VfB Stuttgart

VfB-Keeper Florian Müller: Kampf gegen die Zweifel

Fußball VfB Stuttgart vs. Borussia Dortmund
Zur Diskussion steht VfB-Keeper Florian Müller nicht. Die Verantwortlichen vertrauen ihrem jungen Keeper. © Pressefoto Baumann

53 Gegentore hat der VfB Stuttgart in dieser Spielzeit bereits kassiert. Die Schwaben stellen somit die drittlöchrigste Hintermannschaft der Bundesliga. Nur die SpVgg Greuther Fürth (70) und Hertha BSC Berlin (62) haben noch mehr Tore gefangen. Einen Anteil an der wackeligen Defensive hat auch Torhüter Florian Müller, der bisher selten überzeugen konnte.

„An einem guten Tag hält er den“

So auch am Freitagabend beim 0:2 (0:1) gegen Borussia Dortmund. Vor allem beim zweiten Treffer von Julian Brandt in der 71. Minute gab der 24 Jahre alte Keeper keine gute Figur ab. Den unplatzierten Schuss aus 18 Metern ließ Müller passieren, das Spiel war damit quasi gelaufen. „An einem guten Tag hält er den“, sagte Trainer Pellegrino Matarazzo, der aber nicht nur seinen Schlussmann in die Verantwortung nehmen wollte: „Es ist nicht nur Flo, der mir in dieser Szene nicht gefällt. Sondern auch die komplette Abwehr. Die Kette agiert in dieser Situation nicht gut.“

„Es ist unsere Aufgabe, auch Flo weiterzuentwickeln“

Sven Mislintat stärkte seinem Keeper anschließend den Rücken und verwies auf seinen Vorgänger im VfB-Tor. „Auch Greg war kein ausgereifter Keeper, als er bei uns war“, so der Stuttgarter Sportdirektor über Gregor Kobel, der inzwischen das Tor von Borussia Dortmund hütet und zu einem der besten Keeper der Bundesliga zählt. In Stuttgart durchlief der Schweizer einen Reifeprozess, den nun auch Florian Müller gehen soll. „Es ist unsere Aufgabe, auch Flo weiterzuentwickeln“, so Mislintat.

Da Kobel in der Vorsaison mit zahlreichen Paraden einen großen Anteil am Klassenerhalt der Schwaben hatte, steht Müller nun im langen Schatten seines Vorgängers. Und kämpft mit den Zweifeln vieler Fans.

Schlechte Statistiken

Die hatten mitunter mehr erwartet vom Saarländer, der im letzten Jahr eine starke Spielzeit in Freiburg absolvierte, daran bislang aber nicht anknüpfen konnte. „Ich finde nicht, dass er viele haltbare Tore kassiert hat“, widerspricht jedoch Sven Mislintat. Einziges Manko aus seiner Sicht: „Es fehlt vielleicht, auch mal einen unhaltbaren zu halten.“ 

Die Statistiken unterlegen das subjektive Empfinden vieler Anhänger, dass ihr Torwart eine durchwachsene Saison spielt. Lediglich 63,3 Prozent der Schüsse auf sein Tor konnte Müller parieren. Die zweitschlechteste Quote aller Torhüter mit mindestens 50 Prozent der maximalen Einsatzzeit. Nur Hertha-Schlussmann Alexander Schwolow (58,9) weist einen schlechteren Wert auf. In Freiburg war Müller hingegen im letzten Jahr mit 71,1 Prozent noch einer der besten Keeper der Liga. 

Zeit zum Reifen ist Teil des Stuttgarter Wegs

Zur Diskussion steht Müller dennoch nicht. Die Verantwortlichen vertrauen ihrem jungen Keeper. Das gehört zum eingeschlagenen Weg. Schließlich bekommen auch Offensivtalente beim VfB die nötige Zeit zum Reifen. Warum sollte da für Torhüter eine Ausnahme gelten?

Die Frage bleibt: Gewährt der gnadenlose Wettbewerb in der Bundesliga der Mannschaft so viel Zeit - oder müssen sich Müller und seine Teamkollegen in der kommenden Saison in der 2. Liga bewähren? 

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