VfB Stuttgart

VfB-Stürmer Silas Wamangituka spielte unter falscher Identität

Stürmer Silas Wamangituka
Stürmer Silas Wamangituka. © Alexandra Palmizi

Gerüchte, dass Silas Wamangituka unter falschem Namen und Alter für den VfB Stuttgart gespielt haben soll, gab es bereits vor zwei Jahren. Jetzt hat der Verein die falsche Identität seines Angreifers bestätigt. Er habe dem Club „kürzlich offenbart, dass er Opfer von Machenschaften seines ehemaligen Spielervermittlers geworden ist und Wamangituka nicht sein richtiger Name ist“, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag (08.06.). Der richtige Name des Spielers lautet Silas Katompa Mvumpa. Er wurde am 6. Oktober 1998 in Kinshasa (Kongo) geboren, ist heute also 22 Jahre alt - und nicht wie bisher angenommen 21 Jahre.

Wie es zur falschen Identität kam

„In Bezug auf die Namensänderung ist er vor allem Opfer. Entsprechend werden wir ihn auch schützen“, sagt Sportdirektor Sven Mislintat, der seinem Spieler volle Unterstützung zusagt: „Ich habe große Hochachtung davor, dass er in seinem jungen Alter, fast auf sich allein gestellt und ohne Wissen um die Folgen den Schritt gewagt hat, seine Situation zu klären. Wir werden ihm weiter in jeder Hinsicht helfen. Silas ist Teil der VfB-Familie.“

Zur falschen Identität soll es durch einen ehemaligen Spielervermittler von Silas gekommen sein. Dieser habe den damals 19-Jährigen in Paris bei sich wohnen lassen und laut Silas auch Namen und Geburtsdatum verändert. Der VfB vermutet, dass dies zum einen passierte, um die Verbindung des Stürmers zu seinem Ausbildungsverein im Kongo zu unterbrechen, zum anderen habe sich dadurch Silas' Abhängigkeit vom Vermittler erhöht - da er von nun an erpressbar gewesen sei.

In der Pressemitteilung kommt auch der Stuttgarter Profi zu Wort: „Ich habe in den letzten Jahren in ständiger Angst gelebt und mir auch um meine Familie im Kongo große Sorgen gemacht. Es war ein schwerer Schritt für mich, meine Geschichte zu offenbaren. Erst durch die Unterstützung meiner neuen Berater habe ich mich dies getraut.“

„Mir ist klargeworden, dass ich keine Angst mehr haben muss“

Mit Unterstützung des VfB und seines neuen Beraters habe Silas in den vergangenen Tagen und Wochen intensiv an der Aufklärung der Situation mitgewirkt und schließlich vor wenigen Tagen offizielle Dokumente der Demokratischen Republik Kongo erhalten. „Mir ist klargeworden, dass ich keine Angst mehr haben muss und wir gemeinsam alles auf den Tisch bringen können. Ich hätte diesen Schritt nicht gewagt, wenn Stuttgart, mein Team und der VfB für mich nicht eine zweite Heimat geworden wären, in der ich mich sicher fühle“, sagt Silas.

„Er möchte sämtliche Details, wie es zu der bisherigen Abweichung seiner persönlichen Daten kommen konnte, den deutschen Behörden offenlegen“, heißt es aus dem roten Clubhaus. Mit der Deutschen Fußball-Liga DFL und dem DFB ist der VfB in Kontakt. Nach juristischer Bewertung des Sachverhalts geht der Verein davon aus, dass Silas im Besitz einer gültigen Spielberechtigung war und weiter ist.

Weiter geht der VfB davon aus, dass diese zu gegebener Zeit durch eine neue auf seinen richtigen Namen lautende Spielberechtigung ersetzt werden wird. Davon unabhängig steht der VfB fest an der Seite seines Spielers und möchte dazu beitragen, diesen Fall in seinem Sinne transparent aufzuklären. „Wir machen diesen ungewöhnlichen Fall ganz bewusst von uns aus öffentlich, um zu unterstreichen, dass wir so transparent vorgehen wollen, wie es mit Rücksicht auf den Schutz unseres Spielers möglich ist“, sagt Sportvorstand Thomas Hitzlsperger.