VfB Stuttgart

VfB Stuttgart: 1:5-Niederlage gegen FC Bayern – Ausgleich hält nur drei Minuten

Eine Ecke führt zum ersten Tor der Bundesliga-Saison: Dayot Upamecano trifft gegen den VfB Stuttgart zur Führung des FC Bayern.
Eine Ecke führt zum ersten Tor der Bundesliga-Saison: Dayot Upamecano trifft gegen den VfB Stuttgart zur Führung des FC Bayern. © Julia Rahn

München. Der VfB Stuttgart hat das Eröffnungsspiel der Bundesliga-Saison 2026/27 beim FC Bayern München mit 1:5 verloren. Dabei lieferten die Schwaben dem amtierenden Meister einen intensiven Schlagabtausch, konnten den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielen – doch unachtsame Minuten sorgten für den Sieg des FCB. Wir waren beim Auswärtsspiel des VfB Stuttgart vor Ort und berichten.

Sie wollen unseren VfB-WhatsApp-Channel abonnieren? Dann klicken Sie hier auf diesen Link .

VfB Stuttgart gegen FC Bayern: Chris Führich fehlt in München

97 Tage nach dem DFB-Pokalfinale gegen den Rekordmeister stand der VfB wieder in einem Pflichtspiel im Rampenlicht. Dieses Mal war die Aufmerksamkeit zwar nicht gleich groß wie damals, jedoch hatte die Partie ebenfalls einen besonderen Rahmen – es war das Eröffnungsspiel zur neuen Bundesliga-Saison in der Allianz Arena.

Nicht mit nach München reisen konnte Chris Führich – der Flügelstürmer hatte im Pokalspiel gegen Hansa Rostock einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen. „Es wird eine Punktlandung“, hatte VfB-Coach Sebastian Hoeneß noch am Mittwoch auf der Pressekonferenz gesagt – am Ende reichte es für Führich nicht, Hoeneß schickte eine Dreierkette aus Finn Jeltsch, Jeff Chabot und Ramon Hendriks von Beginn an auf den Platz.

VfB Stuttgart: Mutige Herangehensweise gegen Kane und Co.

Die Stuttgarter Herangehensweise erinnerte stark an das Pokalfinale, in dem der VfB über 55 Minuten gut mithalten konnte: Mann gegen Mann über das gesamte Feld, intensives Pressing. So verfolgte Jeff Chabot seinen Gegenspieler Harry Kane schon in der 2. Minute erstmals bis zum Münchener Strafraum.

Den favorisierten Hausherren fiel dagegen erstmal nichts ein, der VfB hatte die erste große Chance der Partie, hätte mit der laut Expected Goals größten Gelegenheit der ersten Halbzeit (0,49) in Führung gehen können: Nach einer Kopfballablage von Grischa Prömel traf Tiago Tomás aus fünf Metern das Lattenkreuz (12.). Dort endete auch die erste große Münchener Chance: Michael Olise traf mit einem direkten Freistoß aus 20 Metern das Gebälk (17.).

Standard-Gegentor: FC Bayern geht in Führung

Nach 19 Minuten waren auch die Ultras des VfB Stuttgart im Stadion angekommen, die aktive Fanszene stand im Stau – direkt übernahmen die Schwaben auf den Rängen klar und dominant das Heft des Handelns, auf dem Rasen kamen die Bayern jedoch immer besser in die Partie. Und gingen in Führung: Nach einer Ecke von Joshua Kimmich köpfte Dayot Upamecano aus wenigen Metern zum 1:0 ein (21.). Im Anschluss kam der VfB ein paar Male in gute Situationen, verpasste aber den Abschlussmoment. Fabian Bredlow verhinderte mit einer Glanztat gegen den frei durchgestarteten Luis Diaz im Eins-gegen-Eins (26.).

Auch im Anschluss hielt Bredlow seine Vorderleute im Spiel, klärte weit vor seinem Strafraum vor Kane und parierte stark gegen Nathaniel Brown (38.). Auch die Chancen von Konrad Laimer (42.) und Michael Olise (45.+1) vereitelte der Keeper. So blieb es beim 1:0-Pausenstand aus Sicht des FCB, bei dem der VfB auch höher zurückliegen hätte können – gleichzeitig war die Hoeneß-Elf selbst nicht chancenlos.

Verrückt: Vagnoman mit Tor und Eigentor binnen sechs Minuten

Was dem VfB in diesem Schlagabtausch bislang fehlte: Ab und an die letzte Präzision mit und gegen den Ball – dazu offensive Durchschlagskraft. Mit beidem kam Stuttgart aus der Kabine und glich postwendend aus: Nach einer Mittelstädt-Flanke köpfte Jeff Chabot an den Pfosten, den Abpraller versenkte Josha Vagnoman – nach bis dato schwacher Leistung – stramm aus 15 Metern (52.). Lange währte die Freude der mitgereisten VfB-Fans nicht: Denn so stark die Schwaben aus der Halbzeit kamen, so fahrig und unglücklich präsentierten sie sich in den Folgeminuten.

Und so kam es, wie es in München häufig kommt: Zwei Münchener Tore binnen drei Minuten, eines mangelhafter verteidigt als das andere. Zunächst ließ Tiago Tomás Michael Olise völlig frei laufen, der dadurch aus elf Metern unbedrängt Bayern wieder in Führung brachte (55.). Dann die Slapstick-Szen des Spiels, Josha Vagnoman rutschte bei einem Klärungsversuch im Fünfmeterraum mit dem Standbein weg und beförderte den Ball ins eigene Tor (58.) – ein Auftritt der Extreme des Rechtsverteidigers. Olise traf sogar ein zweites Mal, sein Treffer wurde aber wegen Abseits aberkannt (63.).

Bayern machen den Deckel drauf – es wird deutlich

Immerhin stabilisierte sich der VfB im Anschluss etwas, fand aber keinen Weg zurück ins Spiel. Ermedin Demirovics abgefälschter Schuss ging knapp vorbei (78.), Fabian Bredlow setzte seinen starken Auftritt mit einer Glanztat gegen Aleksandar Pavlovics Flachschuss fort (77.). Die endgültige Entscheidung brachte dann Bayerns eingewechselter Neuzugang Isamal Saibari, der Finn Jeltsch abkochte und auf den einschussbereiten Pavlovic ablegte (82.). Die Bayern hörten einfach nicht auf: Leonidas Stergiou konnte in der Nachspielzeit den Pass auf Luis Diaz nicht mehr abfangen, der Kolumbianer markierte frei vor Bredlow den 5:1-Endstand (90.+2). Es war der Abschluss eines verdienten Sieges des Rekordmeisters.

Mehr entdecken

VG WORT Zahlpixel