VfB Stuttgart

VfB rutscht auf den Relegationsplatz ab: Abstiegskampf wird zur Nervensache

Fußball Union Berlin vs. VfB Stuttgart
Nachdenklicher Blick bei Pellegrino Matarazzo: Trotz des harmlosen 0:0 beim FSV Mainz will der VfB-Coach positiv bleiben. Zum Abrutschen auf Platz 16 sagt er: "Wir haben weiterhin alles in der Hand." © Pressefoto Baumann

Für den VfB Stuttgart wird der Abstiegskampf nach dem harmlosen 0:0 beim FSV Mainz 05 immer mehr zum Nervenspiel. Nur noch vier Partien bleiben übrig, um den dritten Abstieg in den letzten Jahren zu verhindern. Mit Blick auf die Tabelle und den nächsten Gegner Hertha BSC bemühten sich nicht nur Trainer Pellegrino Matarazzo und Sportdirektor Sven Mislintat um Gelassenheit und Optimismus. "Wir haben eine blöde Situation. Aber ich glaube schon, dass wir in Berlin unseren Job machen werden und alle darauf brennen werden", sagte Stürmer Sasa Kalajdzic zu dem Schlüsselspiel am kommenden Sonntag.

Mislintat: Auswärts ist jeder Punkt "Gold wert" - der Druck nimmt aber zu

Der wenig begeisterte österreichische Nationalstürmer musste am Samstag von einem Interview zum nächsten und hatte die undankbare Aufgabe, die Situation irgendwie noch hilfreich einzuordnen. Tabellarisch hat der VfB jedenfalls einen deutlichen Rückschritt gemacht, auch wenn Mislintat sagte, dass jeder Punkt auswärts "Gold wert is". Was die zwei verlorenen Zähler bedeuten, wird sich erst am Saisonende zeigen. Mit ihrem Sieg beim FC Augsburg hat die Hertha die Stuttgarter jedenfalls wieder auf den Relegationsplatz verbannt. 

So steht für den VfB am kommenden Wochenende in Berlin mächtig viel auf dem Spiel. Er tritt im Saisonendspurt zwar auch noch zuhause gegen den VfL Wolfsburg und den 1. FC Köln an, zwischendurch muss das Matarazzo-Team aber noch zum FC Bayern München.

"Klar, dass wir das annehmen und alles dransetzen werden, dass wir es von eins zurück auf zwei vor stellen", sagte Mislintat zu dem einen Punkt Rückstand auf die Hertha. Wenigstens haben die Schwaben aktuell ein um 17 Treffer besseres Torverhältnis als der Mitkonkurrent. Auch das könnte noch eine Rolle spielen. "Wir haben weiterhin alles in der Hand. Wir wissen, wie wichtig das Spiel sein wird. Aber wir gehen es mit Optimismus, mit einer gewissen Lockerheit und auch Freude an", betonte Matarazzo.

Flaute in der Offensive: Nur ein Elfmeter-Tor in den letzten Spielen

Auch Kalajdzic sah's "optimistisch: Wir haben Druck, aber Druck ist immer da." Der Angreifer räumte ein, dass "wir vorne unseren Job nicht so gut gemacht haben." Der 24-Jährige kam kaum zum Zug gegen die robusten und intensiven Mainzer, die zuhause in dieser Saison erst acht Gegentreffer bekommen haben. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Stürmer Tiago Tomás bei einer der wenigen Chancen die Führung für die Gäste auf dem Fuß - FSV-Keeper Robin Zentner verkürzte aber den Winkel und wehrte ab.

Dass die Mainzer angesichts des praktisch sicheren Klassenverbleibs keine besondere Energieleistung vollbrachten und vor 30.128 Zuschauern in der fast vollen Mewa Arena mit dem Pfosten-Kopfball von Dominik Kohr ihre beste Möglichkeit vergaben, konnte der VfB nicht nutzen. So warten die Stuttgarter weiter auf den zweiten Auswärtssieg in dieser Saison - was den Anhängern für die Partie bei der Hertha mit dem früheren VfB-Coach Felix Magath auch nicht besonders Mut macht.

"Immer noch mit Ruhe und Besonnenheit", sagte Mislintat, werde man die Situation annehmen. Trotzig ergänzte der Sportdirektor: "Die Spielleistung stimmt ja." Ordentlich, so meinte Matarazzo nach einem schwachen Spiel von beiden Seiten, sei die Vorstellung gewesen, "besonders defensiv." Offensiv gab es in den vergangenen drei Spielen aber auch nur einmal Grund zum Jubeln. Und das durch einen Elfmeter.