VfB Stuttgart

VfB nimmt während der NS-Zeit ausgeschlossene Mitglieder wieder auf

VfB Stuttgart Offizielles Mannschaftsfoto Saison 2018/19_0
Symbolbild. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat am Holocaust-Gedenktag die Mitglieder, die während der NS-Zeit aus dem Verein ausgeschlossen wurden, symbolisch wieder aufgenommen. Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau befreit.

Rund um diesen Jahrestag erinnert der gesamte deutsche Fußball im Rahmen der Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ seit vielen Jahren an die Gräueltaten der Nationalsozialisten und gedenkt der Menschen, die von den Nazis verfolgt und ermordet wurden.

Klares Statement gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung

Im Oktober 2018 hat der VfB Stuttgart gemeinsam mit dem Institut für Sportgeschichte Baden-Württemberg einen in dessen Schriftenreihe veröffentlichten Band „Der VfB und der Nationalsozialismus“ vorgestellt. VfB-Präsident Wolfgang Dietrich betonte damals die Verantwortung und Verpflichtung des VfB, auf die Ergebnisse der Studie des Historikers Gregor Hofmann weitere Schritte folgen zu lassen. Ein solcher Schritt werde die Wiederaufnahme der ab dem Jahr 1932 aus politischen Gründen ausgetretenen und ab dem Jahr 1934 ausgeschlossenen jüdischen Mitglieder des VfB Stuttgart sein. 

Das Präsidium des VfB Stuttgart richtet sich am diesjährigen Gedenktag mit folgendem Text an die Vereinsmitglieder und die Öffentlichkeit: 

„Wir erinnern an unsere Mitglieder, die den Verein zwischen 1932 und 1945 aus politischer Überzeugung verlassen haben oder als Juden zum Austritt genötigt und ausgeschlossen wurden. Sie gehören zu uns. Wir stehen gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung. Wir stehen für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.“

Im Vorfeld beschloss das Präsidium die symbolische Wiederaufnahme seiner in den Jahren 1932 bis 1945 aus politischen oder religiösen Gründen ausgeschiedenen und ausgeschlossenen Mitglieder in den Verein mit dem heutigen Tag. Symbolisch deshalb, da aufgrund der Quellenlage die Namen und Schicksale der betroffenen Mitglieder so gut wie nicht bekannt sind. Aber auch diesem Thema wird sich der VfB Stuttgart widmen. Im Rahmen eines Internetprojektes, das eine weltweite Reichweite garantiert, bittet der VfB Stuttgart um Mithilfe auf der Suche nach seinen betroffenen Mitgliedern.

Präsident Dietrich: "Wir wollen zeigen, dass wir unsere Vereinsgeschichte ernst nehmen"

Der heute veröffentlichte Text des Präsidiums des VfB Stuttgart, der zugleich ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung und für Vielfalt, Toleranz und Demokratie ist, soll, eingebettet in eine künstlerisch gestaltete Stele, in wenigen Wochen dauerhaft bei den Fahnenmasten vor dem Clubzentrum an seine wiederaufgenommenen Mitglieder erinnern und die Werte des VfB Stuttgart für alle sichtbar nach außen dokumentieren.

„Wir wollen zeigen, dass wir unsere Vereinsgeschichte ernst nehmen und daraus gelernt haben. Wir wollen mit dem Kunstwerk aber auch Anstoß geben, sich den großen Wert von Demokratie und Freiheit immer wieder neu vor Augen zu führen“, erläutert der Präsident des VfB Stuttgart diesen Schritt.


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