VfB-Neuzugang Jeremy Arévalo: So lief sein erstes Training in Stuttgart
Stuttgart. Die Vorbereitung auf die zweite Hälfte der Saison ist beim VfB Stuttgart gestartet: Beim Trainingsauftakt nach kurzer Weihnachtspause bat Trainer Sebastian Hoeneß seine Mannschaft zur ersten Einheit der Trainingswoche, an deren Ende dann das schwere Spiel bei Bayer 04 Leverkusen steht. Einige Spieler fehlten angeschlagen, ein neues Gesicht war aber direkt voll dabei: Neuzugang Jeremy Arévalo stand mit auf dem Platz. Wir waren beim Trainingsauftakt vor Ort und liefern Eindrücke zum neuen Stürmer des VfB.
Die Aussagekraft von öffentlichen Trainingseinheiten ist begrenzt. Taktische Feinheiten und Gegnervorbereitung finden hinter verschlossenen Toren statt – Schlüsse auf die Verfassung der Mannschaft sind eher schwer. Beim Trainingsauftakt des VfB Stuttgart vor 3000 tapfer der Eiseskälte trotzenden Fans im Robert-Schlienz-Stadion war das nicht anders. Intensität war dennoch in den Spielformen zu spüren, die Sebastian Hoeneß seine Spieler absolvieren ließ.
VfB Stuttgart: Viele Ausfälle zum Trainingsauftakt
Oder besser gesagt: die Spieler, die tatsächlich fit auf dem Platz standen. Die Ausfallliste zu Jahresbeginn war lang und umfasste acht Akteure, die fehlten oder nur eingeschränkt trainieren konnten – dazu wurde mit Trainingsstart der Wechsel von Yannik Keitel zum FC Augsburg offiziell. Einer der Spieler, die das volle Pensum bei den Übungen mitgingen, war Neuzugang Jeremy Arévalo.
Keine 24 Stunden vor Trainingsbeginn war der Ecuadorianer vom spanischen Zweitliga-Spitzenreiter Racing Santander zum VfB gewechselt. Die Schwaben zogen eine Ausstiegsklausel in Arévalos Vertrag, die nach Bild-Informationen sieben Millionen Euro betrug. „Der Sturm war eines der Themen auf der Agenda in der Hinrunde. Wir waren vor dem Tor schon effektiv, wollen dem Trainer aber mehr Variabilität in der Offensive zur Verfügung stellen“, sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth in einer Medienrunde am Rande des Trainingsauftakts. „Das ist uns mit Jeremy gelungen.“
Jeremy Arévalo: Ein Stürmerprofil, das den VfB weiterbringt?
Arévalo ist 1,82 Meter groß, dürfte nach ersten Eindrücken wohl am besten in die Kategorie „bulliger Offensivmann“ passen. Das Gardemaß eines hoch gewachsenen Mittelstürmers, das seit dem Abgang von Nick Woltemade im Kader des VfB fehlt, hat also auch Arévalo nicht. „Er bringt schon Qualitäten mit, die wir auch brauchen“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß. „Er ist in der Lage, hohe Bälle festzumachen, hat einen massigen Körper und fußballerische Qualitäten.“
Für Jeremy Arévalo ist aber neben seinen sportlichen Leistungen vor allem eines in den ersten Tagen als VfB-Spieler wichtig: Der Spieler muss sich in seiner neuen Heimat einfinden. 20 Jahre jung, das erste Mal im Ausland, dazu keine Deutsch- und nur wenig Englischkenntnisse – die Voraussetzungen zum Start könnten leichter sein. „Er wird herangeführt und muss die Zeit bekommen“, sagt Hoeneß. „Wir erhoffen uns, dass er direkt helfen kann, sind aber auch überzeugt, dass er in Zukunft große Freude machen wird.“
Hilfe bei der Sprachbarriere von Chema, Fathi und Co.
Hilfe bei der Eingewöhnung bekommt Arévalo aus der VfB-Mannschaft, sprach beim Warmlaufen zum Beispiel viel mit Chema Andrés. Beide spielten bis zur U18-Nationalmannschaft zusammen für Spanien, inzwischen stand Arévalo für Ecuadors A-Nationalmannschaft auf dem Platz. Auch Co-Trainer Malik Fathi (spielte auf Mallorca für Atletico Baleares) und weitere Spieler sind beim VfB des Spanischen mächtig, werden den jungen Neuen bei seinen Anfängen unterstützen. „Im Verlauf des Transfers hat Malik Fathi als Übersetzer fungiert“, verriet Sportvorstand Wohlgemuth.
VfB Stuttgart: Planungen im Sturm nach Arévalo-Transfer abgeschlossen
In den Trainingsspielen selbst war Arévalo eher unauffällig, lief fleißig seine Gegenspieler an und zeigte sich engagiert. Für ein Urteil ist es nach dem ersten Training ohnehin viel zu früh – und wird es auch in den kommenden Wochen bleiben, die der junge Stürmer für seine Eingewöhnung nutzen muss. Übrigens: Mit der Verpflichtung von Jeremy Arévalo sind die Planungen im Sturm des VfB Stuttgart nun abgeschlossen. Neben Deniz Undav mischte auch der zuletzt verletzte Ermedin Demirovic wieder voll mit, zudem kehrte Jovan Milosevic von seiner eineinhalbjährigen Leihe bei Partizan Belgrad zurück. „Wir haben mit Deniz und Ermedin zwei arrivierte Stürmer, dahinter zwei Herausforderer im Angriff. Es ist nicht davon auszugehen, dass wir noch was im Sturm unternehmen werden“, so Wohlgemuth.
Die Vorbereitungen auf die kommenden intensiven Wochen samt schweren Spielen in Bundesliga sowie richtungsweisenden Partien in Pokal und Europa League sind nun also angelaufen. Am Montag (14 Uhr) findet ein nicht-öffentliches Testspiel gegen den FC Luzern statt. Wie gut der VfB die Trainingswoche genutzt hat, wird sich dann am Samstag (18.30 Uhr) gegen Bayer Leverkusen und in den darauffolgenden Wochen zeigen – in denen Neuzugang Jeremy Arévalo Stück für Stück bei seinem neuen Verein ankommen soll.



