VfB Stuttgart

VfB-Präsident Wolfgang Dietrich tritt zurück

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VfB-Präsident Wolfgang Dietrich. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. Nach der chaotischen Mitgliederversammlung am Sonntag, die aufgrund technischer Probleme abgebrochen werden musste, ist der umstrittene VfB-Präsident Wolfgang Dietrich am Montagvormittag zurückgetreten. Auch sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats legt Dietrich nieder.

"Ich kann und will nicht mehr verantwortlich für alles gemacht werden, was beim VfB Stuttgart berechtigt oder unberechtigt nicht gut funktioniert", schreibt Dietrich auf seiner offiziellen Facebookseite. Den Grad an "Feindseligkeit und Häme", den er auf der Mitgliederversammlung erlebt habe, hätte er "nicht für möglich gehalten."

Der Vereinsbeirat wird nun kurzfristig zusammentreten, um eine kommissarische Besetzung des Präsidiums bis zur nächsten Mitgliederversammlung herbeizuführen. Das teilte der Verein mit. Weitere Informationen zum Zeitpunkt der nächsten Mitgliederversammlung und zur weiteren Vorgehensweise folgen.   

Die Veranstaltung war am Sonntag kurz vor der Abstimmung über eine Abwahl Dietrichs abgebrochen worden, weil das für die Mitglieder eingerichtete WLAN im Stuttgarter Stadion nicht funktionierte. Mit ihren Handys hätten sich die rund 4500 anwesenden Stimmberechtigten einloggen sollen, um unter anderem über Dietrichs Zukunft abstimmen zu können. Nachdem Dietrich die Veranstaltung unter lautstarken Pfiffen abgebrochen hatte, wurde er von Personenschützern aus dem Innenbereich des Stadions begleitet.

Noch am Sonntagabend hätten ihn das Präsidium, Vereinsbeirat und Aufsichtsrat gebeten, dennoch weiterzumachen. Aber er könne "nicht mehr einer Organisation vorstehen, die weder willens ist, sich mit mir gemeinsam diesen Interessen entgegenzustellen, noch in der Lage, den einwandfrei funktionierenden Ablauf einer Mitgliederversammlung zu gewährleisten", so der ehemalige Unternehmer.

Dietrich war ursprünglich bis 2020 gewählt, stand aber seit Monaten bei einem Teil der VfB-Anhänger massiv in der Kritik.


Die Rücktrittserklärung von Wolfgang Dietrich im Wortlaut

"Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Mitglieder, Freunde und Fans des VfB Stuttgart,

den Ausgang einer Mitgliederversammlung wie am gestrigen Abend erlebt, hätte ich niemals für möglich gehalten. Was wir als Verein unseren anwesenden Mitgliedern hier zugemutet haben, ist fürchterlich. Die lückenlose Aufklärung der Umstände, (...) , muss oberste Priorität haben.

Allein ich werde nicht Teil dieser Aufklärung sein. Denn ich hätte auch den Grad an Feindseligkeit und Häme, wie am gestrigen Tag erlebt, nicht für möglich gehalten. Ich kann und will nicht mehr verantwortlich für alles gemacht werden, was beim VfB Stuttgart berechtigt oder unberechtigt nicht gut funktioniert.

Schon am gestrigen Abend haben mich das Präsidium, der Vereinsbeirat und der Aufsichtsrat gebeten, in jedem Fall im Amt zu bleiben.(...) Nichtsdestotrotz habe ich mich dazu entschlossen, heute mit sofortiger Wirkung (...) zurückzutreten.

Ich lasse mir meine Würde und Ehre nicht von denjenigen nehmen, die ihre Macht lautstark und mit verbaler Gewalt demonstrieren. Ebenso wenig wie von denen, die sich schon seit langem an den gut gefüllten Töpfen unseres Vereins bedienen wollen.

Auch kann und möchte ich nicht mehr einer Organisation vorstehen, die weder willens ist, sich mit mir gemeinsam diesen Interessen entgegenzustellen, noch in der Lage, den einwandfrei funktionierenden Ablauf einer Mitgliederversammlung zu gewährleisten. (...)

Der Vereinsführung und allen Gremien wünsche ich die Kraft und das wache Auge, nicht zuzulassen, dass Einzelne sich den VfB Stuttgart für ihre persönlichen oder wirtschaftlichen Interessen zunutze machen. (...)

Es war mir eine Ehre, diesem Verein dienen zu dürfen.

Wolfgang Dietrich"


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