VfB Stuttgart

VfB-CEO kündigt Abschied an: Warum Thomas Hitzlsperger seinen Vertrag nicht verlängert

Thomas Hitzlsperger
VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger. © Danny Galm

Thomas Hitzlsperger hat seinen Abschied vom VfB Stuttgart angekündigt. Der Vorstandsvorsitzende wird seinen im Oktober 2022 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Warum wird der Meisterspieler von 2007 den Klub verlassen und wie plant er seine weitere Zukunft?

Erfolglose Überredungsversuche

Um 16.31 Uhr platzte die Meldung in den bis dahin so gemächlichen Septembernachmittag. Knapp eine halbe Stunde später saß der Ex-Profi auf dem Podium im Presseraum an der Mercedesstraße und erläuterte die Beweggründe für seine Entscheidung. „Nach sechs Jahren VfB Stuttgart, die extrem intensiv waren, möchte ich einen Schlussstrich ziehen“, sagte Hitzlsperger. 

Zwar wurden in den letzten Wochen auch Gespräche mit dem Aufsichtsrat über eine Vertragsverlängerung geführt, doch auf eine gemeinsame Zusammenarbeit über den Herbst 2022 hinaus konnte man sich nicht verständigen. Vor rund zwei Wochen informierte der CEO das Gremium über seinen Entschluss, an dem auch die nachfolgenden Überredungsversuche nicht rütteln konnten.

Welche Rolle spielte der Konflikt mit Claus Vogt?

Letztlich habe „die Summe der Erlebnisse und Ereignisse“ für einen Abschied gesprochen. Den „einen Grund“ habe es nicht geben. Also auch nicht das seit dem großen Führungskrach belastete Verhältnis zu e.V.-Präsident Claus Vogt oder die veränderten Machtverhältnisse nach der Mitgliederversammlung im Juli. „Ich möchte vermeiden, dass wir die persönliche Beziehung hier in den Vordergrund rücken. Das war nur eine Episode.“ Wichtig ist dem 39-Jährigen zu betonen, dass er den VfB nicht im Unfrieden verlasse und einen guten Boden für nachhaltiges Wachstum im unternehmerischen und sportlichen Bereich hinterlassen habe. 

Hitzlsperger will Vertragslaufzeit erfüllen

Das selbstbestimmte Ende der Amtszeit einer Führungskraft hatte in den letzten Jahren Seltenheitswert. Hitzlsperger, der im April 2022 40 Jahre alt wird, sprach in diesem Zusammenhang auch von einem neuen Lebensabschnitt. Konkrete Pläne für die Zeit nach dem VfB gebe es allerdings noch nicht. Vielmehr wolle er „bis zum letzten Tag meiner Vertragslaufzeit“ zur Verfügung stehen. „Das sehe ich als meine Pflicht an“. 

So wird er auch bei der Suche nach einem potentiellen Nachfolger eingebunden sein. Auf die Nachfrage zum Anforderungsprofil der Stelle als Vorstandsvorsitzender wollte er nicht weiter eingehen: „Das vermeide ich, weil ich da eine qualifiziertere, längere Antwort geben möchte, die ich aktuell nicht parat habe.“

Was kommt nach sechs Jahren VfB?

Mit Blick auf die weitere Karriere des ehemaligen Nationalspielers scheinen bislang lediglich zwei Dinge festzustehen. Zum einen wird er mit großer Sicherheit im Fußball-Business bleiben. „Fußball ist schon immer mein Leben.“ Und zum anderen: Die sechs turbulenten Jahren beim VfB Stuttgart wird der Münchner zunächst einmal sacken lassen. „Ich glaube schon, dass ich kurz eine Pause brauche“, sagte Hitzlsperger. „Und da mache ich keine Hehl daraus: Da freue ich mich auch drauf.“