.

Ticketbörse für Tageskarten: Neben Dauerkarten können ab sofort auch nicht genutzte Tageskarten über die offizielle Ticketbörse weiterverkauft werden – aber nur bei ausverkauften Spielen und frühestens eine Woche vor Spielbeginn. Der Verkäufer erhält den Ticketpreis abzüglich 20 % Bearbeitungsgebühr zurück. So will der Verein leere Plätze vermeiden und nicht-autorisierte Verkaufsplattformen eindämmen.

Stadionbereiche mit Sonderregelungen:

Stimmungsbereich Cannstatter Kurve: Die Blöcke 31–50 sind weiterhin als aktiver Steh- und Stimmungsbereich ausgewiesen. Dort kann es zu eingeschränkter Sicht durch Fahnen und stehende Fans kommen.

REWE Familienblock: In den familienfreundlichen Blöcken 75, 76, 81 und 82 gelten Rauchverbot und eine Sitzplatzpflicht. Tickets sind ausschließlich für Mitglieder des Fritzle- oder Jugendclubs erhältlich.

Mit diesen Änderungen will der Verein die Ticketvergabe zukunftsfest und fairer gestalten – auch wenn sich nicht jeder Wunsch umsetzen lässt. „Wir wollen möglichst vielen treuen Fans den Stadionbesuch ermöglichen – auf transparente und verlässliche Weise“, heißt es aus der Geschäftsstelle.