VfB Stuttgart

VfB erkämpft 2:2 in München: Relegation quasi sicher, direkte Rettung noch möglich

Fußball FC Bayern München vs. VfB Stuttgart
Die Hoffnung lebt wieder beim VfB Stuttgart. Auch Dank Torschütze Sasa Kalajdzic, der in München das 2:2 erzielte. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart hat sich am Sonntagabend ein 2:2 (2:1) beim FC Bayern München erkämpft und damit am 33. Spieltag den Relegationsplatz quasi gesichert. Und sogar die direkte Rettung ist noch möglich: Der VfB hat das deutlich bessere Torverhältnis als die Berliner. Am letzten Spieltag können die Stuttgarter also mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Köln noch den Relegationsplatz verlassen, wenn Hertha in Dortmund verliert.

Stuttgarter Parycrasher in der Allianz Arena

„Wir können auch noch ein bisschen nach oben schielen“, sagte Torschütze Sasa Kalajdzic, der mit dem Unentschieden zufrieden war: „Wir hatten wirklich einige Möglichkeiten. Aber Bayern hatte auch ein paar Hundertprozentige.“ Letztlich habe man sich mit „Herz, Courage und dem Quäntchen Glück“ den einen Punkt verdient. Und ganz nebenbei dem fahrigen Rekordmeister auch noch die anlässlich der Übergabe der Meisterschale geplante Party versaut. Sehr zur Freude der 6500 Fans und Vereinsmitarbeiter, die in der Allianz Arena für mächtig Stimmung gesorgt hatten. „Ich glaube auch, wenn man die zweite Halbzeit anschaut, dürfen wir eher unzufrieden sein mit dem 2:2. Aber wir nehmen den Punkt gerne mit“, bilanzierte Sportdirektor Sven Mislintat direkt nach dem Abpfiff.

Kalte Dusche für die Bayern: Tomas trifft in der 8. Minute

Seine Startelf hatte Trainer Pellegrino Matarazzo im Vergleich zum 1:1 gegen Wolfsburg lediglich auf einer Position verändert: Für Erik Thommy (Bank) durfte mit Chris Führich der Torschütze vom vergangenen Wochenende von Beginn an ran.

Bei den Bayern rotierte Coach Julian Nagelsmann hingegen ordentlich: Nach dem blamablen 1:3 in Mainz gab es gleich fünf Wechsel in der Anfangsformation. Und auf dem Platz bekam der amtierende Meister direkt eine kalte Dusche. Tiago Tomas erzielte per Direktabnahme die frühe Führung für die Stuttgarter (8.). Omar Marmoush verpasste wenig später sogar das 2:0 (23.).

Im Anschluss erhöhten die Münchner jedoch die Schlagzahl und erzwangen den Ausgleich durch ein Eigentor von Konstantinos Mavropanos (35.). Und kurz vor dem Halbzeitpfiff stellten die Bayern durch Nationalstürmer Thomas Müller auf 2:1 (44.). Unter dem Strich ein verdientes Pausenresultat, auch wenn der VfB dem defensiv mitunter trantütigen Titelträger durchaus mehr hätte weh tun können. Andererseits konnte die schwäbische Defensive dem Münchner Dauerdruck nicht standhalten.

Sosa auf Kalajdzic: Das Traumduo schlägt wieder zu

Durchgang zwei begann dann wie Durchgang eins mit einem VfB-Treffer: Flanke Borna Sosa, Sasa Kopfball Kalajdzic – 2:2. Die komplette Bayern-Defensive im Tiefschlaf. Direkt im Anschluss verpasste Kalajdzic frei vor Manuel Neuer seinen zweiten Treffer an diesem Nachmittag. Der Stuttgarter Chancenwucher wurde jedoch nicht bestraft.

Der VfB gestaltete die zweiten 45 Minuten deutlich ausgeglichener, verteidigte leidenschaftlich das eigene Tor und setzte immer wieder Nadelstiche. Pomadig agierten hingegen die Hausherren, die sich viele Ballverluste leisteten und nur selten druckvoll nach vorne spielten. Zwei klare Chance von Robert Lewandowski klärte VfB-Keeper Florian Müller stark (76./82.). Auch der Pfosten musste einmal für den bereits geschlagenen starken Stuttgarter Schlussmann retten (51.).

Für die Stuttgarter verpasste hingegen der eingewechselte Philipp Förster gleich zweimal aus aussichtsreicher Position (75./81.). Und so wurde es am Ende "nur" ein Remis für den VfB, der mit Blick auf die zahlreichen vergebenen Torchancen sogar einen Dreier aus der Allianz Arena hätte entführen können. Vielleicht sogar müssen. Mit Blick auf die insgesamt drei Aluminiumtreffer der Bayern war es letztlich jedoch ein leistungsgerechtes Remis.

FC Bayern München - VfB Stuttgart 2:2 (2:1)

München: Neuer - Davies, Upamecano, Nianzou (63. Süle), Pavard (72. Tolisso) - Goretzka (72. Roca), Kimmich - Coman, Müller (85. Sabitzer), Gnabry (85. Choupo-Moting) - Lewandowski

Stuttgart: Müller – Ito, Anton, Mavropanos – Endo, Karazor – Sosa, Führich (63. Coulibaly), Tomas (74. Förster) – Marmoush (46. Mangala), Kalajdzic (79. Thommy)

Tore: 1:0 Tomas (8.); 1:1 Mavropanos (ET/35.), 2:1 Müller (44.); 2:2 Kalajdzic (52.)

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Zuschauer: 75.000 

Gelbe Karten: Nianzou, Davies / Karazor, Führich

Rote Karte: Coman (Tätlichkeit/90.+5)