VfB-Fans protestieren für Erhalt von 50+1
Stuttgart. Tausende Anhänger des VfB Stuttgart sind am Samstagnachmittag vor dem ersten Bundesliga-Heimspiels ihres Clubs gegen den FC Bayern München (18.30 Uhr / ZVW-Liveticker) vom Bahnhof Bad Cannstatt zur Mercedes-Benz Arena gezogen.
Die Ultras haben die 13. Karawane Cannstatt unter das Motto „Unverhandelbar: 50+1 bleibt!“ gestellt. „50+1 ist keine Diskussionsgrundlage, sondern eines der schützenswertesten Güter des deutschen Fußballs“, erklärten die Initiatoren im Vorfeld in einer auf ihrer Homepage veröffentlichten Stellungnahme.
Ärger wegen Marketing-Aktion des VfB
Im Vorfeld mussten sich die Ultras über eine missglückte Marketing-Aktion ihres Clubs ärgern. Der Club hatte ein Foto der Karawane Cannstatt aus dem letzten Jahr dazu genutzt, um auf seinen sozialen Kanälen Werbung für diverse Fan-Produkte zu machen.
Dazu stellten die verärgerten Ultras klar: „Die Karawane ist aber kein Social Media Post mit verlinkter Werbung zu Artikeln aus dem VfB Sport Shop. Sie ist der Saisonstart der Cannstatter Kurve, das Versprechen die Mannschaft auch in dieser Saison wieder fanatisch zu unterstützen, das notwendige Zeichen gegen den allumfassenden Kommerz in unserem Lieblingssport und ein trotziges Statement für den Erhalt von 50+1.“
Hintergrund: Zweite Klage wegen 50+1-Regelung wird im Herbst eingereicht
Clubchef Martin Kind vom Bundesligisten Hannover 96 will in diesem Herbst eine zweite Klage wegen der abgelehnten Ausnahmegenehmigung für die 50+1-Regel vor dem Landgericht Frankfurt einreichen.
In dieser Klage soll die Regelung, die besagt, dass ein Stammverein in den ausgegliederten Kapitalgesellschaften der Proficlubs die Stimmenmehrheit behalten muss, kartell- und wettbewerbsrechtlich überprüft werden. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital.
Zuvor hatte der niedersächsische Bundesligist bereits beim Ständigen Schiedsgericht für Vereine und Kapitalgesellschaften der Lizenzligen Klage eingereicht. Auch die Klage vor dem Landgericht Frankfurt hatte Kind bereits angekündigt.
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte am 18. Juli den Ausnahmeantrag der Niedersachsen zur 50+1-Regel nicht genehmigt. Kind, der mit kurzer Unterbrechung 20 Jahre an der Spitze des Vereins steht, und 96 pochen auf eine Ausnahmegenehmigung, die bereits die Ligakonkurrenten Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim erhalten haben. Der DFL warf Kind nun vor, „wie ein Kartell“ seine eigenen Regeln aufzustellen. (dpa)

