VfB Stuttgart

VfB-Sieg gegen Hoffenheim: Erstaunlich abgeklärt

Fußball VfB Stuttgart vs. TSG 1899 Hoffenheim
Durfte gegen Hoffenheim seinen 13. Saisontreffer bejubeln: VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic. © Pressefoto Baumann

„Jung und erfahren gibt es im Fußball nicht. Das gibt es nur auf dem Straßenstrich.“ Mit diesem Spruch stand der ehemalige VfB-Keeper Sven Ulreich 2011 zur Wahl für den Fußballspruch des Jahres. Stünde der Schorndorfer heute noch im Tor der Schwaben, würde er sich womöglich verwundert die Augen reiben. Zwar verfügt die Mannschaft des VfB Stuttgart in der Saison 2020/21 auf dem Papier nur über wenig Bundesliga-Erfahrung, doch auf dem Platz macht sich das nach 25 Spieltagen kaum bemerkbar. Trainer Pellegrino Matarazzo hat aus der talentierten Truppe längst eine schlagkräftige Einheit geformt. Beim 2:0 (1:0) über die TSG Hoffenheim am Sonntagabend (14.03.) demonstrierte die VfB-Elf diese beeindruckende Abgeklärtheit einmal mehr. 

Klassenverbleib so gut wie sicher: „Wir schauen nicht mehr nach unten“

Die Spielanlage der Stuttgarter ist erstaunlich reif. „Wir gehen eine Entwicklung durch. Spieltag für Spieltag wachsen wir“, lobte Matarazzo anschließend. Mit cleverem Pressingverhalten, einer disziplinierten Defensive und einer hochwertigen Offensivreihe kam der Aufsteiger zu einem verdienten Heimsieg. Zwar brannte der VfB gegen biedere Hoffenheimer kein Feuerwerk ab, doch der Dreier ging unter dem Strich absolut in Ordnung.

Der Klassenverbleib dürfte mit nun 36 Punkten und 15 Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz in trockenen Tüchern sein. „Wir nähern uns jedes Spiel der 40-Punkte-Marke. Alles, was danach kommt, ist Bonus“, sagte Stürmer Sasa Kalajdzic nach dem Abfiff am Sky-Mikrofon und Trainer Matarazzo ergänzte: „Wir schauen nicht mehr nach unten. Wir schauen auf uns.“

Einziger Wermutstropfen aus VfB-Sicht an diesem Abend: Nach 40 Minuten musste Orel Mangala, einer der Taktgeber im Stuttgarter Spiel, verletzt vom Feld. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Es besteht der Verdacht auf einen Muskelfaserriss im Oberschenkel. Eine MRT-Untersuchung am Montagmorgen soll Klarheit bringen.

Kalajdzic trifft auch im siebten Spiel in Folge

Seine Startformation hatte Matarazzo im Vergleich zum 1:1 in Frankfurt lediglich auf einer Position verändert. Für Tanguy Coulibaly kehrte Kapitän Gonzalo Castro in die Anfangself zurück - und die Hereinnahme des Routiniers machte sich direkt bezahlt. Den Führungstreffer seines Teams leitete er durch einen tollen Doppelpass mit Wamagituka ein. Die Flanke des Kongolesen drückte letztlich TSG-Verteidiger Kasim Adams über die Linie (15.).

Und auch dem zweiten VfB-Treffer ging eine Kombination von Castro und Wamangituka voraus. Dieses Mal beförderte allerdings Kalajdzic den Ball ins Tor (64.). Der Österreicher hat in den vergangenen sieben Spielen immer getroffen und so einen 25 Jahre alten Vereinsrekord eingestellt. Ein solcher Lauf war im Trikot mit dem roten Brustring zuletzt Fredi Bobic in der Saison 1995/96 gelungen.

VfB Stuttgart - TSG Hoffenheim 2:0 (1:0)

Stuttgart: Kobel - Kempf, Anton, Mavropanos - Sosa, Mangala (43. Ahamada), Endo, Wamangituka (88. Massimo) - Castro (88. Stenzel), Förster (60. Coulibaly), Kalajdzic

Hoffenheim: Baumann - Adams , Grillitsch , Richards - Kaderabek , Samassekou (82. Rutter) , Sessegnon (59. Skov) , Rudy , Baumgartner (48. Dabbur) - Bebou (82. Adamyan) , Kramaric 

Tore: 1:0 Adams (15./ET), 2:0 Kalajdzic (64.)

Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries)

Zuschauer: -

Gelbe Karten: Sessegnon, Grillitsch